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Brüssel - Die europäischen Milchbauern fordern eine flexible Mengensteuerung im Milchmarkt durch eine europäische Monitoringstelle. Auch erste Schritte auf dem Weg dahin - wie eine freiwillige Produktionsstilllegung - müssten unterstützt werden, wurde am Montag verlangt. Montag und Dienstag nächster Woche soll den Anliegen mit einer Protestaktion vor dem EU-Parlament Gehör verschafft werden.
Dazu sollen "1.000 Sattelschlepper nach Brüssel" kommen. Auf dem Milchmarkt gebe es derzeit eine dramatische Situation. Die Milchpreise deckten seit langem nicht mehr die Kosten der Produktion, tausende Milchbauern hätten bereits aufgegeben. Dies sei ein unhaltbarer Zustand. Von der Politik verlangen die Milchbauern, wirksame Marktregeln zu beschließen, die eine gerechte Entlohnung bieten können.
In der kommenden Woche sind anstehende Entscheidungen im Europaparlament und auch im Ministerrat über die EU-Agrarmarktordnung vorgesehen. Die Milchbauern verweisen darauf, dass die Erzeuger und Endverbraucher derzeit die schwächsten Glieder der Wertschöpfungs- und Verwertungskette Milch seien. Vorgeschlagen wird unter anderem, dass bei einem Übersteigen des durchschnittlichen europäischen Milcherzeugerpreises über die Preisobergrenze die Milchmenge sukzessive erhöht werden soll, bis sich der durchschnittliche Erzeugerpreis wieder im Korridor befinde.
Sinke der Erzeugerpreis unter die untere Grenze des Korridors, werde die Milchproduktion zurückgefahren. Da der Milchpreis schon bei Mengenveränderungen von ein bis zwei Prozent reagiere, würden bei kontinuierlicher Beobachtung des Marktes und Ergreifen entsprechender Maßnahmen nur kleine Nachjustierungen notwendig sein, wird betont. (APA, 19.11.2012)
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Ich verstehe diese Bauern nicht: Wenn der Milchpreis zu niedrig ist weil die Mengen zu hoch sind, wer hindert sie dann daran, die Produktion zu reduzieren? Das kann doch jeder relativ schnell auf seinem Hof machen. Schlachttiere früher verkaufen, Fütterung ändern.
Ich habe vermutlich doch etwas Ahnung. Die meisten meiner Bekannten sagen mir, dass sich die Milchmenge über die Fütterung steuern lässt. Sogar Fett- und Eiweißgehalt können über die Fütterung eingestellt werden.
Aber, wie kommen Sie auf diese Frage?
Interessant. Ich habe schon solche Ställe besichtigt. Hier gibt es einen, der hat sogar ein Cafe für Besucher in den Stall eingebaut: www.kuhcafe.at
Der technische Fortschritt ist der Hauptgrund dafür, wieso Lebensmittel so billig sind. Von der Effizienzsteigerung in der Milchwirtschaft in den letzten 50 Jahren können die meisten anderen Wirtschaftsbereiche nur träumen.
Das ist der marktwirtschaftliche Grundgedanke wenn es einmal nicht so läuft. Die Milchbauern sind mittlerweile bei der ansonst so geschmähten russischen Planwirtschaft angekommen.
Eben nicht. Die Planwirtschaft hatten wir in Österreich bis zum EU-Beitritt. Damals wurden die Milchpreise im Geschäft und am Bauernhof von Politikern festgelegt.
Die neuen Freiheiten sind besser nicht nur für uns Konsumenten sondern auch für jene Bauern, die unternehmerisch denken.
Der Rest der damit nicht zurechtkommt, der steht dann in der Zeitung und fährt mit Traktoren spazieren.
Landwirte sind Mengenanpasser, der Strukturwandel solle walten.
Die Ökoprämien sind fruchtlos, weil sie große genau so wie kleine auf den Hektar ausbezahlt kriegen.
In so fern existiert seit 20 Jahren keine Agrarpolitik mehr.
Das sage ich auch immer. Jeder normale Produzent würde aufhören, wenn er weniger erlöst als die Produktion kostet.
Manche Bauern scheinen lieber zu jammern und mit Traktoren spazieren zu fahren. Aber mit dem Geldverbrennen aufhören, kommt ihnen nicht in den Sinn. Oder sie lügen uns bei den Zahlen an wenn sie behaupten, sie bräuchten 50 oder 70 Cent für den Liter Milch, aber viele Jahre auch um 30 Cent liefern.
Wenn Dir 30ct für den Liter für den Bauern zu viel sind, dann halte Dir doch selber eine Kulimuh. Stadteumelchen.
Und noch einen kleinen Hinweis: Die Nahrungsmittelproduktion steigt langsamer als der Bedarf. Und bald werden die Grundnahrungsmittel-preise gleich steigen wie alle Rohstoffe bereits gestiegen sind.
Und dann wirst Du weinen, wenn wir importabhängig sind und Du Dich grün mal blau zahlst.
Sicher geht der Weg, Subventionen weg und Preis rauf. Bei Frischmilch eventuell sogar durchführbar, bei Käse, Butter schon nur bedingt. Bei Weizen käme der allerdings dann aus Übersee und hier wächst kein Halm mehr. Ausser es gelingt Dir die USA von der Subvention abzubringen.
Solange _Grund_nahrungsmittel im Kaufhaus so um 1 Euro und darunter / kg kosten, ist das billig im Vergleich zu dem, was bei anderen Massenwaren üblich geworden ist. Samt eingerechneter Agrarförderung/Kopf.
Du kannst das alles völlig privatisieren -> billiger darfst Du Dir aber nicht erwarten. Langfristig.
billiger, die Förderungen aufzulassen. Diese müssen sie auf den Preis im Supermarkt in Wahrheit noch dazurechnen, denn die Förderungen bezahlt auch der Konsument und zwar über seine Steuern.
Bereits kurzfristig würden dann die normalen Angebots und Nachfrageregeln zur Preisfeststzung gelten.
Das Problem wären nicht die Konsumenten, sondern dass fast keine Bauern überbleiben würden. Wir hätten dann nur noch Großindustrie. Die Flächen würden ja trotzdem bewirtschaftet. Wenn ich mir anschaue wie sich in meinem kleinen Ort schon die Bauern um jede freiwerdende Stelle raufen. Es werden halt dann die die überleben größer.
Und das Ende vom Lied wäre dann mal so eine Weipec für Weizen und eine Milpec für Milch ?
Das mit den Flächen stimmt auch nur in Vorzugslagen, Weideflächen im Gebirge werden zunehmend stillgelegt, selbst ebene Flächen waren vor der Bio-Anlage in meiner Gegend nicht mehr verpachtbar/ kaum verkaufbar.
Du solltest auch wissen, das die Erzeugerpreise heute niedriger sind, als vor dem EU-Beitritt und die massgebliche Subvention, welche den Weltmarktpreis bestimmt, nicht von der EU sondern von der USA ausgeht.
"weltweit" den Agrarsektor ruiniert.
Die haben es zusammengebracht dass weltweit alle Regierungen auf Europa hindreschen, weil wir ja angeblich soooo extrem viel subventionieren. Dass das nur ein Bruchteil pro produzierter Einheit ist wie bei den Amis interessiert niemanden.
Wobei ich nicht verstehe was die Amis damit bezwecken. Insgesammt verursacht das ja bei denen ein Minus. Die kriegen für ihre Rohstoffe aus der Landwirtschaft ja nicht mal die Förderungen wieder herein.
Die Almen etc. wachsen zu. Stimmt, die Frage ist aber auch, ist das bis auf den Fremdenverkehr nicht eh gut dass der Tierwelt wieder Rückzugsflächen zurückgegeben werden? Wir bewirtschaften derzeit eh viel zu viele Flächen.
Wenn Die Ihre Tea-Party-Viertel aushungern, habens Bürgerkrieg und die Republikaner sind tot.
Zudem haben´s bei den Armen Hungerrevolten.
Man müsste den Weg finden, die Subventionen in eine Art Mindestgehalt oder ähnl. umzuleiten, aber dann versaufen einige das Geld. (Man haue mich für die Wahrheit nicht)
Zudem reduziert sich die Bedeutung der USA als Weltmacht und die Macht der weissen Großgründler.
Alles nicht so easy.
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