Giftige Chemikalien in Marken-Kleidung

Krebserregend und fortpflanzungsschädigend: Greenpeace testete 141 Kleidungsstücke aus 29 Ländern - In sämtlichen Textilien wurden Nonylphenolethoxylate gefunden

Bei der Herstellung von Kleidung setzen führende Modemarken einer Untersuchung der Umweltschutzorganisation Greenpeace zufolge giftige Chemikalien ein.

Unabhängige Labore hätten in allen 141 untersuchten Kleidungsstücken aus 29 Ländern Nonylphenolethoxylate (NPE) gefunden, die zu giftigem Nonylphenol abgebaut würden, erklärte Greenpeace am 20. November. Fortpflanzungsschädigende Weichmacher seien in hoher Konzentration in bedruckten T-Shirts von namhaften Marken festgestellt worden. In anderen Produkten fanden sich demnach sowohl hormonell wirksame, als auch krebserregende Chemikalien.

Flüsse werden als Abwasserkanäle"missbraucht"

Greenpeace hatte Jeans, Hosen, Kleider, T-Shirts und Unterwäsche auf NPE, Weichmacher, krebserregende Amine und andere Schadstoffe untersuchen lassen. Dabei wurden Textilien zahlreicher führender Modemarken in die Labore geschickt, darunter Armani, Benetton, C&A, Calvin Klein, Diesel, Esprit, Gap, H&M, Tommy Hilfiger, Vero Moda und Zara.

"Modemarken missbrauchen weltweit Flüsse als private Abwasserkanäle und verschmutzen so das Trinkwasser von Millionen Menschen", erklärte die Chemie-Expertin von Greenpeace, Christiane Huxdorff. "Von der Produktion bis zur Entsorgung schaden gefährliche Textilchemikalien Umwelt und Gesundheit." Auch wenn Textilien in China, Mexiko oder Pakistan produziert worden seien, "sind die eingesetzten Schadstoffe in unserem Blut nachweisbar". Greenpeace forderte die Textilhersteller auf, Risiko-Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen.

Eine Million Tonnen Kleidung landet im Müll

Greenpeace kritisierte vor allem die Fertigung sogenannter Fast Fashion - schnelllebiger Massenware, die nicht lange getragen und dann weggeworfen wird. 2011 kauften deutsche Verbraucher der Umweltschutzorganisation zufolge knapp sechs Milliarden Kleidungsstücke. Auf dem Müll landeten jährlich eine Million Tonnen der schnelllebigen Massenware.

Greenpeace-Untersuchungen hatten bereits 2011 belegt, dass Textilchemikalien durch Fabrikabwässer im Herstellungsland und die Haushaltswäsche im Absatzland freigesetzt werden können. Einige Marktführer, darunter mehrere Sportartikelhersteller kündigten daraufhin die baldige Umstellung auf eine giftfreie Produktion an. Im Oktober veröffentlichte Greenpeace einen Test zum Einsatz von umweltschädlichen Chemikalien in wetterfesten Textilien. (APA/red, 20.11.2012)

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Muss das sein?!

Ich finde es unverschämt von den Textilfirmen dass sie das Trinkwasser verschmutzen. Ich mein in diesen Ländern gibt es meist wenig Wasser und dann wird es noch verschmutzt?! Das ist einfach eine Zumutung.
Weiters würde ich ein Verbot für die Produktion von Textilien mit Chemikalien einführen.

"Weiters würde ich ein Verbot für die Produktion von Textilien mit Chemikalien einführen."

Nennen wir das jetzt einfach mal Unsinn?

Frechheit

Ich finde es eine Frechheit, dass nicht schon lange jemand die Kleidung auf solche Stoffe überprüft hat.
Soll man wirklich für Kleidung die gesundheitsschädigend ist Geld zahlen? Es ist schließlich ziemlich teuer.

Hauptsache Geld

Eigentlich ist es schon schlimm, dass von Markenherstellern nicht auf die Gesundheit geachtet wird. Wir bezahlen sehr viel Geld und erwarten deshalb eigentlich einwandfreie Ware.
Welche Versicherungen haben wir, dass diese Chemikalien nicht weitervererbt werden, während Frauen z.B in der Schwangerschaft sind etc. und sich negativ auf die Gesundheit der neugeborenen auswirken? KEINE

Zusätzlich finde ich es sehr zum Nachdenken, dass diese Stoffe unsere hormonelle Veranlagung beeinflussen bzw. negativ darauf einwirken.

Wenigstens wissen wir jetzt, dass der Name einer Marke nicht für die Qualität spricht.

Viel Geld für anscheinend "makellose Ware".

Eine bodenlose Frechheit!

Ich finde, dass ist eine bodenlose Frechheit gegenüber den Kunden. Die potentiellen Kunden geben viel Geld für etwaige Kleidungsstücke aus und werden, durch die in den Kleidungsstücken enthaltenen giftigen Chemikalien, betrogen!
Normalerweise sollten Kunden solcher Firmen/Marken daraufhin protestieren und auf andere Marken, wie die im oben genannten Text, welche in Zukunft ohne die Krebserregenden Stoffe arbeiten, sprich Tommy Hilfiger, zurückgreifen.

Sehr Richtig!

Lieber VwieVendetta,

ich bin voll und ganz deiner Meinung. Wir geben viel zu viel Geld aus - und wofür? Damit wir an Krebs sterben :'(

Geld regiert die Welt!

Da merkt man mal wieder das so ziemlich alle nur auf Geld aus sind. Großkonzerne wollen noch mehr... ach sowas ist einfsch nur hässlich.
Man sollte man was dagegen machen und am besten jetzt.

Braucht man wirklich Organisationen wie Greenpeace.....

....um herauszufinden, dass Markenhersteller giftige Stoffe in ihren Textilien verwenden? Sollte man nicht eigentlich erwarten, dass so etwas schon von vornherein nicht erlaubt ist und nicht in den Textilien landet?
Ich finde, das sollte man gesetzlich regeln, dass schon bevor das Produkt auf den Markt kommt, Tests durchgeführt werden um giftige Chemikalien aufzuzeigen.

Unersättliche Markenhersteller

Komisch, dass Marken die bekannt sind und eigentlich gut verdienen, es nötig haben "giftige Klamotten" anzufertigen. Man nimmt doch an, wenn eine bestimmte Marke teuer ist, dass die Qualität umso besser ist.
Die Sache mit dem Wegwerfen ist auch ziemlich unsinnig. Wieso wirft man Sachen weg, die höchstwarscheinlich noch brauchar sind? Gut, dass es solche Organisationen wie Greenpeace gibt die den Leuten klar macht, dass es so nicht weiter gehen kann.

Giftstoffe in Kleidung

...sind wir doch froh dass wir jetzt davon erfahren, endlich nach 20 Jahren, und wir können auch bei uns Baumwolle und Hanf anbauen zur Stoffherstellung. Wir haben doch auch genügend Kapazitäten und ich würde sagen, weg von der Globalisierung in diesen Bereichen, hin zur Qualtitätssicherung im eigenen wunderschönen Land.

Grenzwerte, Zahlen?

Gibt's irgendwelche Zahlen zu diesem Artikel?
Welche Grenzwerte existieren und werden diese überschritten?
Ich will nichts verharmlosen, Nonylphenol ist ganz schlimm für Wasserorganismen und ist zudem bioakkumulierend und schwer abbaubar.
Aber Fakten wären trotzdem interessant.

der durchschnittliche Deutsche kauft 75 Kleidungsstücke im Jahr?!?!?
Das ist krank, wo sind denn die angelaufen (ich bin mir sicher das es in Österreich nicht anders aussieht)

sind zehn paar socken schon 20 kleidungsstücke?

ned amal dann komm ich auf 75

ich persönlich schätze meinen konsum auf ca. 6 neue kleidungsstücke pro jahr, sagen wir mal ich verschätz mich a bissi - sagen wir 10 neue stücke. d.h. in Folge, es gibt jemanden, der 140 neue kleidungsstücke pro jahr kauft?

"auf ca. 6 neue kleidungsstücke pro jahr,"

1 Hose, 2 T-Shirts, einen Pullover + Unterwäsche?

Mantel, Jacke, Schuhe gibt's nur in Jahren, wo Sie keine neuen T-Shirts kaufen?

;-)

neue unterwäsche? meine ist ca. 4-6 jahre alt, und a neue gibts net (persönliches sparpaket).
voriges jahr hab ich mir einen neuen wintermantel im ausverkauf gegönnt, der muss mind. 5 jahre halten. ein paar neue schuhe im schnitt im jahr, obwohl letztes jahr hab ich mir teure winterschuhe gekauft, die sollten jetzt auch zumindest 3 jahre halten (wenn geht mehr). ev. eine neue weste, und eine neue hose. das wars. sonst fällt mir nix mehr ein was ich neu gekauft hätte...

bei mir ungefähr auf dem selben niveau, deshalb bin ich ja so schockiert

schau einfach

den Teenis am Sa Nachmittag bei H&M zu

Was spechteln denn Sie dort rum?

Ich gestehe,

daß ich schon einige Male etwas bei H&M gekauft habe. Erst kürzlich ein Reinleinenbluserl, das trage ich dann maximal 10 Mal, dann fällts einem eh vom Leibe, issaba wurscht, da es ca. € 22,00 gekostet hat.

Oh,

die Snobs und Luxusmarken Aficionadas, Herr Schick und Frau Mick geben mir rot, weil ich, horribile dictu, zugebe manchmal bei H&M reinzuschauen und dort sogar etwas käuflich zu erwerben. ;o)

steinigen! sofort!

Find ich auch. ;o)

Ich war dort noch nie, aber nicht, weil ich nur in noblen Geschäften einkaufte, sondern weil ich schon in den Werbeprospekten absolut nichts für mich Passendes ausfindig machen kann.

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