Bayerischer Protest gegen Salzburger Flughafen

Thomas Neuhold
19. November 2012, 17:29
  • Der Salzburger Flughafen liegt mitten im Siedlungsgebiet. Anrainer fordern seit langem massive Beschränkungen.
    foto: apa/barbara gindl

    Der Salzburger Flughafen liegt mitten im Siedlungsgebiet. Anrainer fordern seit langem massive Beschränkungen.

Anrainer fordern drastische Einschränkung der Betriebszeiten und eine Mindestüberflughöhe

Salzburg - In dem seit Jahren schwelenden Konflikt zwischen Bayern und Salzburg um die Flugrouten des Salzburger Flughafens wird der Ton zunehmend rauer. Mit einer für Samstag angekündigten Großdemonstration im bayerischen Freilassing will der "Verband zum Schutze der Bevölkerung des Rupertiwinkels" und der "Bund Naturschutz" Druck auf Land und Stadt Salzburg machen.

Der als Stadtflughafen konzipierte Airport verstehe sich längst als Großflughafen innerhalb Österreichs, der "zunehmend ganz Europa bedient" , argumentieren die Bayern: So gebe es Pauschalangebote für deutsche Urlauber aus Hamburg, die in Kärnten ihre Ferien verbringen.

Der scheibchenweise Ausbau der Anlagen finde ohne Umweltverträglichkeitsprüfung statt, im Zuge derer die Interessen der Bewohner von Freilassing, Saaldorf-Surheim und Ainring berücksichtigt werden könnten. 90 Prozent der Gesundheitsgefährdung durch Lärm, Emissionen und Feinstaub müsse die Bevölkerung im Norden des Flughafens tragen - also auch die bayerischen Anwohner, heißt es im Demo-Aufruf.

Verhandlungen

Die Bayern fordern zuallererst einmal die Kündigung jenes Staatsvertrags mit Österreich, der die Geschäftsgrundlage für die Flüge über Deutschland darstelle. Im Zuge neuer Verhandlungen müssten dann die Betriebszeiten eingeschränkt werden. Demnach soll an Wochenenden überhaupt nur mehr zwischen 9 und 20 Uhr geflogen werden. Derzeit sind Starts und Landungen zwischen 6 und 23 Uhr erlaubt. Zudem dürfe die Mindestüberflughöhe beim Abflug nur mehr 750 Meter betragen.

Vonseiten der Flughafengesellschaft reagiert man auf die Attacken betont ruhig. Man hoffe auf eine Fortsetzung des sachlichen Dialogs mit den Anrainern, heißt es in einer Erklärung. Zudem hätten sich die Linien- und Charter-Flugbewegungen im Zeitraum von 2005 bis 2011 ohnehin um rund 20 Prozent reduziert.

Zwar würden 88 Prozent der landenden Maschinen über Deutschland einfliegen, aber 90 Prozent der Starts würden über österreichischem Staatsgebiet erfolgen, sagt Flughafensprecher Alexander Klaus im Standard-Gespräch,

Klagsdrohung

Der Airport hat aber nicht nur mit den bayerischen Nachbarn Probleme. Laut ORF-Salzburg werden beim Salzburger Anrainerschutzverband Klagen gegen einzelne Flugrouten überlegt. Als Anwalt sei Wolfram Proksch engagiert worden, der schon die Anrainer des Flughafens Wien-Schwechat vertritt.

Das Flughafenmanagement gibt sich gelassen: "Wir wissen nicht, gegen wen und was geklagt werden sollte." (Thomas Neuhold, DER STANDARD, 20.11.2012)

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Irgendwie müssen die deutschen Studierenden ja nach Salzburg kommen!

ÖSterreichsoll halt eine hochgeschwindigkeitsstrecke, durch Bayernzu deren flugplatz fordern, finanziert natürlich von denen, dann kann man ja über eine veringerung nachdenken.

Die Frage ist letztlich auch im Österreichischen Interesse zu stellen:

Braucht eine Kleinstadt wie Salzburg überhaupt einen Flughafen?

Die Auslastung spricht offensichtlich dafür. Wobei es mal ein Projekt gab den Flughafen aus der Stadt in den Flachgau zu verlegen.

ich geh jetzt schwimmen. und beschwere mich dann beim bademeister, dass ich nass geworden bin!

Mindestflughöhe von 500m

bis zur Grenze des Flugplatzgeländes !

Ausgezeichnete Idee! Man bräuchte die Piste nur um neun Kilometer verlängern. Dann geht halt ein Betonstreifen über die Saalach und durch Freilassing bis nach Saaldorf.

Wie wärs mit Senkrechtstartern?

Vom Regen in die Traufe

Die Tatsache, dass der deutsche Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer seinen Wahlkreis gleich über der Grenze hat, könnte erklären, warum die bayerischen Fluglärmgegner momentan Aufwind verspüren. Der Flughafen sitzt dabei in der Zwickmühle: Alle Anflüge von Süden
bringen die Salzburger Fluglärmgegner in Harnisch - dass eine prominente Fluglärmgegnerin nicht allzuweit von der südlichen Pistenschwelle entfernt wohnt, hilft wahrscheinlich auch nicht. Fakt ist: der Flughafen kann auch nur im Rahmen des Möglichen Belastungen verschieben. Jede Entlastung für Freilassing ist nahezu zwangsläufig eine Belastung für andere Anrainer.

Was juckts die Salzburger, wenn in Freilassing demonstriert wird?

Otti Fischer würde sagen:
"Sollns doch demonstrieren, de Deppn, ..... de damischn"

Noch Ende der 80er Jahre

war es überhaupt ein Problem, per Flugzeug nach Salzburg zu kommen und die Betriebszeiten des Flughafens glichen denen einer Bundesbehörde oder Arztpraxis;-)

aber von freilassing in 10 minuten zum flieger ist schon bequem - oder ?

nachdem ich im Sommer mal nachmittags im Gastgarten vom Zollhäusl in Freilassing essen war (liegt genau unter der Anflugschneise für die 16 bzw. im Abflugbereich), kann ich besser verstehen, dass man als Rupertiwinkler den Lärm (der doch teilw. massiv ist) nicht hinnehmen möchte.

Was ich aber nicht verstehe: aufgrund der Proteste wurde von der Austrocontrol der Südanflug über die Tauern eingeführt - der Endanflug erfolgt über dünn besiedeltes Gebiet - der Norden wird entlastet.
Trotzdem gibt es wieder massiven Widerstand gegen diese entlastende Route. Was wollen die Gegner (wie der ASA) eigentlich?

Flughafen schließen? Die Leute im Erdinger Moos würden sich bedankn, hauptsache ein paar Hofratswitwen in Salzburg haben ihre Ruhe.

Mag auch ein paar rote Stricherl: Aber ich finde auch, Leute die sich billigste Grundstücke unter den Nagel reißen, WEIL es eben Flughafennähe ist, und danach fordern, der Flughafen möge doch wegen Lärms geschlossen werden sind einfach nur Heuchler und Opportunisten, die man ignorieren sollte.

So läuft das bei fast allen stadtnahen Flughäfen:

Düsseldorf ist ein Paradebeispiel- wieviele Neusiedler sich da in die Flugschneisen bauten und sich dann den Fluglärmgegnern anschlossen! Man bekam vom Flughafen ja Lärmschutzmaßnahmen finanziert;-)

wieso gibts da eigentlich rote Stricherln? Was genau ist an dieser Aussage falsch?

Also Freilassing, Surheim bestehen schon länger als der Flughafen.

Aber die vielen Neubauten

ganz sicher nicht!
js

Wenn man spitzfindig sein will,...

...sind die Gemeinde Freilassing (ursprünglich die Bahnhofssiedlung von Salzburghofen, Umbenennung in Freilassing 1923) und der Salzburger Flughafen (Eröffnung 1926) fast gleich alt.

Airberlin/Flyniki, Germanwings und co

machen ca. 50% der Flugebewegungen aus und im Sommer sind die Charterflüge von Salzburg voller Bayern.

Aber jammern, typisch Bayern.

aber das sind niemals die gleichen Bayern

Salzburg - Wien kann man hoffentlich bald einstellen

Von Salzburg nur nach Wien zu fliegen ist wohl reinster Wahnwitz. Und wenn bald die Züge nach Wien weiter nach Schwechat fahren haben die Zubringerflüge auch keinen Sinn mehr.
Charterflüge von Hamburg nach Salzburg für einen Kärntenurlaub kann doch nur ein Witz sein. Für was gibt es denn einen Flughafen in Klagenfurt. Und überhaupt das ginge mit Nachtreisezüge ebenso.
Ich weiss dass die Engländer gerne Salzburg für den Katschbergbereich verwenden. Naja, von Salzburg zum Katschberg ist es nicht viel weiter als von Klagenfurt. Und London ist für einen Zug ein bischen weit weg.

Für die Businesspassagiere, die frühmorgens von Salzburg nach Wien fliegen, um dort um 7:00 einen Anschlussflug zu erwischen, sind die ÖBB vermutlich keine attraktive Alternative.

Da ist die ÖBB gefordert eine bessere Verbindung zu schaffen

Und wenn 'The Businessman' eine halbe Stunde früher aufsteht und vom Bahnhof wegfährt wird ihm wohl kein Stein aus der Krone fallen.

sorry, aber das geht sich mit einer halben stunde auch nicht aus. selbst über die neue trasse durch tullnerfeld und wienerwaldtunnel sind es um die 3:30 vom sbg bahnhof nach schwechat. und dann hat man noch nicht eingecheckt.

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