Uganda will Homosexuelle hart bestrafen

  • Homosexualität ist in Uganda als "abnorm" verschrien. Trotzdem wagten sich Lesben und Schwule am 4. August in Kampala zum "Uganda Gay Pride March" auf die Straße.
    foto: epa/rachel adams

    Homosexualität ist in Uganda als "abnorm" verschrien. Trotzdem wagten sich Lesben und Schwule am 4. August in Kampala zum "Uganda Gay Pride March" auf die Straße.

90 Prozent der Bevölkerung für Gesetz , das homosexuelle Praktiken unter lebenslange Haftstrafe stellt

„Restaurant Ram" und „Local Food" steht auf dem Schild, manche nennen das Lokal aber einfach die „Insel". Es liegt mitten in Downtown Kampala, Ugandas Hauptstadt, unter der Wocher wird hier Fleisch gegrillt für die Angestellten der Banken und der EU-Vertretung, die gleich gegenüber ihren Sitz hat. Am Sonntagabend bleibt das Restaurant geschlossen: Dann sperrt hier Ugandas einziger Club für Homosexuelle auf. 

Wer hierher kommt, könnte noch meinen, dass Homosexualität völlig akzeptiert ist in Uganda. Das Lokal ist nicht versteckt, es wird nicht bewacht, schon auf der Straßedavor und auf dem Parkplatz tummeln sich die Gäste. Drinnen dröhnt meist afrikanischer Rap aus den Boxen, das Publikum ist jung und bunt, die Stimmung völlig entspannt. Ein Bursche mit bunt gestreiftem Pollunder, Caprihose und roter Sonnenbrille tanzt mit seinem Freund den Rubba Dubbin, ein Tanz, der sehr deutlich aussieht wie Sex von hinten nur mit Gewand, zwei Mädchen mit Sommerkleidern und Rastazöpfen schmiegen sich romantisch aneinander. An der Bar diskutiert eine Frau in Armyhotpants und sonst nicht viel mit einem Mann, der angezogen ist wie Muamar Gadaffi. 

"Homosexuelle Propaganda"

Das Land gehörte bisher zu den liberaleren in Subsahara-Afrika, was bedeutet, das Homosexuelle nicht gelyncht, sondern nur verprügelt und verstossen wurden. Wer mutig war, der konnte sogar öffentlich darüber reden, schwul zu sein, es gibt 17 NGOs, die sich offiziell um Homosexuellenrechte kümmern Doch damit könnte es bald vorbei sein - genauso wie mit den Parties im Ram.

Am Dienstag will Ugandas Parlament über jenes Gesetz abstimmen, dass als „Kill the Gays Bill" internationale Berühmtheit erlangt hat. „Anti Homosexuality Bill" heißt es offiziell. Unter Strafe gestellt werden sollen „Homosexuelle Propaganda", Sex mit Minderjährigen und wiederholter homosexueller Sex unter Erwachsenen, in einer ursprünglichen Version war für besonders schwere Fälle die Todesstrafe vorgesehen. Nach internationalen Protesten wurde es entschärft, nun ist dafür lebenslange Haft vorgesehen. Seit 2009 wurde das Gesetz bereits zwei Mal zur Abstimmung vorgelegt und abgelehnt - diesmal aber sieht es so aus, als würde es beschlossen werden.

Noch um die Jahrhundertwende hatte Uganda einen offen schwulen König, seither haben vor allem fundamental-christliche Gruppen und afrikanische Rassisten daran gearbeitet, Homosexualität als „unafrikanisch" und abnormal zu diskreditieren: Die Kolonialherren hätten sie importiert, um die afrikanische Kultur zu untergraben, zudem würde sie die Ehe, diese heilige Lebensform, zerstören. Mit Geld aus den USA würden Schwule junge Buben verführen und ebenfalls zu Schwulen machen, es werden Schauermärchen erzählt von brutalen Vergewaltigungen an Schulen.
„Die warten alle nur darauf, dass sie eine Rechtfertigung haben, uns zu erschlagen", sagt Frank Mugisha, 30, Chef von Sexual Minorities Uganda (Smug) und der bekannteste Schwulenaktivist des Landes. Er geht nicht oft auf die Straße, niemals allein, zu oft ist er bereits verprügelt worden. Auch Abends bleibt er meist zu Hause - nur Sonntags kommt auch er ins Ram. „Es wäre eine Katastrophe, wenn die Behörden es zusperren", sagt er.

Verfassungsklage

Gemeinsam mit anderen Aktivisten hat Mugisha bereits eine Verfassungsklage vorbereitet, sollte das Antihomosexuality Bill beschlossen werden. So lange die Klage nicht entschieden ist, hätte es keine rechtskraft. Weil es kaum Verfassungsrichter gibt, könnte das Jahre dauern. „Vielen Leuten wäre das aber egal", sagt er, „in Uganda greift man gern zur Selbstjustiz."

Laut Umfragen sind bis zu 90 Prozent der Ugander dafür, Homosexualität unter Strafe zu stellen, sämtliche Kirchen des Landes, auch die katholische, sind ebenfalls dafür. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das durchbekommen", sagt auch David Bahati zum Standard. Bahati ist Abgeordneter der Regierungspartei NRM von Ugandas Präsident Yaweri Museveni und jener Parlamentarier, der den „Kill the Gay Bill" 2009 erstmals eingebracht hat. Sollte es durchgehen, hofft er, zahlreiche neue Zentren zur Behandlung und Heilung Homosexueller eröffnen zu können. „Wir müssen die rasende Verbreitung und agressive Propaganda der Homosexuellen stoppen", sagt er. „Es geht um den Schutz unserer Kinder, der Familie und darum, das christliche Gesetz zu stärken."
Mugisha hat von der US-Botschaft ein Dauervisum bekommen, um im Notfall schnell ausreisen zu können, auch viele anderen Aktivisten haben so etwas in ihrem Pass. Sein Freund ist vor kurzem in die USA gereist, er hatte seinen Job verloren und war bedroht worden, weil seine Familie ihn öffentlich geoutet hatte. Mugisha hofft, dass er bald zurück kommen kann, folgen will er ihm aber nicht. Kaum einer der Gäste im Ram würde ausreisen, selbst, wenn sie Asyl bekommen würden. „Dort, wo ich wohne, das ist mein Haus", sagt einer. „Aber das Ram, das ist mein zu Hause."

Heterosexuelle Ugander nutzen den Schwulenhass hingegen immer wieder aus, sagen die Smug-Aktivisten: Sie geben sich als Homosexuelle aus, um so leichter Asyl in Europa zu bekommen.  (Tobias Müller, DER STANDARD/Langfassung, 20.11.2012)

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Mit dem Geld aus USA

Interessant ist es das gerade seit die fundamentalen Christen aus USA (Evangelicals) so viel Einfluss in Uganda bekommen haben,wurde gegen Schwule gehetzt.Durch die Frau des Praesidenten die eine Proponentin ist konnten US Evangelicals ihren Einfluss nicht nur auf die Religion ausueben. (wie schon mancher richtig vermutet hat)
Uganda das sehr von Aids betroffen war,konnte durch anfaenglich rigorose Absinenz die von den Kirchen propagiert wurde,seine Neuinfectionsrate drastisch senken,allerdings wurde dieser Effekt nicht Nachhaltig fortgesetzt.Leicht zu verstehen das
Schwule als Suendenbock auserkoren wurden.
Das die Unterstutzungsbewegung fuer verfolgte Schwule jetzt auch ausUSA kommen,ist nur fair.Eine Facette mehr der Einflussnahme

endlich mal wer der sich mit dem thema auseinandersetzt und nicht zu den 0815 weltfrieden postern hier gehört ;)

ein freund von mir hat vor jahren 8 monate in kampala gewohnt und hat gemeint, dass die fundi-christen aus den usa einen gegenteiligen effekt auf aids- und geburtenrate haben. während man zuvor aufklärung betrieben hat und gratiskondome verteilte, kamen die ami-fundis daher und sagten "verhütung ist böse, bleibt abstinent" -> was natürlich nicht funktionierte, weil sie weiter querdurcheinander vögelten und das bei aidsraten von +/- 40%...

irgendwie deckt sich da deine aussage nicht ganz mit dem was mir von vor ort erzählt wurde

das mit der vermehrten hetze gegen schwule nach den ami-einfluss geb ich dir voll recht

Kommt da nicht ein Kultvideo aus Uganda?

http://www.youtube.com/watch?v=euXQbZDwV0w

endlich mal wer der sich mit dem thema auseinandersetzt und nicht zu den 0815 weltfrieden postern hier gehört ;)

ein freund von mir hat vor jahren 8 monate in kampala gewohnt und hat gemeint, dass die fundi-christen aus den usa einen gegenteiligen effekt auf aids- und geburtenrate haben. während man zuvor aufklärung betrieben hat und gratiskondome verteilte, kamen die ami-fundis daher und sagten "verhütung ist böse, bleibt abstinent" -> was natürlich nicht funktionierte, weil sie weiter querdurcheinander vögelten und das bei aidsraten von +/- 40%...

irgendwie deckt sich da deine aussage nicht ganz mit dem was mir von vor ort erzählt wurde

das mit der vermehrten hetze gegen schwule nach den ami-einfluss geb ich dir voll recht

sorry - obrige antwort falsch postiert...

eine schande

2012, und so werden menschen behandelt heutzutage

"Mit Geld aus den USA würden Schwule junge Buben verführen und ebenfalls zu Schwulen machen"

.
ich frag mich immer, was in den köpfen von leuten vor sich geht, die sowas von sich geben.
demnach könnte man also jeden jungen hetero-burschen mittels "verführung" schwul machen?
das heißt ja aber nix anderes, als dass es unglaublich attraktiv und schön sein muss, schwul zu sein, denn sonst würde man(n) doch nicht die unglaublichen gefahren und erschwernisse auf sich nehmen, um so zu sein bzw. zu werden?

fragt sich das eigentlich niemand?

ich frage mich warum gebildete leute bei uns immer denken, dass andre leute genau so denken müssen wie sie...

dort macht man sich keine gedanken über komplexe zusammenhänge oder hinterfrägt dinge.

man ist froh wenn man mal was andres zu essen bekommt als maisbrei
man ist neidig wenn der nachbar mehr hat als man selber
man hat fürchterliche angst davor verflucht zu werden und schwule sind in irgendeiner weise verhext

ansonsten schaut man, dass man über die runden kommt, sauft gern selbstgepanschtes bier, vögelt gern rum und freut sich wenn irgendwo party ist

von den grundbedürfnissen und -verhaltensweisen her also wiederum eh ähnlich wie bei uns :)

"dort macht man sich keine gedanken über komplexe zusammenhänge oder hinterfrägt dinge. man ist froh wenn man mal was andres zu essen bekommt als maisbrei"

.
verstehe.

und deshalb muss man schwule lynchen oder verfolgen oder verprügeln?

ich frage mich, warum einigermaßen gebildete leute bei uns immer denken, dass andre leute in armen ländern nicht fähig sein sollen, menschlichkeit zu entwickeln ...

Klassisches Schwarzafrika

Der Großteil in Uganda ist Landbevölkerung

Die gesellschaftliche Stellung wird definiert durch Viehbesitz und Anzahl der Kinder die man ins Leben setzt.

Die Leute sind streng religiös und abergläubisch. Die Religion ist eine Mischung aus streng-konservativen Christentum und witchcraft.

Wie sollen da auch Schwule ins Weltbild passen?

Minderheiten verprügeln tuen sie in ganz Schwarzafrika gerne und die Regierung ist schlussendlich bis zu einem gewissen grad ja auch von den Wählern abhängig. Daher ist auf Schwule losgehen ein gutes populistisches Mittel...

TIA - this is Africa
daran wird sich auch in den nächsten 30 Jahren nix ändern...

Klassisches Oesterreich/Deutschland /Europa/Usa/ueberall/

Ein Grossteil ist Stadtbevoelkerung
Die gesellschaftlche Stellung wird definiert durch Eigentumsbesitz und die Anzahl von Autos die man vor die Garage setzt.
Die Leute sind nicht religioes aber Aberglaeubisch. Die Religion ist eine Mischung aus sogenannten Christentum und Wirtschaftscraft.
Wie sollten da auch Andersaussehende ins Weltbild passen.Minderheiten verpruegeln tun sie in ganz WeissEuropa/Amerika gerne und die Regierung ist schlussendlich bis zu einem gewissen grad ja auch von den Waehlern abhaengig.Daher ist auf Minderheitenheiten losgehen ein gutes populistisches Mittel...
TIA - this is Austria,Germany,Europe,America,Asia,
daran wird sich auch in den nächsten 30 Jahren nix ändern...

Allerweltsargumente. Learn to think!

Es gibt allerdings graduelle Unterschiede...

Ihre Vergleiche hinken in den Zahlen.
Das liegt möglicherweise daran, dass Sie nie längere Zeit in Afrika waren?
Ja, auch bei uns gibt es Gewalt, auch bei uns gibt es "heilige Kühe" auch bei uns gibt es Probleme mit Minderheiten.
Dass allerdings bei uns zB 90% dafür wären, unliebsame Minderheiten lebenslang wegzusperren wäre mir neu...

rischtisch

habe mit afrikanischer landbevölkerung und österreichischer stadtbevölkerung zusammengelebt

stimme dem zu was du schreibst

und mit abnehmender wirtschaftsleistung und wohlstand werden die sitten bei uns auch wieder rauer werden...

vielleicht sind wir in 10-15 jahren auch wieder dort angelangt, wo schwule gelyncht werden...

Eine aktuelle Länderinformation über Uganda der ÖFSE http://www.oefse.at/publikati... uption.htm

.
die Bevölkerung sieht dass in ihrem Land nichts weitergeht. Daher wird der von der Politik als Sündenbock ausfindig gemachte homosexuelle Mensch einfach verboten und unterdrückt. So sichern sich die plutokratischen Familienclans noch gut 1 Jahrzehnt an der Macht. Ein Jahrzehnt um das Land weiterhin auszunehmen und Entwicklungsgelder abzuzweigen.

Vorurteile überall......

....gibt es echt keine grantigen Homosexuellen ? Sind sie wirklich alle jung und bunt und gelassen und immer gut drauf ?

natürlich gibt's die.
aber die findet man halt selten in hippen bars mit ausgelassener stimmung und lauter musik.

Wie wärs mit Wolf Martin als Gegenbeispiel? Der war alt und grantig für zehn.

natürlich! Alt und grantig wird man erst,

wenn man als hetero mit einer Frau zusammenlebt!

Nö, dafür hat man die Freundin.

Die anderen sieht ma nur net

Haben Sie noch nie etwas von Alfons gehört?

man sollte als Strafe fuer deren Unterstuetzung

die Besitztuemer der kath. Kirche in Oesterreich beschlagnahmen.

Oder man sollte sich zuerst informieren, ob obige

Information überhaupt stimmt:

"Several Christian organizations oppose it, including the Roman Catholic Church,..."
aus: http://en.wikipedia.org/wiki/Ugan... anizations

Hier muss etwas unterschieden werden: die offizielle Stellungnahme der kath. Kirche (in Uganda) einerseits und andererseits die Tatsache, dass wenn 90% des Landes für Strafverschärfung sind und ca. 41% des Landes katholisch ist, wohl auch eine ganze Menge Katholiken, inklusive Klerus für diese Verschärfung sind.

Wobei auch die 90% eher fragwürdig sind.
Viele werden es wohl sein. Ich habe zB mit einem Multiplikator für Menschenrechte gesprochen, der dafür war...
Absurd, aber so ist es.

wie ist denn das eigentlich mit moslems aus moslemischen ländern in denen homosexualität bestraft wird. bekommen die auch ein dauervisa für die usa, oder wäre das auch ein asylgrund in der eu? oder gibt es solche länder gar nicht?

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