Ikea in Italien unter Druck

Gewerkschaften klagen über inakzeptable Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne

Rom  - Ikea ist in Italien unter Druck geraten. Seit einigen Wochen protestieren die Mitarbeiter einer Gesellschaft, die mit dem Warenumschlag im italienischen Ikea-Zentrallager im norditalienischen Piacenza beauftragt ist, für bessere Löhne. Die Gesellschaft, die hauptsächlich Migranten mit befristeten Arbeitsverträge beschäftigt, wird beschuldigt, die Mitarbeiter zu inakzeptablen Arbeitsbedingungen zu zwingen und Sicherheitsstandards am Arbeitsplatz nicht zu berücksichtigen.

Als Reaktion auf den Protest kündigte die Gesellschaft die Kündigung von 107 Arbeitern an. "Betroffen sind vor allem jene, die bei den Protesten vermeintlich besonders aufgefallen bzw. gewerkschaftlich organisiert sind", verlautete aus linken Gewerkschaftskreisen in Piacenza. Wegen des Arbeitnehmerprotests kam es in den vergangenen Tagen zu Engpässen bei den Ikea-Lieferungen an die Möbelhäuser in ganz Italien.

In den vergangenen Tagen haben zudem in einigen Städten Italiens Solidaritätsaktionen stattgefunden. Vor und in Ikea-Filialen wurden Flugblätter verteilt. Im Internet wurden Solidaritätsbekundungen sowie Boykott-Aufrufe gegen den schwedischen Möbelriesen veröffentlicht.

Italien erweist sich trotz der Wirtschaftskrise als Eldorado für Ikea. Das Möbelhaus meldete für 2011 in Italien ein 6,5-prozentiges Umsatzwachstum auf 1,2 Mrd. Euro. 2010 war der Umsatz in Italien um elf Prozent gestiegen. Ikea ist in Italien mit 20 Möbelhäusern präsent, die 6.600 Personen beschäftigen. (APA, 19.11.2012)

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