Nahost: Weiter warten auf Waffenstillstand

Ben Segenreich
21. November 2012, 08:22

Hoffnung auf eine Feuerpause ab Dienstagabend hat sich vorerst zerschlagen - US-Außenministerin Clinton in Israel eingetroffen

Kairo / Tel Aviv - Während in Kairo um die Bedingungen für einen Waffenstillstand gefeilscht wurde und die Räder der Diplomatie sich immer schneller drehten, schien ein Einmarsch israelischer Bodentruppen in den Gazastreifen vorläufig unwahrscheinlich - schon deswegen, weil sich nach UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der am Dienstag in Jerusalem eintraf, überraschend auch US-Außenministerin Hillary Clinton angesagt hatte. Die Israelis registrierten mit Befriedigung weiterhin relativ großes Verständnis der USA und der EU für ihre "Operation Wolkensäule" - doch es war klar, dass rollende Panzer und blutige Bodengefechte das politische Bild völlig verändern würden.

"Israel hat legitime Sicherheitsbedürfnisse", hatte Ban vor der Presse in Kairo gesagt. Dienstagnachmittag zitierte die ägyptische Nachrichtenagentur Mena Präsident Mohammed Morsi mit der Aussage, die Bemühungen um einen Waffenstillstand würden "in den nächsten Stunden positive Ergebnisse produzieren". Etwa zur gleichen Zeit sollten arabische Außenminister und ihr türkischer Amtskollege Ahmet Davutoglu durch den ägyptischen Übergang bei Rafah in den Gazastreifen einreisen, um "Solidarität" zu zeigen.

In Israel tagte das neunköpfige Sicherheitskabinett, in Kairo warteten Funktionäre der Hamas und ihrer kleineren Schwesterorganisation Islamischer Jihad auf eine Antwort. Jihad-Chef Ramadan Abdallah Shallakh bestätigte gegenüber arabischen Fernsehstationen, dass ägyptische Vermittler zwischen den beiden Seiten Vorschläge hin- und hertrugen: " Unsere ägyptischen Brüder unternehmen große Anstrengungen, wir stehen noch mitten in dem Prozess." Dienstag wollte dieser nicht zu Ende kommen.

Beidseitige Bedingungen

Die Israelis wollten eine sofortige Waffenruhe, auf die nach frühestens 24 Stunden militärische und politische Vereinbarungen folgen sollten, während die Palästinenser alles zeitlich verknüpfen und auf keine Bedingungen eingehen wollten. Im Inhalt sollen die Palästinenser unter anderem die Öffnung von Landübergängen in den Gazastreifen, die Lockerung der Seeblockade und das Ende der "gezielten Tötungen" von Führungsfiguren verlangen.

Zu derartigen Zugeständnissen können die Israelis sich nur schwer durchringen, weil die Hamas sie als "Sieg" verkaufen würde. Israel sucht seinerseits Garantien dafür, dass das Raketenfeuer aus dem Gazastreifen auf Jahre hinaus aufhört. Die Entscheidung zwischen einer Bodenoffensive und einem Waffenstillstand galt als offen. Gegenüber Ban Ki-moon erklärte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, Israel sei zu einer langfristigen Lösung für Gaza bereit.

Der Schlagabtausch ging indessen im gleichen Stil weiter wie zuvor, die Zahl der todesopfer stieg auf beiden Seiten weiter an. Die israelische Armee teilte mit, sie habe aus der Luft und mit Artilleriewaffen palästinensische Kommandos, Raketenwerfer, Waffenlager und "Verstecke von hochrangigen Terroraktivisten" angegriffen. Die Palästinenser meldeten 16 Tote, darunter auch Kinder, die israelische Armee ein viertes Todesopfer. Auf Israel wurden mehr als 100 Raketen abgeschossen. Zwei davon waren auf Jerusalem gerichtet, sie landeten aber in offenem Gelände im Westjordanland.

Mit dem Fortdauern der Feindseligkeiten stellte sich in Israel die Frage, ob die auf den 22. Jänner angesetzten Parlamentswahlen verschoben werden müssen. Netanjahus Likud-Partei wollte schon am kommenden Dienstag interne Vorwahlen abhalten, die laut Umfragen auf Platz zwei liegende Arbeiterpartei plant ihre Primaries für den 29. November. Müssen die Vorwahlen abgesagt werden, können die Kandidatenlisten kaum mehr fristgerecht eingereicht werden. (Ben Segenreich, DER STANDARD, 21.11.2012)

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wie man hier in diesem forum sieht

ist eine ernsthafte und distanzierte diskussion über ein äußerst wichtiges thema nicht wirklich möglich.

offensichtlich wird jeglicher versuch, das thema mit all seinen phasetten (sprich beide seiten) darzustellen sinnlos, es entsteht der eindruck, dass jeglicher diskussionsbeitrag, der auch die palästinenser-extremisten verurteilt oder zumindest deren machenschaften hinterfragt sofort in rotstricherl orgien durch deren offensichtlichen sympatisanten abgestraft wird.

freunde, es geht hier nicht um moslems oder juden, auf beiden seiten sind die ganz normalen menschen die leidtragenden, wie in jedem krieg. die zündler (zionisten oder hamas) sind eh in sicherheit und verstecken sich in schulen, krankenhäusern und kindergärten. feiges pack.

Zur geflissentlichen Kenntnisnahme:

http://orf.at/#/stories/2152200/
Bombenanschlag in Tel Aviv

Friedensverhandler sehen in Gaza so aus:

http://1.bp.blogspot.com/-wPfYpbRZ... imes+5.png

Witzig wenn man sich auf die Genfer Konvention beruft, aber selbst alle UN-Resolutionen ignoriert.

Grauslich anzusehen was die Hamas macht. Unentschuldbar. Fast so schlimm was unsere verbündeten Rebellen in Syrien machen.

Im Grunde genommen aber ein typisches Propagandabild, welches die durch Raketenangriffe der Israelis getöteten Kinder legitimieren soll.

???

Sie werden jetzt nicht von der Hamas kalkulierte Kollateralschäden mit gelynchten P. gleichsetzten wollen.

Dr Mahathir Mohamad, ehemaliger Premierminister Indonesiens

"Arabs lack the discipline and organisational skills needed to plan and carry out detailed attacks such as the Sept 11 tragedy, former prime minister Tun Dr Mahathir Mohamad said today."

Na wenn das kein Beweis ist. Mohammed ist übrigens wie der FS3 davon überzeugt, dass es die Juden waren.

"I can imagine trained operatives like those in the Central Intelligence Agency (USA) or Mossad (Israel) planning and executing this complex operation, but I cannot imagine an Arab like Osama bin Laden planning and directing this sophisticated aerial attacks from some remote place in Afghanistan," he said."

http://www.thesundaily.my/news/544771

erschütternd, wie sich die stimmung seit ein paar jahren verändert hat

es ist nicht nur bei einigen postings zu bemerken, sondern auch im strassenverkehr, bei ganz normalen zwischenmenschlichen begegnungen, dass in österreich die stimmung so ins negative schlägt. radikale positionen werden bezogen, verteidigung aus israelischer sicht wird als angriffsakt interpretiert, antisemitismus wird plötzlich wieder salonfähig, weil die juden offenbar an allem schuld sind. an der weltwirtschaftskrise, die hungernden in afrika und an den selbstmordattentate von palästinensern in den vergangenen 20 jahren sind sie auch schuld.

erschreckend ist vielmehr, dass die verhetzungspolitik der FPÖ in österreich früchte getragen hat und ein allgemeines "agressionsklima" entstanden ist, welches aber jeglicher grundlage entbehrt.

allein das wort FPÖ hat schon drei rote stricherl gebracht, :)))

Der latente und omnipraesente antisemitismus in oesterreich ist aber wirklich nichts neues, vielleicht faellt es ihnen in letzter zeit mehr auf. Was neu ist, ist dass die selbsternannten elitaeren und intellektuellen linken, die den grossteil der standardposter ausmachen, so willig mit den rechten kooperieren und ihren Antisemitismus offen zur schau stellen. Meist hinter dem durchsichtigen Deckmantel 'extremen Zionismus' zu kritisieren, oder die unterdrückten palaestinenser zu verteidigen. peinlich und grauslich, aber mit langer tradition in Österreich.

Also ich bin aktuell von Herrn Barenboim, dem weltberühmten Dirigenten, verhetzt

Er meinte vor vier Tagen im Radio, dass ursprünglich nur 15 % Juden in Palästina lebten und die Zionisten den restlichen 85 % step by step den Staat Israel auf' Auge drückten.
Aus der israelischen Unabhängigkeitserklärung:
Er (der Staat Israel) wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Isra... %C3%A4rung
Vor einem gemeinsamen gleichberechtigten Leben in dem Gebiet, das Israel seit nun schon 45 Jahren beherrscht, kann man aber nur träumen. Die herrschenden politische Kräfte Israels husten auf die eigene Unabhängigkeitserklärung. Für sie sind Araber nicht gleichwertige Menschen.

Besuchen Sie einmal Haifa, dann werden Sie sehen, wie ein Zusammenleben funktionieren kann. Ein schönes Beispiel sind die Märkte dort, es lohnt sich auch, die dortigen Universitäten zu besuchen.
Die Palästinenser sehen sich allerdings nicht als Israelis und haben ja nach wie vor im Programm, den Staat Israel auszulöschen. Dass das das Zusammenleben fast unmöglich macht, sollte niemand verwundern.

Den jüdischen Kronzeugen haben sie immer schön bei der Hand

Nur blöd, dass das nicht in andere Richtung gilt.

???

Sie haben als einzige neben den Jordaniern den verbliebenen P. den Pass gegeben?

arme Irren

...habe soeben eine Graphik gesehen, wie systematisch Israelis seit 1946 den Arabern das Land mit Gewalt entrissen hat und die Bevölkerung in Mini Streifen (Gaza) zusammengepfercht hat....und da wundert sich Israel warum ihnen soviel Hass entgegen kommt ?...leider befinden sich beide Seiten auf keiner hohen Bewußtseinsstufe und glauben noch immer mit Gewalt Frieden herstellen zu können...wenn man über Israel ein Dach spannt, hat man eine geschlossene Anstalt...ein Segen für die Welt, wenn die dort nicht mehr raus könnten !!!

Geschichte lernen

Die Gebietsverluste der Araber sind die Folge der verlorenen Angriffskriege (1948, 1967) gegen Israel.
Hätten die Araber den Teilungsbeschluss der UNO für Palästina von 1947 angenommen (wie es Israel tat), dann gäbe es heute eine 2-Staatenlösung und Frieden. Hätten die damaligen Angreifer die Kriege gewonnen, dann gäbe es heute nur ein Palästina und das ohne Juden. Zum Glück verlieren aber manchmal auch die Aggressoren.

Lernen'S doch Geschichte!

.. und schaun'S einmal, wer da welche Kriege begonnen - und prompt verloren hat.

'Entrissen'? Ist Ihnen denn irgendwann zu Bewusstsein gekommen, dass die Staatsgründung Israels 1947 von der UNO beschlossen worden ist und ein 'Teilungsplan' das friedliche Zusammenleben von Arabern (= Palästinensern) und Juden in einem gemeinsamen Staat regelte?

Wissen Sie denn, was sieben arab. Staaten und dem ex-SS-Divisions-Kommandeur Amin al-Husseini 1948 dazu eingefallen ist? Kriegserklärung gegen Israel! Ja, Pech gehabt, Krieg verloren.

Wenn man nicht nur einen Krieg verliert, dann kann man nicht wie ein Sieger auftreten, sondern muss sich eben die Bedingungen diktieren lassen. Fragen Sie mal in Berlin nach, wie das so ist!

antisemitismus ist offensichtlich wieder "in"

falls sie wirklich an fakten interessiert wären, würden sie nicht solchen schwachsinn von sich geben. die fundis auf beiden seiten sind für die eskalation verantwortlich. aber wenn mein nachbar jeden zweiten tag bei mir vorbeischaut und mich oder meine familie nicht nur bedroht sondern auch tätlich angreift, dann muss er damit rechnen dass wir uns wehren werden.

und nur so nebenbei, als palästina zu ägypten gehörte wurde den palästinensern die ägyptische staatsbürgerschaft auch verwehrt. weshalb wohl? das heutige jordanien ist eigentlich das heimatland der palästinenser und dort leben auch über 70% von ihnen.

ich bin absolut für eine friedliche lösung, aber was die muslimbrüder (hamas) im namen anderer provozieren ist schwerste zündelei.

rotstricherl orgien von "palästina"-anhängern

ich bin weder für den einen noch gegen den anderen. ich bin für fakten. ich ergreife mit meinem posting nicht partei, sondern sehe nur, dass es eben keine einfache situation ist und damit keine einfache lösung möglich wird.

und, jegliche form von extremismus ist mir suspekt, da sie dazu neigen andere meinungen nicht mehr zuzulassen, wie hier die roten stricherl beweisen.

aber danke, als attantion-whore ist mir das sehr recht.

sehr(!) richtig

Wenn sie ihre Fakten checken würden

müssten sie nicht Israel immer dafür verantwortlich machen, dass sie es nicht mögen.

http://thinktankboy.wordpress.com/f-rubrike... zionisten/

Vor 1948 gab es kein Israel sondern nur einige Jüdische Siedlungen.
Jetzt ist Israel überall dort wo vorher Palästina war.

Wer ausser Israel ist denn dafür verantwortlich?

http://de.wikipedia.org/wiki/UN-T... C3%A4stina

Das Land wurde erobert und die Israelis meinen dass es deshalb ihnen gehört. Dass das viele Arabische Staaten nicht so sehen ist verständlich.
Das Palästinensische Volk wurde vertrieben.
Zur Zeit der Teilungsresolution für Palästina im Jahr 1947 bildeten die Araber die Mehrheit im westlichen Palästina - das Verhältnis betrug 1,2 Millionen Araber zu 600000 Juden. Nur in dem Gebiet, das den Juden zugewiesen worden war, und in Jerusalem, gab es eine jüdische Mehrheit.

Komisch. Warum blenden Sie aus, dass sieben arabische Staaten 1948, am Tag der von der UNO beschlossenen Staatsgründung Israels, dass diese sieben arabischen Staaten den Krieg erklärten??

Die haben nix verhandelt, die haben geschossen.

Weil sie glaubten, die Stärkeren zu sein und UNO-Resolutionen, Teilungspläne und all den schnickschnack nicht anerkennen zu müssen. Jetzt, nach drei verlorenen Kriegen, noch immer das grosse Jammern und das grosse Ausblenden der Fakten - wie hier bei Ihnen!

falsch

..ich mag generell keine Fundamentalisten, die sich gegenseitig den Schädel einschlagen, weil sie glauben ein geheiligtes Volk zu sein !

Sorry!

Wer so etwas behauptet, hat vom Zionismus absolut keine Ahnung.

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