SP-Bürgermeister von Landeck starb bei Bergtour

Konsenspolitiker Engelbert Stenico stürzte 200 Meter ab; schwierige Nachfolgefrage im Gemeinderat

Landeck - Am Montagmorgen war es nach intensiver Suche durch Bergrettung, Alpinpolizei und Feuerwehr traurige Gewissheit: Engelbert Stenico, langjähriger Bürgermeister von Landeck, ist bei einer Bergtour tödlich verunglückt. Der 56-jährige SP-Politiker hatte sich am Sonntag um 11 Uhr allein auf den Weg ins Stanzertal gemacht. Schon eineinhalb Stunden später war sein Handy nicht mehr aktiv, wie die ersten Untersuchungen ergeben haben. Der erfahrene Bergsportler dürfte beim steilen Anstieg zur Ansbacher Hütte mehr als 200 Meter abgestürzt sein. Fremdverschulden wird ausgeschlossen.

Engelbert Stenico war verheiratet und Vater von drei Kindern. 1998 wurde er Bürgermeister der Bezirkshauptstadt Landeck. Stenico galt als engagierter Sozial- und Konsenspolitiker. Bundesweit erntete er Anerkennung, als er kurz vor der Gemeindewahl 2004 die Errichtung eines Asylwerberheimes ermöglichte. Engelbert Stenicos Politik zollten Landeshauptmann Günther Platter (VP) und SP-Landeschef Gerhard Reheis in einer gemeinsamen Aussendung Respekt. Durch seine "ruhige und besonnene Art" habe Stenico Wertschätzung über die Parteigrenzen hinweg erhalten.

Leicht hatte es Stenico seit der Gemeindewahl 2010 nicht. Die SP verlor die Mehrheit, Stenico musste mit einem Patt von Rot und Schwarz und der Kooperation von VP und FP bei umstrittenen Projekten zurechtkommen. Der Bürgermeister habe die Machtspiele im Gemeinderat immer wieder ausgeglichen, sagte Ahmet Demir, Gemeinderat der Grünen zum Standard, " es wird schwer sein, einen Nachfolger zu finden, der das auch kann". Bis zur Neuwahl, vermutlich Anfang 2013, führt Vizebürgermeister Herbert Mayer (VP) die Geschäfte. (jub, DER STANDARD, 20.11.2012)

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