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Als Volksschullehrer erlebe ich die momentane Diskussion um die "tägliche Turnstunde" mit sehr gemischten Gefühlen.
Leider werden in unserem Land häufig viele Themen vermischt, woraus oft undurchdachte oder unausgewogene Entscheidungen entstehen.
Weil mir dieses Thema selbst ein großes Anliegen ist, möchte ich dazu einige Fragen und Anmerkungen anbringen.
Im Standard-Interview mit Sportwissenschafterin Sabine Kubesch las ich "Man kann mit Sport die Intelligenz beeinflussen". Diese Untersuchungen gibt es jedoch auch im musikalischen Bereich (H.G. Bastian "Kinder optimal fördern - mit Musik" 2001). Wollen wir deshalb eine tägliche Musikstunde für die Kinder fordern?
Auch zum Theaterspiel im Unterricht gibt es ähnliche Untersuchungen. Aber fordern wir die tägliche Theaterstunde im Unterricht?
Wenn wir - in welcher Schulart auch immer (Gesamtschule, Ganztagsschule,...) - die Kinder eine Stunde zur Bewegung animieren, ist dann der Bewegungsausgleich zum Lesen, Schreiben, Rechnen... gegeben?
Kinder können sich genau so wie Erwachsene nur 20 - 25 Minuten konzentrieren. Da ist eine Turnstunde in der sechsten oder neunten Einheit keine Hilfe. Die Bewegung muss im literarischen Unterricht eingebaut sein.
Ich unterrichte derzeit eine dritte Klasse Volksschule. In dieser Schulstufe sind zwei Turnstunden vorgesehen. Für die drei weiteren Turnstunden, die geplant sind, müssten die Kinder drei Stunden mehr als bisher in der Schule verbringen, da ja meines Wissens keine Stundenkürzungen in anderen Fächern vorgesehen sind. Konkret bedeutet das Mittagspause und Nachmittagsunterricht, also eine eindeutige Tendenz zur Ganztagsschule. Was sagen Eltern, Musikschulen oder Vereine zu dieser Entwicklung?
Bezugnehmend auf einen Vorwurf, der nach den olympischen Sommerspielen an die Lehrer gerichtet wurde, ist mir unklar, wie die tägliche Turnstunde "Olympiasieger" hervorbringen soll. Ich las einige Biografien über erfolgreiche Sportler (z.B., Jan Ulrich, Andre Agassi), die von klein auf wesentlich mehr in den Sport, ob gewollt oder nicht, investierten als die eine tägliche Stunde.
Kinder wollen sich bewegen, Kinder müssen sich bewegen, da dadurch Lernen und Entwicklung unterstützt wird. Aber nicht nur Bewegung und Sport begleiten dieses Wachsen, sondern auch Musik, Theater, die "freie und ungelenkte" Bewegung der Kinder in der Natur, das Spielen mit Freunden und vieles mehr. Bitte vergessen wir in dieser Diskussion nicht darauf! (Leserkommentar, Andreas Dopler, derStandard.at, 20.11.2012)
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Schulleistungen und Gesundheit korrelieren lt. WHO fast 1:1
je höher die Schulstufe, desto mehr Beschwerden, in der Oberstufe sind 60% betroffen - vor allem Sitz-Beschwerden, Müdigkeit, Kopfweh,...
daher: Bewegung zum Aufwachen, Hirndurchbluten, Abhärten am Schulweg;
zum Ausreagieren, sozialen Austausch, frei sein am Nachhauseweg
jede Pause möglichst bewegt (gilt auch für Büroarbeiter!) - nicht nur 20 Minuten netto Bewegung in zu kleinen Turnsäalen. Koordinative Sportarten in der Freizeit oder in Pausen sind gleich viel wert
Schulsport braucht es, da von sich aus 1/3 nicht mal einen Purzelbaum schafft, über jede Schwelle stolpert etc. und für Körperbewußtsein, Sportarten entdecken etc.
Wäre dieser Text als Antwort auf eine Maturafrage verfasst worden, so wäre die Beurteilung höchstwahrscheinlich negativ. (außer vielleicht in Wien)
@ Standard: bezahlt ihr eigentlich für solche Gastkommentare? Weil in der Qualität verfasse ich euch gerne zu allen möglichen Themen welche.
Abgesehen davon, dass die tägliche Turnstunde eher der Fettleibigkeit unserer Kinder zu Leibe rücken soll - was soll es denn sonst sein, oder glauben wir, dass in der 2. Hälfte des 19. Jhdts., als die Schule noch wirklich grausam war, aber trotzdem die größten Geister unserer Gemeinschaft hervorkamen, die tägliche Sportstunde daran Schuld war? - und abgesehen davon, dass die diese Maßnahme im Lichte der unvermeidlichen Ganztagsschule ein plumpes Ablenkmanöver von den überraschend schlechten Ergebnissen unserer VS-Kinder ist, ...
meine twins gehn grad ins 3. gym. von 27 schülern sind die besten 10 ALLE bei einem sportverein: 2 x handball, 3 mal schwimmen, 2 volleyball, 1 badminton, 2 x fußball...
mei bub ging in eine sport-schwerpunktschule. der notenschnitt seiner klasse lag permanent um ca 1,5 bis 2 besser als die "regelklassen" von seinen sportlichen erfolgen erzähl ich dir gern auf nachfrage ;o)
sprich für mich is alles klar!
Hab ja auch geschrieben: Bewegung ist auf jeden Fall gut.
Es hat bei den Leistungen im Schulsport auch eher mit den unterschiedlichen Entwicklungsstufen zu tun:
Die besten Leichtathleten und Turner waren einen Kopf größer als der Rest (manchmal sogar ein Jahr älter... ;o) und vertrottelterweise haben manche depperte Lehrer ernsthaft die Noten nach Sprungweite und Laufzeiten sowie geschafften Übungen auf Reck, Barren und Co. vergeben, außerschulische Sportvereinsaktivitäten dagegen waren diesen Dolmen wurscht, weil zB. Ballsportarten, egal wie gut man war, nicht oder kaum zur Note beitrugen, das war ja nur “spielen“, nicht ernsthaft “turnen“ - ich hoffe, dass sich *das* geändert hat heutzutage, trägt nämlich nicht grade zur Motivation bei.
an der schnöden wirklichkeit ist kein mensch interessiert! schule muss am papier und dem schein nach den höheren ansprüchen der gesellschaft genügen. dient als projektionsfläche für die vielen wünsche und vorstellungen sämtlicher interessensgruppen. was am ende tatsächlich dabei rauskommt ist doch völlig uninteressant. wichtig ist nur, dass alle brav tun, als ob.
vier jahre sollten ausreichen - um besser rechnen, schreiben und lesen zu lernen als dies gegenwärtig gelehrt und praktiziert wird. und in der tat müsste auch genug zeit für kreativunterricht, vielfältigst, zur verfügung stehen.
für jene schülerInnen, die dies nicht schaffen sollten, ist ein fünftes volksschuljahr allemal zielführender.
Wenn man die Unterrichtszeit generell erhöhen will, ist die alleinige Ausweitung nur durch Turnstunden unausgewogen.
Ich bin nur der Meinung die Veranwortung für die Kinder trangen immer noch die Eltern und nicht der Staat.
Ich will keine Schule in der man die Kinder morgens abliefern und abende aholen kann. Und das an sechs Tagen in der Woche.
Die harte Realität ist aber, dass heute beide Elternteile erwerbstätig sein müssen, um über die Runden zu kommen. Die Gesellschaft hat sich außerdem seit den 50er-Jahren weiterentwickelt und es ist das gute Recht eines jeden gut Ausgebildeten, sich in seiner Profession einigermaßen verwirklichen zu können. Kinder haben zu können, muss eine Selbstverständlichkeit sein und es ist die verdammte Aufgabe dieser Gesellschaft, dafür Rahmenbedingungen herzustellen. Ansonsten wird sie leider binnen kurzer Zeit untergehen.
Kinder sind Teil unseres Lebens und wenn man sich zwischen Beruf oder Kindern entscheiden muss, dann läuft hier etwas gewaltig schief.
Wenn ich viel zu lernen habe, dann spiele ich sehr gerne Gitarre in den Lernpausen. mMn wird so ein vollkommen anderer Bereich des Gehirns in Anspruch genommen als der, der zum Lernen verwendet wird. So kann man das gelernte optimal verarbeiten.
Ich bilde mir zumindest einen Unterscheid ein.
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