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Graz - Für seine herausragenden Leistungen in der Weltraumforschung ist Konrad Schwingenschuh vom Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der ÖAW am Montag das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse verleihen worden. Schwingenschuh leitete am IWF maßgeblich die Magnetometer-Entwicklung für internationale Missionen. Zurzeit befinden sich zehn in Graz entwickelte bzw. mitentwickelte Magnetometer im Weltall.
Das Magnetometerteam des Grazer IWF ist eine von nur fünf Forschungsgruppen weltweit, die in der Lage sind, für Satelliten Instrumente zur Untersuchung planetarer und interplanetarer Magnetfelder zu entwickeln und zu bauen. Magnetometer sind seit Ende der 1980er Jahre Bestandteil von Raumsonden. Der bis 2002 von Konrad Schwingenschuh (Jg. 1947) geleiteten Gruppe gelang 1986 der Durchbruch mit der Beteiligung an den russischen Raumsonden VEGA-1 und -2 zur Venus und zum Kometen Halley. Die Auswertung und Interpretation der Daten, die beim ersten Vorbeiflug einer Raumsonde an einem aktiven Kometen gesammelt worden waren, hatte viele Konferenzbeiträge und wissenschaftliche Publikationen zur Folge und machte die Grazer Magnetometergruppe im Raumfahrtbereich international bekannt.
Es folgten Projekte wie u.a. die ESA-Missionen Huygens, Cluster und Rosetta. Letztere Sonde trat 2004 ihre zehnjährige Reise zum Kometen Churyumov-Gerasimenko an. Zwei Jahre zuvor war Schwingenschuh, der 1977 an der Universität Graz in Festkörperphysik promoviert hat und seit 1979 am IWF Graz tätig ist, erblindet. "Wenn Rosetta 2014 ihr Ziel erreicht, werde ich zwar schon in Pension sein, aber die erstmalige Landung auf einem Kometen werde ich mir nicht entgehen lassen. Ein Projekt, in das man mehr als 15 Jahre Arbeit steckt, wächst einem natürlich ans Herz", so der mit dem Österreichischen Ehrenkreuz ausgezeichnete Weltraumphysiker. (APA/red, derStandard.at, 19. 11. 2012)
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