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Im Gericht am Zrjinksi-Platz in der Innenstadt Zagrebs fanden sich am Dienstag auch zahlreiche Journalisten ein. Sanader saß oftmals mit verschränkten Armen da.
vergrößern 959x637Sanader hat illegale Provisionszahlungen von der Hypo Alpe Adria und Schmiergeld vom ungarischen Konzern MOL angenommen.
Vor der Verhandlung wirkte er noch relativ entspannt, nach der Verlesung des Urteils hielt er dann zeitweilig die Arme trotzig verschränkt. Beinahe zwei Stunden führte Richter Ivan Turudic aus, weshalb der ehemalige Premierminister Kroatiens, der einstmals mächtige Chef der konservativen HDZ, für zehn Jahre ins Gefängnis muss. Und zwar sofort. Sanader konnte gerade noch seinen Mantel vom Kleiderständer nehmen, dann wurde er von zwei Polizisten in die Mitte genommen und verließ den Saal. Sanader machte keinen Mucks, aber sah verärgert und enttäuscht aus.
Turudic hatte dem 59-Jährigen zuvor noch die Leviten gelesen. Sanader habe als Premier nicht das Allgemeinwohl vor Augen gehabt, sondern persönliche Bereicherung. Der Richter wollte das Urteil als Botschaft an alle Regierenden verstanden wissen. Sanader habe nicht nur wichtigen strategischen Interessen, sondern auch dem Ruf Kroatiens geschadet. Die Strafpredigt wurde ziemlich persönlich: "Sie haben dazu beigetragen, dass die Bürger keinen Ausweg aus der Apathie gesehen und das Vertrauen in den Staat verloren haben."
Der Richter wies auch auf die einzigartige Stellung Sanaders in der HDZ und Regierung hin. "Sie, Herr Sanader, waren Architekt eines Systems, in dem nur die Entscheidungen getroffen wurden, die Sie wollten."
Für Kriegsgewinnlertum in der Causa Hypo wurde Sanader in erster Instanz zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, im Fall Ina-Mol zu siebeneinhalb Jahren Haft. Insgesamt muss Sanader für zehn Jahre ins Gefängnis, zudem muss er 477.000 Euro zahlen, jenen Betrag, um den der kroatische Staat geschädigt wurde. Die Anklage hatte die Höchststrafe von 15 Jahren gefordert. Sanader kann in Berufung gehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Ein weiteres Urteil in der Causa Fimimedia wird erst in einigen Monaten erwartet. Die Prozesse gegen Sanader begannen vor mehr als einem Jahr. Im Fall Hypo geht es darum, dass der damalige Vizeaußenminister Sanader 1995 einen Kredit über etwa zehn Millionen Euro für den Aufbau von Auslandsvertretungen Kroatiens mit der Hypo Bank Kärnten eingefädelt hat. Für den Markteintritt der Hypo in Kroatien hat er laut Urteil 500. 000 Euro kassiert. Das Gericht schenkte der Version der Verteidigung, wonach das Geld an den Geschäftsmann Eugen Laxa geflossen sei, keinen Glauben. Auch die Aussage von Ex-Hypo-Kärnten-Chef Wolfgang Kulterer wies der Richter zurück. Sanader habe den Umstand, dass in Kroatien damals noch Krieg war, für sich genutzt, so Turudic.
Im Fall Ina-Mol wurde Sanader verurteilt, vom ungarischen Erdölkonzern Mol zehn Millionen Euro Schmiergeld dafür bekommen zu haben, dass die Ungarn 2009 die Führung im kroatischen Erdölkonzern Ina übernahmen. Die Mol hat seit der Änderung des Aktionsvertrags fünf von neun Aufsichtsratsposten inne. Dieser Vertrag beinhaltete auch, dass das verlustreiche Gasgeschäft ausgelagert wurde und der Staat die Verluste übernahm. Damit habe Sanader gegen die Interessen Kroatiens gehandelt, so das Gericht. Kronzeuge im Fall Ina-Mol war ein ehemaliger Freund Sanaders, der Geschäftsmann Robert Jezic, der ausgesagt hatte, von Sanader gebeten worden zu sein, dass fünf Millionen Euro auf sein Schweizer Konto überwiesen werden. Jezic muss nun das Geld zurückzahlen.
Berühmt wurde ein Video, in dem man Sanader mit Mol-Chef Zsolt Hernádi im Oktober 2009 beim Abendessen im Zagreber Restaurant Marcellino sieht. Sanader nahm bei dem Treffen die Batterie aus seinem Handy und schrieb etwas auf einen Zettel. Die Mol wies am Dienstag den Vorwurf, Bestechungsgeld bezahlt zu haben, zurück.
Die Reaktionen auf das Urteil waren in Kroatien vorwiegend positiv. HDZ-Chef Tomislav Karamarko verwies darauf, dass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Die HDZ habe aber begonnen, gegen die Korruption anzukämpfen. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, der Kampf gegen die Korruption sei die Grundlage von Rechtsstaatlichkeit, und Kroatien habe große Fortschritte in dem Bereich gemacht. (Adelheid Wölfl, DER STANDARD, 21.11.2012)
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Vecernji list (Abendblatt): "Während Sanader auf der Macht war, spannte er auch seine Nächsten in die Vertuschung der Reichtumsanhäufung. Die engste und entferntere Familie hat Ende 2010 78 Bankkonten mit 11 Millonen Kuna. Die meisten Konten hatten die Töchter: Bruna 14, Petra sogar 20 und Sanader selbst sieben"
Solange "da sehe ich keinen Vorwurf"-Politiker und andere "Leistungsträger" freu rumlaufen ist die Rechtsstaatlichkeit gefährdet. >>> "Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, der Kampf gegen die Korruption sei die Grundlage von Rechtsstaatlichkeit..."
ich kann jetzt nicht anders - als österreichischer Staatsbürger ersuche ich um "Entwicklungshilfe" von Kroatien für das österreichische Justizsystem - man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen:
Prozessdurchlauf ca. 1 Jahr, weitere Urteile in wenigen Monaten - 10 Jahre Gefängnis, sofortiger Haftantritt. Selbstverständlich das Recht auf Anfechtung!
Vergleichen wir einmal Österreich - jahrelang verschleppte Anklagen, jahrelang verschleppte Prozesse - Urteile nur, wenn es gerade dem politischen Kalkül einer Wahl dient oder man eine "Kärtner Situation" nach Abgang von Haider bereinigen will.
Und man darf nicht vergessen - Österreich ist wieder einmal auf der Täterseite - Hypo Alpe Adria.
Ich bin derjenige, der diese Enwicklungshilfe seitens Kroatiens für Österreich gewähren könnte aufgrund eines historischen Schreibens vom österreichischen Kaiser und auch aufgrund eines historischen Schreibens Napoleons, jedoch ich als österreichischer Staatsbürger gedenke nicht daran.
Der hat ja berufen, wie z.B Jungwirth oder Kartnig oder die ganzen BAWAG-Gauner.
Im Gegensatz zum Sanader laufen unsere Vögel aber frei herum . Wieso ?
Bis die ganzen Berufungsinstanzen durch sind, vergehen Jahre und dann sind die Herrschaften alle haftunfähig oder sterbenskrank. Gutachten von links, wird von rechts beeinsprucht und umgekehrt. Da gefällt mir das kroatische System wesentlich besser und ist auch effizienter.
Österreich braucht auch so einen Druck aus Brüssel. Unsere RichterInnen hätten noch viel zu tun!
Offensichtlich sind bei uns in Österreich die Strukturen so verkrustet und viele so "verhabert", sodass solche Entscheidungen wie jetzt in Kroatien offensichtlich ins Reich der Träume gehören.
Träumen wird man wohl noch dürfen!
Österreich = Bananenrepublik
Meinungsfreiheit ? Kommt immer drauf an ob der Herr oder Dame beim Standard meine Meinung teilt. Falls nicht, wird nix veröffentlich - zumindest kommts mir so vor
Auf Wiedersehen liebes Forum, ich will nicht mehr posten
Bananenrepubliken ect SICHER NICHT MEHR AUFREGEN.
WIR SIND DIE BANANENREPUBLIK MIT DER KORRUXXXXX JUSTIZ
Ansonsten wären schon sehr sehr viele Politiker im Häfn mit mind 10 Jahren Strafausmaß für das, was sie getan haben.
(Gesetze ändern versuchen um 100.000 pro Jahr), der hats noch selber zugegeben vor der kamera - UNGLAUBLICH
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