"Sie nannten mich Gary": Ein Abschieds-Interview mit Peter Westenthaler

Rainer Schüller, Marie-Theres Egyed
20. November 2012, 15:42
  • Peter Westenthaler bilanziert: "Ich war immer ein Fan der geschliffenen Sprache."
    foto: derstandard.at

    Peter Westenthaler bilanziert: "Ich war immer ein Fan der geschliffenen Sprache."

  • Wahlkampf mit Jörg Haider, 2008.
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    foto: apa/fohringer

    Wahlkampf mit Jörg Haider, 2008.

  • Westenthaler vor Gericht in der sogenannten "Prügelaffäre": Am 29. Juli 2008 wurde er nicht rechtskräftig wegen Falschaussage zu neun Monaten bedingter Haft verurteilt. Das Urteil wurde nach einem Berufungsverfahren am 18. Juni 2009 auf sechs Monate bedingter Haft reduziert. Am 18. Juni 2012 endeten sowohl Bewährungs- als auch Tilgungsfrist zu diesem Urteil.
    foto: apa/fohringer

    Westenthaler vor Gericht in der sogenannten "Prügelaffäre": Am 29. Juli 2008 wurde er nicht rechtskräftig wegen Falschaussage zu neun Monaten bedingter Haft verurteilt. Das Urteil wurde nach einem Berufungsverfahren am 18. Juni 2009 auf sechs Monate bedingter Haft reduziert. Am 18. Juni 2012 endeten sowohl Bewährungs- als auch Tilgungsfrist zu diesem Urteil.

  • Westenthaler vs. Strache im Wahlkampf 2006.

  • Wahlkampf-Video Westenthalers aus dem Jahr 2006 über "restriktive Ausländergesetze"

  • Westenthaler 2002 in seinem Haus in zehnten Wiener Gemeindebezirk.
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    foto: der standard/matthias cremer

    Westenthaler 2002 in seinem Haus in zehnten Wiener Gemeindebezirk.

  • Westenthaler mit Freund Frank Stronach bei einem Fußballspiel von Austria Wien 2002. Stronach war damals Austria-Mäzen, Westenthaler Bundesliga-Vorstand.
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    foto: apa/pfarrhofer

    Westenthaler mit Freund Frank Stronach bei einem Fußballspiel von Austria Wien 2002. Stronach war damals Austria-Mäzen, Westenthaler Bundesliga-Vorstand.

  • Archivbild aus dem Jahr 2002: Westenthaler mit Ex-FPÖ-Parteiobfrau Susanne Riess-Passer, Hubert Gorbach, Herbert Scheibner und Karl Heinz Grasser während einer 
Pressekonferenz nach Ende einer Sitzung des FPÖ-Bundesparteivorstandes
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    foto: apa/techt

    Archivbild aus dem Jahr 2002: Westenthaler mit Ex-FPÖ-Parteiobfrau Susanne Riess-Passer, Hubert Gorbach, Herbert Scheibner und Karl Heinz Grasser während einer Pressekonferenz nach Ende einer Sitzung des FPÖ-Bundesparteivorstandes

  • 2002: Der scheidende FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler überreichte ÖVP-Klubobmann Andreas Khol einen Wanderstab.
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    foto: apa/jaeger

    2002: Der scheidende FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler überreichte ÖVP-Klubobmann Andreas Khol einen Wanderstab.

  • Westenthaler mit Jörg Haider im Jahr 2000.
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    Westenthaler mit Jörg Haider im Jahr 2000.

  • Westenthaler über seinen Wahlkampf-Stil der 90-er-Jahre. Ausschnitt aus dem Film "Die Wahkämpfer".

Der BZÖ-Politiker über Ausländerpolitik einst und jetzt, Jörg Haider und den ORF

Peter Westenthaler hört auf. Diesmal definitiv, wie er im Interview mit derStandard.at betont. Nach der Nationalratswahl will er in der Immobilienbranche Fuß fassen und sich seinem neuen Hobby, dem Wein, widmen. Im Gespräch mit Rainer Schüller und Marie-Theres Egyed blickt er auf eine 22-jährige Karriere in der Politik zurück.

derStandard.at: Herr Westenthaler, Sie haben einmal die Fußball-Ikone Gary Lineker als ihr Vorbild genannt. Lineker hat 15 Jahre lang keine einzige gelbe oder rote Karte bekommen. Gibt es da nicht einen gewissen Widerspruch zu Ihrem Auftreten?

Westenthaler: Meine Fussballfreunde haben mich früher mit Gary Lineker verglichen, weil ich in meiner jugendlichen Fußballerzeit angeblich einen ähnlichen Spielstil hatte. Deswegen haben mich meine Freunde Gary genannt. In meiner Fußballerkarriere wurde ich nur einmal ausgeschlossen. Da ist die Hitze des Gefechts mit mir durchgegangen. Ich habe aber mehrere gelbe Karten bekommen.

derStandard.at: Und in der Politik?

Westenthaler: Ich war immer ein Fan der geschliffenen Sprache. Auch der Auseinandersetzung. Aber ich habe manchmal über die Stränge geschlagen - mehr als Gary Lineker. Wenn man auf 22 Jahre Politik zurückblickt, tut mir heute auch manches leid. Im Nachhinein gesehen ist das nicht immer der Stil, den man pflegen sollte.

derStandard.at: Zu sagen, ich höre auf und wenn ich jemand beleidigt haben sollte, dann tut es mir leid, ist doch der klassische Jörg Haider-Schmäh. Was konkret bereuen Sie und bei wem wollen Sie sich entschuldigen?

Westenthaler: Es gibt einige Fälle, aber das ist etwas Persönliches. Ich habe es den Meisten, die ich meine, schon persönlich gesagt, und in dieser Sache Frieden gemacht.

derStandard.at: Ihr ehemaliger Parteikollege, Ex-Staatssekretär Eduard Mainoni, hat in einem sehr offenen Interview einmal gemeint, dass Sie dafür bestimmt waren, die C- und D-Wählerschichten und die Proleten abzudecken.

Westenthaler: Das Schlimme an dem Interview war damals, dass er es boshaft und abwertend gemeint hat. Ich habe aber nichts gegen Proleten. Das ist für mich kein Schimpfwort, das sind für mich Menschen aus einfachen Verhältnissen. Sie verdienen genauso Respekt, wie Menschen, denen Macht, Ruhm und Geld in die Wiege gelegt wurden. Ich habe mich auch an die Position selbst heran arbeiten müssen, die ich letztlich hatte.

derStandard.at: Wie schaut der typische Peter Westenthaler-Fan aus?

Westenthaler: Es wäre präpotent und abgehoben zu behaupten, dass ich Fans habe. Es gibt Leute, die haben Respekt vor dem, was ich in der Politik geleistet habe und dann gibt es Leute, die mich abgrundtief hassen. Dazwischen gibt es wenig. Ich hab mein ganzes politisches Leben polarisiert, die Leute, die sagen "ja, aber" sind dünn gesät.

derStandard.at: Waren Sie der menschliche Schutzschild für Jörg Haider?

Westenthaler: Nicht nur für Jörg Haider, sondern für die Partei. Als Generalsekretär bist du einerseits die Speerspitze der Partei, was den Angriff anbelangt, du bist aber auch der Schutzschild, was die Verteidigung anbelangt. Ganz vorne an der Spitze wird nicht mit dem Florett gefochten, sondern mit dem Hammer und schwererem Gerät. Hier wird man nicht beliebt.

derStandard.at: Sie haben 2002 den Hut genommen, sind aber als BZÖ-Spitzenkandidat 2006 wieder zurückgekommen und haben mit einem sehr scharfen Anti-Ausländer-Wahlkampf wieder polarisiert. Vorige Woche haben Sie im Parlament gemeint, dass Zelte für Flüchtlinge unmenschlich seien. Was ist passiert?

Westenthaler: Ich finde Zelte für Asylanten generell und im Winter besonders falsch und unmenschlich. Es stimmt, wir sind damals eine sehr kantige, restriktive Zuwanderungspolitik gefahren, die aber auch in der damaligen Zeit notwendig war.

derStandard.at: Es war jedenfalls ein Anti-Ausländerwahlkampf, der die damalige FPÖ in den Schatten stellte. Uns ist auch keine Aussage von damals bekannt, mit welcher Sie auf die unmenschliche Behandlung von Nicht-Österreichern hingewiesen hätten.

Westenthaler: Damals gab es auch die Situation nicht. Es gab Raumknappheiten, aber da konnten wir nichts dafür, sondern die Asylverfahren haben einfach zu lange gedauert.

derStandard.at: War ein harter Anti-Ausländerwahlkampf immer nur Mittel zum Zweck der Wählerstimmen-Maximierung, wie Ihr Kollege Mainoni im besagten Interview meinte?

Westenthaler: Das ist inhaltlich und historisch einfach falsch. Wenn man sich die 1990er-Jahre anschaut: Wir haben mit unseren Forderungen von damals sicher Schaden von Österreich abgehalten. Das war die Zeit, in der in anderen Städten aufgrund ethnischer Konflikte die Vororte gebrannt haben. In Österreich war das nie der Fall.

derStandard.at: Heute scheint Straches FPÖ das Monopol auf die Ausländerhetze zu haben. Kann man damit eigentlich noch punkten?

Westenthaler: Mit Hetze kann man niemals punkten. Hätte es damals die Aufarbeitung dieses Themas nicht durch die FPÖ und Jörg Haider gegeben, wäre das explodiert. Es war in der Bevölkerung eine aufgeschaukelte Stimmung.

derStandard.at: Zu der Sie mit der damaligen FPÖ ihren Beitrag geleistet haben.

Westenthaler: Nein, das ergibt sich ja. Wenn ich im 15. Bezirk wohne und merke, rund um mich ist kein Wiener mehr, da braucht es keine FPÖ und keinen Haider, da regt sich etwas in den Menschen.

derStandard.at: Die FPÖ hat die Stimmung geschürt.

Westenthaler: Wir haben sie nicht geschürt, wir haben sie kanalisiert. Das ist ein Unterschied. Wir haben die Probleme nicht ignoriert, sondern eine Diskussion möglich gemacht. Hätten wir damals das Problem nicht aufgegriffen, gäbe es vielmehr ethnische und soziale Spannungen. Wir haben die Dinge beim Namen genannt, ich stehe dazu.

derStandard.at: Also keine Altersmilde bei Ihnen?

Westenthaler: Ich bin insgesamt milder und gelassener geworden. Ich bin aber nach wie vor davon überzeugt, dass unser Weg der richtige war und Österreich viel geholfen hat. Heute kann man aber mit der Politik von damals nicht reüssieren, heute muss man differenzierter vorgehen.

derStandard.at: Sie haben unlängst gesagt, dass alles nur noch lächerlich und schlechtgemacht wird: Wer trägt Schuld daran?

Westenthaler: Alle. Es herrscht in der Politik ein degeneratives Klima. Sie ist schlecht, das ist der Fehler der Politik. Und sie wird noch schlechter gemacht, das ist der Fehler jener, die Politik kommentieren und persiflieren.

derStandard.at: Was sollte geändert werden?

Westenthaler: Die komplette Geschäftsordnung des Parlaments gehört entrümpelt, neu und lebhafter gemacht. Schauen Sie sich die Debatten in anderen Ländern an, wie beispielsweise das Instrument der Zwischenfrage in Deutschland. Bei uns werden oft nur von wem auch immer aufgeschriebene Reden vorgelesen und das sogar nicht einmal unfallfrei. Es gibt Abgeordnete, die keine zehn Sätze unfallfrei vom Blatt lesen können. Das ist zum Genieren.

Es wäre auch eine Idee, dass jeder Abgeordneten nur zweimal gewählt werden darf. Das würde immer für Auffrischung sorgen und die Abgeordneten entsprächen einem repräsentativen Schnitt aus der Bevölkerung. Jeder Abgeordnete muss einen Beruf haben. Es muss aufhören, dass im Parlament Leute sitzen, die seit zwanzig oder dreißig Jahren dasselbe machen, nämlich die Regierungsvorgaben abnicken.

Das Parlament braucht auch einen Legislativdienst. Österreich ist das einzige Land in Europa, wo das Parlament nicht in der Lage ist, Gesetze zu schreiben. Da gibt es Parlamente in Entwicklungsstaaten, die weiter sind als wir.

derStandard.at: Wertet das Team Stronach das Parlament auf?

Westenthaler: Jede neue Bewegung tut gut. Egal, wer sich das antut, man muss den Hut ziehen. Bei Frank Stronach ist es besonders bemerkenswert, weil er ein Mann ist, der in seinem Leben gezeigt hat, dass er es kann. Genauso bin ich der Meinung, dass Josef Bucher eine Chance mit dem BZÖ verdient hat. Ich glaube auch, dass er es schafft.

derStandard.at: Auf wen würden Sie bei einer Wette um den Einzug ins nächste Parlament setzen: BZÖ oder Team Stronach?

Westenthaler: Wetten tut man im Sport auf Pferde oder im Fußball, aber das ist die Politik.

derStandard.at: Anders gefragt: Wen werden Sie wählen?

Westenthaler: Ich war gewählter Obmann des BZÖ, es bleibt daher meine politische Heimat.

derStandard.at: Stichwort Glücksspiel: Wie ist der Stand der Ermittlungen der Salzburger Staatsanwaltschaft gegen Sie?

Westenthaler: Das weiß ich nicht, das müssen Sie die Staatsanwaltschaft fragen. Seit eineinhalb Jahren habe ich von denen nichts mehr gehört.

derStandard.at: Das BZÖ soll über ein achtseitiges Pseudogutachten 300.000 Euro bekommen haben. Es gab auch Aussagen im U-Ausschuss, wonach Sie involviert waren.

Westenthaler: Nicht das BZÖ, sondern eine Werbeagentur. Die Vorwürfe sind absurd. Ich war damals Spitzenkandidat und Parteiobmann des BZÖ, nicht Geschäftsführer, Buchhalter, Kassier oder Finanzreferent. Ich habe die Zeit meiner Obmannschaft von einem international renomierten Wirtschaftsprüfungsinstitut prüfen lassen, und habe einen Erfolg bekommen, der einwandfrei ist. Von den Wahlkampfspenden von den Casinos und der Telekom habe ich erst im viel später Nachhinein aus dem Medien erfahren.

derStandard.at: Anderes Thema, die Eurofighter. Es gibt ständig neue Meldungen über Ungereimtheiten. Sie sollen bei einem Treffen in Grinzing vor der Typenentscheidung dabei gewesen sein.

Westenthaler: Ich war öfters in Grinzing, den vorzüglichen Wein genießen. Aber ich war bei keinerlei Typenentscheidung oder Vorbereitung dabei. Da habe ich ein sehr, sehr reines Gewissen. Ich war Klubobmann der Parlamentsfraktion, nicht Regierungsmitglied.

derStandard.at: Glauben Sie, dass in der Causa Eurofighter alles supersauber war?

Westenthaler: Das kann ich nicht beurteilen. Die halbe Welt ermittelt jetzt zu den Gegengeschäften. Die Aufdeckungssheriffs reiten. Ich bin gespannt, was da rauskommt.

derStandard.at: Es gibt Spuren in Richtung Kärnten und Jörg Haider. Stichwort Lakeside-Stiftung. Haben Sie dazu eine Wahrnehmung?

Westenthaler: Nein. Ich kann nur die politische Zeit bewerten, in der ich selbst anwesend war. Ich bin 2002 aus der Politik ausgeschieden und war vier Jahre lang nicht politisch tätig. Was in diese Zeit fällt, kommentiere ich nicht. Aber bisher scheinen mir die sogenannten Spuren zu Haider äußerst dürftig und eher parteipolitisch motiviert zu sein.

derStandard.at: Sollte es zu einem Rücktritt vom Eurofighter-Vertrag kommen?

Westenthaler: Wenn nachweisbar ist, dass es einen Zustand gibt, der die Möglichkeit eröffnet, von diesem Vertrag zurück zu treten, wird die Regierung so entscheiden. Davon gehe ich aus.

derStandard.at: Eine andere Causa - Die Hypo Alpe Adria bekommt wieder Millionen vom Steuerzahler. Wer ist für dieses Debakel verantwortlich?

Westenthaler: Die ganze Hypo-Causa ist so ein undurchschaubarer Dschungel mittlerweile, dass man es gar nicht seriös kommentieren kann. Vergessen wir aber auch nicht das Desaster bei anderen Banken in Österreich, Stichwort: Kommunalkredit und andere.

derStandard.at: Sie könnten es mit der Zeit von Jörg Haider versuchen.

Westenthaler: Da gibt's meinerseits nichts zu kommentieren, weil ich da nicht in der Politik war und es deshalb nicht beurteilen kann. Und ich schon gar nicht jemand, der verstorben ist, in eine undifferenzierte Bewertung miteinbeziehe. Ich kann nur die Zeit bewerten, in der ich im Parlament war. Da wurde seitens der Rot-Schwarzen Regierung die Notverstaatlichung durchgeführt. Wie man heute weiß, war das ein Fehler.

derStandard.at: Hat sich Ihre Einschätzung zu Jörg Haider geändert?

Westenthaler: Überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Jörg Haider muss jetzt in vielen Bereichen herhalten, weil er sich nicht wehren kann. Das ist in ganz schäbiges Spiel.

derStandard.at: Den ORF hätten wir noch auf der Fragenliste.

Westenthaler: Um Gottes Willen!

derStandard.at: Sind Sie mit der Arbeit von General Wrabetz zufrieden?

Westenthaler: Nein.

derStandard.at: Aber es war Ihr Ticket, das ihn an die Spitze gebracht hat.

Westenthaler: Ja, aber das ist eben eine von mehreren Enttäuschungen für mich.

derStandard.at: Wie oft haben Sie beim ORF angerufen?

Westenthaler: (Lacht.) Wann?

derStandard.at: In Ihrer gesamten Karriere.

Westenthaler: Das waren drei Phasen. Die erste in den 90-er-Jahren, wo die FPÖ unter Jörg Haider sehr oft sehr ungerecht behandelt wurde, also entweder gar nicht vorgekommen ist, oder sehr verzerrt. Wir haben damals auch sehr viel prozessiert. Es war meine Aufgabe als Generalsekretär dort anzurufen und zu sagen: Freunde, das ist falsch.

Die zweite Phase war in der Regierungszeit. Da kann ich mich an zwei Anrufe erinnern. Einer davon wurde berühmt, weil ich in eine Sendung ohne mein Wissen überraschend live hineingeschaltet wurde. Das war so skurril. Ich habe das dann, das gebe ich zu, weidlich ausgenutzt. Ich habe eine Suada losgelassen, die recht anständig war. Wenn man mich lässt, tu ich's. Kein Problem.

Dann kam die Phase nach meinem Rücktritt. Da ist logisch, dass ich da überhaupt nicht mehr angerufen habe, außer beim Hörer- und Seherservice, wenn mich etwas geärgert hat. Seit ich BZÖ-Politiker bin, habe ich überhaupt nie wieder beim ORF angerufen.

derStandard.at: Was würden Sie sich vom ORF wünschen?

Westenthaler: Ich würde mir mehr Qualität wünschen. Denn, was jetzt passiert, ist der Abgesang eines öffentlich rechtlichen Runfunks.

derStandard.at: Was missfällt Ihnen konkret?

Westenthaler: Zur Zeit darf der ORF offenbar alles: Den Schläger Sido als Vorbild für unsere Jugend zurückholen und Drogen-Konsum im eigenen Haus verharmlosen, auf ORF III wurde ein Film gespielt, wo eine Pornoszene gezeigt wurde. Ich bin nicht prüde oder was, aber im öffentlich-rechtlichen Fernsehen darf man das eben nicht machen. Oder die Geschichte mit Alaba und Stronach bei Stermann & Grissemann: Das ist unzulässig, was da passiert ist, das war ein letztklassiger rassistischer Gag.

derStandard.at: Wie finden Sie die politischen Formate im ORF?

Westenthaler: Grundätzlich nicht so schlecht, aber zum Beispiel die Diskussionssendung mit Scheuch, Kramar und Co. unlängst war doch auch unfassbar. Das war ein Niveau, das in einem Privatfernsehen durchfallen würde. Auf der anderen Seite macht ein Stefan Raab, ein Comedian, eine Demokratieshow in einem privaten Sender, die alle Stückl‘n spielt. Ich hab das sensationell gut gefunden.

derStandard.at: Sollte Politik mehr Show sein?

Westenthaler: Ich habe lieber Unterhaltung gemischt mit Information als eine niveaulose letztklassige Debatte, wo mir die Füße einschlafen.

derStandard.at: Die Auftritte von Frank Stronach haben das Niveau aber auch nicht unbedingt in lichte Höhen gebracht.

Westenthaler: Warum? Jeder Auftritt von Frank Stronach hat bisher Quoten gehabt, wie nie zuvor.

derStandard.at: Weil es so skurril war.

Westenthaler: Nein, weil er anders auftritt, nicht skurril. Das lasse ich nicht gelten. Der Frank Stronach macht eines: Er tritt nicht so auf wie das Establishment, sondern authentisch.

derStandard.at: Indem er Journalisten beschimpft.

Westenthaler: Er hat niemanden beschimpft. Ganz im Gegenteil, er war mit der Ingrid Thurnher sogar per Du: Sagn wiar du, Ingried. Das war großes Kino!

derStandard.at: Eben: Skurril.

Westenthaler: Nein, nicht skurril. Es war außer der Norm, das stimmt und das ist nicht schlecht oder langweilig. Es ist aber so, dass die Menschen das schätzen, dass einer einmal nicht so ist, wie alle anderen auch. Das wird letztlich auch sein großer Vorteil sein bei der Wahl, davon bin ich überzeugt.

derStandard.at: Wir werden es sehen. Stört es Sie, dass Sie von manchen immer noch Hojač genannt werden?

Westenthaler: Ach, der alte Hut. Ich war 1984, als ich die Namensänderung durchführte, in der Schule und wollte Profifußballer werden. Erst 1987 bin ich zur FPÖ gegangen. Dass die Namensänderung mit meinem Politikeinstieg drei Jahre später zu tun haben soll, wie manche immer noch behaupten, ist Schwachsinn.

Zwischen meinen Eltern stand eine Trennung im Raum. Ich war auf der Seite meiner Mutter. Dann habe ich ihren Namen angenommen. Übrigens heute völlig normal, man kann sich das heute sogar aussuchen. Damals war das mit Kosten verbunden.

Ein halbes Jahr später haben sich meine Eltern wieder vertragen, da hätte ich den Namen wieder umändern können. Das hätte aber wieder etwas gekostet. War halt nicht so. Es war mir damals wurscht und es ist mir heute wurscht. Wie jemand heißt, ist außer fürs Passwesen völlig irrelevant.

derStandard.at: Sie haben schon einmal Adieu gesagt, waren dann aber wieder da. Jörg Haider hat das sehr oft so gemacht. Schließen Sie eine Wiederkehr in die Politik diesmal aus?

Westenthaler: Ich habe gelernt, im Leben nichts ganz auszuschließen. Ich habe die Zeit zwischen 2002 und 2006 auch ohne Rückfallserscheinungen zur Droge Politik sehr gut überlebt. 2006 hat mich Jörg Haider zum Wieder-Eintritt gebeten, das war eine außerordentliche Situation. Da es diese Situation kein zweites Mal geben wird, schließe ich die Rückkehr jedoch aus. (Rainer Schüller, Marie-Theres Egyed, derStandard.at, 20.11.2012)

Links:

Biographien von Peter Westenthaler auf der Homepage des Parlaments, wikipedia und auf der BZÖ-Seite.

Aktuelles Porträt von Peter Westenthaler im profil.

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der steht doch spätestens in einem halben jahr vorm AMS.

ein vorbestrafter kündigt seinen job. so what? das abschiedsinterview hätte man sich sparen können!

Herr Hojac (für diesen Namen genieren sie sich) geben Sie endlich eine Ruhe und halten Sie für ewig den Mund, damit Österreich endlich von Ihnen erlöst ist.

Gary - endlich weiß ich welcher Gary!

Die Schnecke vom Spongebob! Das heißt dann der Jörg ist der Spongebob und der Petzner der Patrick!

Danke, jetzt hab ichs verstanden!!!

farblich passt die Rolle von Mr Crabs eher zu Petzner

also wenn ich den überhaupt irgendwie genannt habe dann sicher nicht Gary, eher ... - na wuascht, ich hoffe nur, dieser "bin schon weg/bin wieder da"-Epigone hält sich endlich an seinen "diesmal definitiven" Abschied

seit dem die Sonne vom Himmel viel
ist mein Leben komplett trost- und sinnlos.

ich weiß nicht was ich tun soll?
vielleicht geh ich aus der Politik (und kehr dann später wieder zurück)

hm..
oder ...
http://upload.wikimedia.org/wikipedia... ng_SFS.jpg

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ich hätte eine Bitte an alle Jouranilsten: der Herr Westenthaler will nie wieder befragt werden, denn sonst glaubt er, dass er was zu sagen hat

Sie scheinen ein sehr einfach gestricktes Gemüt zu haben. Wenn ich Bilder von Waffen sehe, wird mir übel.

oh wow

ich habe in meinem Posting gestern die Intervieführung kriotisiert und NICHT Herrn Hojac gebasht und hab trotzdem mehr grüne als rote Stricherln bekommen.

Es besteht also noch Grund zur Hoffnung...

Das "Abschiedsinterview"

E N D L I C H !
E N D L I C H !
E N D L I C H !

Mein Gott, eine Pornoszene im ORF - das ganze Land ist schwer traumatisiert! Da gehört sofort der Humer her.

Durch diverse Ex-Haider-Buberln, die den Staat ausraubten und sonst auch schon gar nix leisteten (Was war mei Leistung?), erfolgte freilich eine enorme Verbesserung des allgemeines Seelenzustandes ...

Soooo staatsmännisch...

...würde mich nicht wundern wenn er demnächst bei Stronach als Spitzenkandidat auftaucht. Ich wette sogar drauf. Oh pardon das geht ja nicht. Wetten tut man ja nur auf Pferde oder im Sport. Aber halt !!! War da nicht was mit Stronach und Pferden ....

Würde man in einer Castingshow den dü.msten Politiker suchen,

hätten Westenthaler meiner Ansicht nach gute Chancen.

Gegen den ist HC Strache ein intellektueller Kapazunder.
Was allerdings kein Kunststück ist.

Sie nannten ihn Gary, ich nenne ihn Hojac.

Alleine diese Namensänderung hat schon gezeigt, wessen Geistes Kind der Herr ist. Sein politisches Wirken hat das dann eindrucksvoll untermauert.

schleich dich einfach. danke.

ich kann mich gut daran erinnern, was bernhard görg vor laufender kamera über ihn gesagt hat:
"...und wenn man mich zu westenthaler fragt, sage ich: peter westenthaler ist ein prolet und seine intelligenz habe ich schon bei meiner geburt gehabt".
in diesem interview wirkt er in der tat gereifter, abgeklärter, diplomatischer als er in seinen "jugendjahren" war.

schade

es war wenigstens unterhaltsam, wenn er rednerpult seine show abzog.
der frank könnte den bestimmt brauchen, denn er ist allemal besser als lugar. dessen reden sind zum davonlaufen

Es gibt Leute, die haben Respekt vor dem, was ich in der Politik geleistet habe und dann gibt es Leute, die mich abgrundtief hassen.

Dazwischen gibt es wenig. Irrtum, ich zum Beispiel finde es einfach nur unerträglich wie viel Raum Ihrer lächerlichen Erscheinung zugebilligt wird.

ich zum beispiel verachte ihn

Baba, und fall' net!

Und immer schön an die "Gipfel-Halbmonde" denken!

Herrscht im STANDARD Langeweile?

Der Sager in der TV-Konfrontation mit dem "Zähne ausschneiden" und "Gebisse schnitzen" disqualifiziert den guten Gary!
Wer weiss, wie der über andere Berufe denkt??

Warum man den nicht einfach...

... sang und klanglos verabschiedet. Der war schon zu politischer "Lebzeit" so überflüssig wie Sonnenschutz beim Höhlentauchen.

politisches comeback,demnaechst in der stronach partie.
eigentlich sollte man darauf wetten.

gut kombiniert dackelsepp

ich bin auch der meinung, dass ihn frank stronach nach der wahl ins team holen wird
vorausgesetzt: er tut sich das an

wer

da strohsack oder da hojac?

sie nannten ihn

hojac.... ....und immobilienmakler passt bzgl "ehrlichkeit" perfekt.

Mir ist er auch wurscht.

Seitdem ich ihn nicht tagtäglich im Frühjournal beim Frühstück hören muss, ist er mir wurscht. Er ruhe in Frieden!

Viel Lärm um Nichts

Zuviel der Ehre.

Also ehrlich gesagt ist mir der Kerl wurscht.

Aber als Österreicher muss man schon froh sein, dass er endlich aus dem Parlament verschwindet. Einer der vor Gericht bewußt lügt und einer Falschaussage überführt und verurteilt wird, ist in unserem Parlament ein absolutes NO GO!
Durch die Ansammlung dieser Haiderbuberln, ist unser Parlament sowieso zu einer Spielwiese von sogenannten Strahlemännern verkommen, die weder zwischen mein und dein, noch zwischen wahr und unwahr unterscheiden können!
Gut würde sein, wenn sich diese komische Vereinigung als Ganzes aus dem Parlament verabschieden würde.

Und wer schützt uns jetzt vor Gipfelhalbmonden auf Österreichs majestätischen Berggipfeln?

Wird er das jetzt zusammen mit dem Uwe Scheuch machen?

Weil der will ja auch in die Immobilienbranche wechseln. Eigentlich die logische Konsequenz nach dem Ausstieg ("part of the game" sozusagen) bei DEN Verbindungen.
.
Ich stelle mir die Zwei gerade in einem Büro vor, irgendwie gruselig...
.
Im übrigen würde ich wetten er Hojac hat beim Stronach angerufen, der wollte ihn aber nicht (mehr).

TschAU Gary...

... und Fan der geschliffenen Sprache!

Es ist noch nicht viel kluges gekommen von diesem Herrn,

aber dass die GO der Parlamente entrümpelt und erneuert gehört ist richtig! Ein Legislativdienst im NR ist absolut notwendig, genauso wie ein Recht auf Zwischenfragen und eine Manadat mit Ablaufdatum! Sicher sind diese Ideen niht erdacht von Peter W., aber es wären wichtige Schritte.

Zum Rest des Interviews: Nix Neues beim Peter W.!

Westi als Immobillienmakler kann nicht funktioniern.

Man stelle sich vor, man will sich eine Eigentumswohnung kaufen und Westi taucht als Makler auf.

Da nimmt man seine Beine in die Hand und läuft man schnell davon.

Ich versuche es zum Abschied positiv zu formulieren:

Im Rahmen seiner Möglichkeiten kann man dem Hojac eine gewisse Entwicklung in den letzten Jahren nicht absprechen.

...falscher Artikel...

man sprach ja vor kameras unter seinesgleichen nicht mehr besonders wohlgesonnen über ihn. wahrscheinlich genoss er im letzten jahr bezahltes auslaufen und tschüss. stronach nimmt ihn auch nicht. aber bei wach- und schließgesellschaften suchen die immer leute, die sich gerne wie rambos fühlen möchten. oder in supermärkten brauchen sie männer, die sich unauffällig hinter vermeintliche ladendiebe stellen.

"auf ORF III wurde ein Film gespielt, wo eine Pornoszene gezeigt wurde"

um himmels willen, die apokalypse ist nahe!

aber der jörg durfte nackte kinderhintern plakatieren und öffentlich sagen, dass er kinderschecks "einführen" will.

mein Freude

darüber, daß allmählich alle jene, die mit Jörgl Tiefbraunfürdasvaterland von der Bühne treten, ist groß!
Aber wies ausschaut sympathisiert der Hojac ohnehin schon mit dem ollen Stronach ... wie war das nochmal mit dem Unkraut...
viel Spaß:http://www.youtube.com/watch?v=I8-7r80NvT4

Ofczarek als Häupl ist spitze,

aber Hojac als Westenthaler weltklasse!

besitzt irgendwer einen mitschnitt dieses anrufes im orf ?

die einrichtung in seinem wohnzimmer ist etwas spärlich,
(gestern übersiedelt)
wer von euch hat einen leere Vitrine im Wohnzimmer stehen?

vielleicht findet er auch keine echt österreichische putzfrau und hat deswegen gleich alles ganz leer, quasi staubfrei.

Das Foto ist aus dem Gerichtssaal.

Sein zweites Wohnzimmer sozusagen;-)

Und Tschüß !

besser kann man es eh nicht sagen. alles andere ist zuviel der ehre...

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