Weltbank fordert "aggressive" Maßnahmen gegen Klimawandel

Präsident Jim Yong Kim: "Wir werden alles tun, was wir können, um nicht in Kohle zu investieren"

Washington - Weltbankpräsident Jim Yong Kim fordert "aggressive" Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels. "Die Zeit ist sehr, sehr knapp", sagte Kim am Sonntag bei der Vorstellung eines Klimaberichts, den die Weltbank beim Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Pik) angefordert hatte.

Wenn die Versprechen zum Kampf gegen den Klimawandel nicht eingehalten würden, könnte die Erderwärmung bereits in den 2060er Jahren vier Grad Celsius betragen, heißt es in dem Bericht. Und selbst wenn die Staaten ihre jetzigen Zusagen erfüllten, bestehe noch eine 20-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Temperaturen bis zum Jahr 2100 um vier Grad steigen.

Bereits jetzt mache sich der Klimawandel bemerkbar: Das Eis im Nordpolarmeer sei im September auf ein Rekord-Minimum geschmolzen, extreme Hitzewellen und Dürren hätten im vergangenen Jahrzehnt Staaten wie die USA und Russland häufiger heimgesucht als zuvor. Derart extreme Wetterlagen würden mit zunehmender Erwärmung zur Normalität gehören.

Das Zwei-Grad-Ziel

Eine Begrenzung der allgemein als unvermeidlich angesehenen Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius gilt unter Regierungen, Forschern, Umweltschützern und anderen Experten als entscheidend, um die Auswirkungen des Klimawandels in einem halbwegs kontrollierbaren Rahmen zu halten. Das Zwei-Grad-Ziel dient explizit auch als Bezugspunkt für die internationalen Klimaverhandlungen. Die nächste UNO-Klimakonferenz beginnt am 26. November im Golfemirat Katar.

"Wir werden die Armut nie besiegen können, wenn wir nicht gegen den Klimawandel angehen", sagte Kim. Dies sei eine der größten Herausforderungen für die soziale Gerechtigkeit. Konkrete Maßnahmen nannte Kim nicht. Er kündigte aber an, bei der Förderung durch die Weltbank auf erneuerbare Energien zu setzen: "Wir werden alles tun, was wir können, um nicht in Kohle zu investieren." (APA/red, derStandard.at, 19. 11. 2012)

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