Änderungen in der Schwerkraft verraten Eisschmelze

24. November 2012, 18:00
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Durchschnittlich rund 200 Milliarden Tonnen Eis verliert die Insel im Jahr - Dies lässt sich durch Beobachtungen der Erdschwere feststellen

Washington - Im Verlauf eines Jahres verliert der Eisschild über Grönland in den warmen Monaten an Masse, die der Winter nur mehr zu einem Bruchteil ersetzen kann. Die Folge ist ein stetiges Abschmelzen, das US-Wissenschafter nun in einer aktuellen Studie durch Messungen der Erdschwere genauer denn je beziffern konnten: Rund 200 Milliarden Tonnen Eis gingen so jedes Jahr zwischen April 2002 und August 2011 verloren, berichten die Forscher in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften.

Grundlage der Berechnungen sind Messungen des "Gravity Recovery and Climate"-Experiments (GRACE), bei dem zwei identische Satelliten ständig und hoch präzise das Schwerefeld der Erde vermessen, schreiben Christopher Harig und Frederic Simons von der Universität Princeton (US-Staat New Jersey). Diese bestätigen die bereits mit anderen Methoden berechnete Menge des jedes Jahr schmelzenden Eises. Sie zeigen aber auch, dass das Grönlandeis durchaus nicht gleichmäßig abschmolz.

Eiszunahme im Zentrum

So verschwand 2003 und 2004 hauptsächlich Eis an der Ostküste Grönlands, bis 2006 verlangsamte sich dieser Verlust im Nordosten, nahm dafür aber im Südosten zu. Von 2007 bis 2010 schmolz das Eis an der Nordostküste langsamer, aber immer schneller an der Nordwestküste. Im Zentrum der Insel nahm die Eisschicht dagegen während des gesamten Jahrzehnts kontinuierlich zu.

Die Daten zeigen nicht nur genauer als je zuvor den Verlust des grönländischen Eispanzers aufgrund der globalen Erwärmung, sie zeigen darüber hinaus den Wert der Analyse genauer Schwerkraftmessungen, betonten die Forscher. Diese könne künftig sowohl bei der Erderkundung als auch bei der Erforschung anderer Planeten eine bedeutende Rolle spielen, hieß es. (APA/red, derstandard.at, 24.11.2012)

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    Schmelzwasserseen am Fuße des Jakobshavn-Gletschers an der Westküste Grönlands. In den vergangenen Jahren verlor der Eisschild über der Insel durchschnittlich 200 Milliarden Tonnen pro Jahr.

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