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Wien - Die Dekane der Universität Wien haben am Montag gegen die Regierungspläne zur Reform der Lehrerausbildung protestiert. In einer Aussendung sprechen sie sich "klar gegen politische Vorschläge aus, welche die Kosten und den organisatorischen Mehraufwand erhöhen und keine Qualitätsverbesserung bringen". Vor allem die geplante Einrichtung einer Zertifizierungskommission, die künftig Studienpläne und das eingesetzte Personal kontrollieren soll, wird als "Beschränkung der Autonomie der Universitäten zur Erhöhung der politischen Einflussnahme auf die LehrerInnenbildung klar abgelehnt".
Die 15 Dekane und drei Zentrumsleiter der größten Uni des Landes betonen, dass nur die Autonomie eine auf wissenschaftlicher Erkenntnis und Exzellenz basierende, von ideologischer Einflussnahme unabhängige Lehrerausbildung garantieren könne. Den Versuch der Regierung, "die immer wieder notwendige Optimierung der Lehrerausbildung mit einer Beschneidung der Autonomie unserer Universitäten zu verbinden", könne man daher nicht hinnehmen.
Außerdem wehren sich die Dekane gegen eine verpflichtende Zusammenarbeit mit den Pädagogischen Hochschulen (PH) im Bereich der Sekundarstufe (AHS; Neue Mittelschule; berufsbildende mittlere und höhere Schulen, BMHS). Die Uni Wien sei zu punktueller Kooperation bereit, "falls dies notwendig und wünschenswert ist". Werde die Zusammenarbeit aber "politisch verordnet", widerspreche dies "dem Geist einer freien Universität" und führe zu teurem, nicht zu rechtfertigenden organisatorischen Mehraufwand.
Die Regierung arbeitet bereits seit 2008 an einer Reform der Lehrerausbildung, bei der alle angehenden Pädagogen gemeinsam ausgebildet werden sollen. Derzeit sind die Unis für die AHS- und BMHS-Lehrer verantwortlich, die PH hingegen nur für Pflichtschullehrer (Volks-, Haupt-, Sonder-, Berufs und Polytechnische Schule). Alle Lehrer sollen künftig zuerst einen vierjährigen Bachelor machen. In einer ein- bis zweijährigen Induktionsphase sollen sie dann von erfahrenen Lehrern in den Beruf eingeführt werden und berufsbegleitend ein ein- bis zweijähriges Masterstudium absolvieren, das Voraussetzung für eine Fixanstellung ist. Die Ausbildung sollen Unis und PH nach den Plänen der Regierung in Kooperation anbieten müssen. Die ersten Studienangebote nach der neuen Architektur sollen laut Regierungsplänen 2014/15 starten. (APA, 19.11.2012)
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können sich die Verantwortlichen gleich einmal einrexen.
Jeder, der vom Land kommt, weiß, dass ein berufsbegleitender Turnus, der über Jahre geht, so nicht funktioniert. Wenn man nicht das Glück hat, in Wien, Linz, Graz, Salzburg oder Innsbruck zu wohnen, ist das Lehramtsstudium (den jetzigen Plan vorausgesetzt) GESCHICHTE!
Interessant ist, dass im Bereich Schule, Lehrer, Lehrerbildung scheinbar immer alle mitreden wollen/können und dies auch tun, obwohl sie selbst nie darin unterrichtet/gearbeitet haben.
Man stelle sich vor, ein Lehrer (der nicht zufällig ein kaufmännisches Fach unterrichtet) erklärt einer Bank wie sie zu funktionieren hat.
Noch interessanter ist aber, dass Leute/Institutionen exklusiv Lehrerausbildung für Pflichtschullehrer anbieten wollen, die noch nie selber in einer Pflichtschule unterrichtet haben ... und auch noch glauben, sie wüssten, wovon sie reden.
Dann können wir die Studenten gleich nur noch Bücher lesen lassen - das ist ein wichtiger Teil, aber längst nicht alles ...
Schade ...
Die Uni Wien ist ganz im Gegensatz zu ihren Beteuerungen im Bereich Lehramtsausbildung in einem Dornröschenschlaf mit dem Argument: Wir haben in und um Wien in der Ausbildung für das Lehramt zur Sekundarstufe 2 ein Monopol und können daher machen was wir wollen, und zwar: Lehramtler als minderes Stundierendenmatrial betrachten und Professuren und andere Stellen fast ausschließlich mit reinen Wissenschaftlern besetzen, die von Schule keine Ahnung haben und sich dafür auch überhaupt nicht interessieren. Und dementsprechend sieht die Leharamstausbildung in den meisten Fächen an der Uni Wien auch aus.
Andererseits ist etwa die Berufung der neuen Wiener PH-Rektorin schon ein sehr deutliches Signal in Richtung politische Linientreue.
Hier wurde eine enge Mitarbeiterin der Stadtschulratspräsidentin (m. W. ohne jegliche einschlägige didaktische oder wissenschaftliche Erfahrung) zur Leiterin der größten Lehrerbildungsanstalt gemacht. Das ist wohl keine Einladung zu mehr Autonomie.
Wie im FH-Sektor bereits verbreitet zu beobachten, übernimmt die Administration die Führung. Wissenschaft und Lehre spielen eine untergeordnete Rolle.
Überall, wo Fachwissenschaftler alleine das Sagen haben, ist die LA-Ausbildung schlecht. Sie scheinen sich auszukennen, ich freue mich von weiteren positiv-Beispielen zu hören.
Ich bin übrigens gegen zu starken Einfluss durch die Bildungswissenschaften. Die haben meistens wenig Ahnung von Schule und erzählen theoretisch-abstrakte Sachen, mit denen angehenede Lehrerinnen nichts anfangen können. Außerdem setzen sie leider gelegentlich fachlich inkompente Vortragende ein (ganz im Gegensatz zu ihrem Slogan).
Wenn Wickler tatsächlich Personalresourcen den Fachinstituten wegnimmt und z.B. dem Zentrum f. L.B. unterstellt, nehme ich meine Kritik zurück. Derzeit sieht es eher danach aus, dass im Wesentlichen alles beim Alten bleibt.
ps: mit "dem Zentrum f. L.B. unterstellen" meine ich keine formale schein-Zurechnung von Personal der Institute dem nicht existenten Zentrum f.L.B. sondern, dass ein Zentrum f. L.B.
1. real existiert und
2. es selbst entscheiden kann, mit wem Fachdidaktikstellen besetzt werden.
Was bis jetzt passiert ist, ist nur ein Trick auf Papier um nach außen sagen zu können, dass irgendetwas passiert sei. Wie gesagt, sobald den Worten Taten gefolgt sind, nehme ich gerne alles zurück.
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