Scharfe Kritik an Obamas Favoritin für das Außenministerium

Republikaner werfen Susan Rice vor, Hintergründe des Bengasi-Anschlags vertuscht zu haben

Washington - Die amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, rückt zunehmend in den Mittelpunkt der Diskussionen um die Nachfolge von Hillary Clinton als amerikanische Außenministerin. Präsident Barack Obama soll sie für den Posten favorisieren, republikanische Abgeordnete üben dagegen heftige Kritik. Grund ist ihre Reaktion auf den Anschlag gegen das US-Konsulat im libyschen Bengasi.

Einige Tage nach dem Angriff von Anfang September, bei dem vier Amerikaner, darunter US-Botschafter Chris Stevens, starben, war Rice in mehreren Nachrichtensendungen aufgetreten. Sie vertrat dabei den Standpunkt, es habe sich bei den Ausschreitungen um einen "spontanen" Protest gegen das Schmähvideo Innocence of the Muslims, und nicht um einen geplanten Terrorangriff gehandelt - wie sich herausstellen sollte, eine Fehlinformation.

Vorwurf der Vertuschung

Republikanische Abgeordnete, darunter der ehemalige Präsidentschaftskandidat John McCain, werfen ihr vor, sie habe wegen des Präsidentschaftswahlkampfs bewusst die Hintergründe des Angriffs verschleiert. Sie fordern Rice auf, vor den Geheimdienstausschüssen von Senat und Repräsentantenhaus auszusagen, die sich mit dem Thema befassen.

Präsident Obama verteidigte Rice dagegen vergangene Woche bei einer Pressekonferenz gegen die Vorwürfe - sie sei bei den Auftritten lediglich den Informationen gefolgt, die ihr der Geheimdienst vorgelegt habe. (mesc, DER STANDARD, 20.11.2012)

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