Slowakische Euro ganz ohne Heiligenschein

  • Das Staatswappen geht, Heiligenscheine dagegen nicht.
    foto: widimedia

    Das Staatswappen geht, Heiligenscheine dagegen nicht.

Die Slowakei muss auf die Heiligenscheine seiner beiden Nationalheiligen Kyrill und Method auf neuen Münzen verzichten

Bratislava - Das Eurozonenmitglied Slowakei muss auf die Heiligenscheine seiner beiden Nationalheiligen Kyrill und Method auf seinen neuen Zwei-Euro-Münzen verzichten. Die Sprecherin der slowakischen Nationalbank, Jana Kovacova, sagte am Montag, die EU-Kommission und einige EU-Mitgliedsstaaten hätten die Slowakei im Namen des "Prinzips der religiösen Neutralität" gebeten, den Entwurf der Münze entsprechend zu verändern.

"Wir glauben, dass die endgültige Münze eine würdige Kombination von staatlichem und christlichem Symbol sein wird", fügte die Sprecherin hinzu. Damit spielte sie auf das byzantinische Doppelkreuz an, das auch im Staatswappen der Slowakei enthalten ist.

Die neue Münze wird aus Anlass der Ankunft von Kyrill und Method vor 1150 Jahren auf dem heutigen slowakischen Staatsgebiet geprägt. Die beiden in Thessaloniki geborenen Brüder waren als christliche Missionare im slawischen Raum tätig und übersetzten die Bibel ins Altkirchenslawische. (APA, 19.11.2012)

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die slowenen dürfen den fürstenstein haben, da dachte ich mir, bei den münzen ist die freiheit und toleranz gross.

aber ein heiligenschein ist verboten??
das wäre meiner meinung nach eine innerslowakische frage, aber keine internationale!!

Ich find's immer wieder interessant wie die Völker sich ihre "Nationalitäten" zusammenbasteln.

Da werden irgendwelche historischen Persönlichkeiten aus der Geschichte gerissen und der eigenen "großartigen" Vergangenheit zugedichtet um sie noch größer erscheinen zu lassen.

Gerade die "Slawenapostel" sind ein gutes Beispiel für soetwas.

Da kann ein gewisser Kyril (eigentlich Konstantin), in Saloniki geboren und in Rom gestorben, angeblicher Erfinder der kyrillischen Schrift (die in der Slowakei nicht verwendet wird) und als Missionar zwischen Ukraine, Irak und ganz Südosteuropa unterwegs, schonmal zum Nationalheiligen der Slowakei werden.

Und dann gibt's noch Leute die soetwas ernsthaft glauben....

Ja, da haben Sie völlig recht.
Und je größer der Schwachsinn, desto religiöser muss die Geschichte sein, dann finden sich immer noch genug Dumme die das glauben. Besonders lustige fallen sogar auf die Knie und meinen, man könne von diesen längst verstorbenen Personen noch Hilfe erbeten.

Die beiden Herren haben in die damalige Slowakei die erste Schrift gebracht, das erste BGB und Strafgesetzbuch erstellt, die Bibel übersetzt usw.. Die Sprache der Übersetzungen ist Alstkirchenslawisch, allerdings zum Teil mit klaren Elementen des damals in der Slowakei gesprochenen Dialekts. Es behauptet keiner, dass die beiden Slowaken waren, und sie werden auch nicht als solche verehrt, aber werden trotzdem (aufgrund dessen, was ich oben genannt habe) geehrt. Eine modernere und wissenschaftlichere Personenverehrung kann man sich also kaum vorstellen. Aber wenn man, wie du, jeden ungarischen Müll, den man liest glaubt, ohne die Fakten zu kennen, gleichzeitig aber vorgibt gegen Nationalisten zu sein, ist es halt schwer zu diskutieren.

Korr.: die erste eigene Schrift

Damit es klarer wird: Die Vorfahren der Slowaken sind dafür verantwortlich (einer von Ihnen, hat die Mission der beiden nämlich direkt veranlasst), dass die Bulgaren, Serben, Russen, Ukrainer usw. genau die Schrift haben, die sie haben. Das alleine wäre Anlass genug für eine Verehrung, wenn man schon jd. verehren will.

Nationalitäten sind eine Erfindung des 18.- 19. jahrhunderts und haben als solche davor einfach nicht existiert.

Es gab vielleicht gewisse Gruppen die eine gewisse Sprache gesprochen oder sogar geschrieben haben, aber die hatten kein modernes "Nationalbewusstsein", sondern viel eher ein "Klassenbewusstsein".

So waren die Bauern halt Bauern, und die Adelige Adelige, egal was sie sprachen. Es lebten auch Bauern mit unterschiedlichsten Muttersprachen (die übrigens meist nicht kodifiziert und standardisiert waren) in den Dörfern, oder in benachbarten Dörfern ganz friedlich zusammen, bis im 19. Jhdt. das Bürgertum die Idee hatte die Nationalitäten gegeneinander aufzuhetzen und ihnen den Wahn der "Nation" in den Kopf setze.

Das ist falsch. MODERNE NatIONEN gibt es seit dem 18. Jh., Nationalitäten, Nationalismus usw. gab es bereits im Römischen Reich und im Königreich Ungarn waren die Nationalitäten besonders sichtbar, da oft 3 nebeneinander leben mussten und dauernd im Streit usw. waren. Slowakischer Nationalismus ist z.B. seit dem 16. Jahrundert belegt ("unsere slowakische Nation" (nácia) - das sind wörtlich die Worte damaliger Eliten in Gedichten usw.), die slowakische National"ität" gibt es seit es die slowakische Sprache gibt, d.h. spätestens seit dem 11. Jh. Das alles kannst im der marxistischen kommunistischen akademischen Geschichte der Slowakei nachlesen (die Interpretation hat also mit Nationalismus nichts zu tun). Von neueren Texten ganz zu schweigen

Das alles hat aber mit dem Thema hier nichts zu tun, da ja (wie gesagt) keiner behauptet und auch nie behauptet hat, dass die beiden als ethnische Slowaken verehrt werden.

Die Slowaken verfluchen den Euro

Sie waren damals geblendet und wollten in den Club der Ausgelesenen kommen und haben es zu ihren Leidwesen geschafft. Jetzt bereuen sie fürchterlich die frühen Ambitionen und schauen neidisch auf den Forint, die Krona und den Zloty.
Wenn man all das damals gewusst hätte was man jetzt weiss! Naja, das mit den Griechen haben Sie schon gewusst, aber dass es so schlimm eskalieren wird nicht.

ich habe gestern auch ein buch ausgelesen.

sehen komischerweise jene Slowaken die ich kenne ganz anders.

Wie kommt? Leben Sie in einem sehr speziellen und sehr abgelegenen Ökosystem?

vor allem der forint ist echtes hartgeld ...

Also nix fir unguad, aber Ihre Postings werden auch immer bloeder....

Niemand verflucht in der Slowakei den Euro, der Staat hat Mrd gespart da die Staatsschulden nun mit billigen Krediten bedient werden, die Nationalbank auch, seither nie mehr Verlust gemacht!
Und erst jene Slowaken, die man in Movar in Ungarn beim Shoppen sieht, wie hinterhaeltig, grinsend sie doch die armen abgewerteten Ungarn fragen: Nehmen Sie auch Euro ?
Die Slowaken wissen schon, ihr Euro ist im Ausland immer 100% wert. Die Brueder in Tschechien, werden hingegen schon in Budapest mit 7% Wechselgebuehr abgecasht. Gell ja Herr Klaus, selber schuld!

Die Slowakei hat sehr geringe Staatsverschuldung

Ein etwas höherer Prozentsatz bei den Zinsen würde das Budget nicht sprengen. Welchen Zinssatz der Markt verlangt ist hauptsächlich von der Rating und den Wirtschaftsdaten abhängig.
Eine Wirtschaft mit einer eigenen Währung ist leichter steuerbar. Polen und die Tschechei sind ein gutes Beispiel dafür. Ungarn würde mit Euro jetzt bedeutend schlechter ausschauen. Der Forint hat die Torheiten der Regierung etwas abfedern können.
Es ist ziemlich unbedeutend wenn jemand bei einem Städteurlaub 7% Wechselgebühren zahlen muss.
Bei der heutigen EDV sind Wechselkursschwankungen in der Verwaltung leicht zu handhaben. Exporte und Importe werden in Hartwährungen abgewickelt. Für Importe kann man Foreward Exchange Cover als Unternehmer kaufen.

Aber gerade diese Wechselkursschwankungen haben sich mit dem Euro erledigt.
Und die eigenen Wirtschaft, das ist bei den EU-Mitgliedsländern inzwischen die gesamte EU. Da ist eine gemeinsame Währung schon sinnvoll.

Sind sie gerade vom Branntweiner zurückgekommen ?

Aber ihr Nick sagt auch schon einiges über ihre geistige Haltung bzw. Verfassung !

T.L.

Der heilige Euro

duldet keine anderen Heiligen neben sich.

Geht's dann auch dem "GOD * ZIJ * MET * ONS *" auf den niederländischen 2-Euro-Münzen an den Kragen?

eine berechtigte frage. mir kommt vor, mit osteuropa geht man bei vielen dingen oft strenger um als mit westeuropa.

Ein von der Nazi Zeit abgekupferter Entwurf, wuerde auch in Deutschland und in Oesterreich nichtv durchgehen.
Zuerst genau informieren, was "wirklich" los war, dann erst posten!

Ich finde, dass man ruhig mal auch so posten kann. Leute, die sich in der Sache dann wirklich auskennen, werden die Meinung dann durch Faktenwissen und entsprechende Quellen wohlwollend kommentieren und korrigieren.

Dementsprechend ersuche ich Sie höflich um Ihre fundierte Fachmeinung.

lg mensch

Finden Sie nicht d es Aufgabe der Reporter ist, oder der APA, Sie ueber die wahren Hintergruende der Ablehnung zu informieren ?
Der erste Entwurf war mit dem Heiligenschein aehnlich der 20 KS Muenze aus dem Jahr 1941 der Ersten Slowakischen Republik, ein Satelliten Staat u Verbuendeter des nationalsozialistischen Deutschland.
Uebrigens gibt es bereits Euro Muenzen mit Heiligenschein: Vatikan 2008, Cooperatores Veritatis, Slowakei 2011 Erbe Trnava, u Christliche auch Juedische Motive gibt es eine Menge.
Soweit die Fakten.

Danke für die Fakten!

Mit Links wär´s noch geiler, aber ich glaub´s Ihnen auch so.

lg mensch

Sie koennen ja gerne bei der Presseabteilung der Slowakischen Nationalbank anrufen:
Tel: 421 2 5787 2142
Konfrontieren Sie diese mit der Tatsache d der Erstentwurf eine gewisse Aehnlichkeit mit der 20 KS Muenze aus 1941, also aus der Nazizeit hatte.
D offizielle Statement koennen Sie auf der Homepage der nbs.sk nachlesen. Viele Worte, wenig Information aber eine tolle Werbung fuer Slowakische Euro Muenzen. Im uebrigen ist die Auflage bereits Ausverkauft. Bestellungen richten Sie an den Grosshandel! LG

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