Autorisierung von Interviews: "Irrwitziges Umschreiben" und (schlechte) Erlebnisse

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Aus der Praxis:

A trifft B, A interviewt B, das Interview soll in einem Printmedium erscheinen.

A kommt mit einer Mitschrift und einem Soundfile zurück, muss das Gespräch transkribieren, kürzen und redigieren. Das ist so, geht nicht anders.

Wenn A ein seriöser Journalist ist, wird er B die Endfassung vorlegen.
Aber NICHT, damit B erkennt, dass er auf Frage x, y und z einen Blödsinn geantwortet hat, und das rückgängig zu machen versucht.
Sondern NUR, damit B eine vielleicht missverstandene oder durch die Kürzung entstellte Aussage richtigstellen kann.

Ist B ein seriöser Interviewpartner, wird er nicht mehr tun als genau das. A wird das respektieren.

Versucht B mehr als das, wird A die "Korrekturen" hoffentlich ignorieren – oder im Artikel dokumentieren.

Na ja, sowas ist in anderen Bereich schon auch üblich. Z,B. Besuch in einem Autowerk in Japan. Fragen mußten vorab schriftlich formuliert werden. Später wurden nur diese beantwortet und keine andere.

- rau -
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20.11.2012, 13:09
Zu wenig beachteter Aspekt:

Kontrollwahn, der aus dem Stronach-Formular spricht, ist auch bei Sekten (Scientology) üblich.

Kontrollwahn ist eine globale Seuche

Oder wie sonst koennten selbst die emails des CIA Direktors vom FBI gelesen werden?
Hat nichts mit Verschwoerungstheorien zu tun.

Interessante Argumente - auch solche, die pro Autorisierung sind. Aber:

Ich bin noch immer nicht von der Notwendigkeit von Autorisierungen überzeugt.
Ein Journalist sollte seine Arbeit gut machen, das ist ihm zuzumuten.
Wenn etwas Gravierendes nicht stimmt, gibt es ja rechtliche Möglichkeiten. Ich glaube nicht, dass Medien gerne juristische Probleme haben möchten, und auch nicht, dass ein Journalist gerne wegen schwerer Fehler für ungewollte Aufmerksamkeit sorgt.
Auch kann ein Interviewter selbst das Interview mitschneiden, da hat er dann Material.
Generell: Wer Profi ist und interviewt wird, sollte schon halbwegs in der Lage sein, zu kontrollieren, was er wie sagt.
Verlangen eigentlich Schauspieler oder Regisseure, die bei Filmfestivals oder Premieren Interviews geben, auch Autorisierungen?

das machen deutsche möchtegern-celebritäten und die sie wie ein kometenschweif begleitenden agentur-prada-mu***is.

us-stars nicht - die vertrauen darauf, dass hier profi auf profi trifft.

Vergiss die rechtlichen Möglichkeiten - rede mal mit Opfern von Krone Kampagnen

Da weißt gar nicht mehr welche Falsch- oder Halbinformation du zitieren sollst und dein Anwalt schüttelt den Kopf und erklärt dir dass das alles keinen Sinn hat aufgrund der "Medienfreiheit".

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