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Werner Kastler* arbeitet im Opel-Werk in Bochum. Seine Schicht an der "Kette" beginnt um 22 Uhr und endet um 6 Uhr morgens. Fünf Tage die Woche. Nach mehr als zwanzig Dienstjahren liegt sein Grundgehalt heute bei 2.600 Euro brutto. Wenn die Zafira-Produktion 2016 ausläuft, könnte der Mutterkonzern General Motors (GM) das Werk dicht machen. Betriebsrat und Gewerkschaft fordern dagegen Zusagen zu Standorten und Beschäftigung über 2016 hinaus.
Zwei Jahrzehnte lang war Kastlers "Heimat" die Lackiererei. Seitdem Maschinen seinen Job übernommen haben, steht er in der Fertigmontage am Band. Kastler im Gespräch mit derStandard.at: "Ich stehe an der Kette und sortiere die Teile vor. Ich bin so etwas wie ein Kettenhund von Opel. Aber da habe ich wenigstens meine Ruhe, und das ist gut so."
Es ist gut so, denn das Arbeitsklima sei heute "scheiße". Früher habe man noch richtig gut Kohle machen können, es gab Weihnachtsgeld und Feiertagszulagen. Heute habe er keine Hoffnung mehr. "In den1990ern waren wir 20.000 Leute, heute sind es 3.600. Unter besseren Arbeitsbedingungen, würde ich gerne bis zur Rente hier bleiben. Doch schön langsam habe ich die Schnauze voll, die Nerven gehen kaputt und man ist psychisch am Ende. Ich denke, GM will auf kurz oder lang die Marke Opel aussterben lassen."
Bochum ist das einzige Opel-Werk Deutschlands, das derzeit ausgelastet ist. Seit Ungarn 1.250 Modelle des alten Astras für die Polizei bestellt hat, fährt das Werk sogar Sonderschichten. "Wir müssen bis Jahresende liefern. Das heißt, dass ich jetzt manchmal auch sonntags arbeite", so der Opel-Mitarbeiter weiter. Im Jänner soll wieder Kurzarbeit gefahren werden. Wie man da noch ein "normales" Leben führen könne? Kastler lacht. "Gute Frage. Ich stehe eben auf der dunklen Seite der Macht." Ein "normales" Leben führe er nur im Urlaub.
Das Klima in der Belegschaft? Kastler: "Die hält zusammen, aber es herrscht Resignation. Niemand traut sich mehr etwas. Die Streikbereitschaft ist weg. Jeder ist dankbar für jeden Tag, den er überhaupt noch arbeiten darf. Jeder ist froh, dass er nicht irgendwann einmal unten am Tor ankommt und noch zahlen muss, dass er hinein kann."
Doch die Hoffnung schwinde bei ihm mit jedem Tag. Ebenso der Glaube an einen Rückhalt durch den Betriebsrat. "Da werden irgendwelche 'Klamotten' ausgehandelt, um uns bei Laune zu halten. Mit der Novemberabrechnung werden die für Mai bis Oktober gestundeten Tariferhöhungen von 4,3 Prozent zwar als Einmalzahlung ausgezahlt, aber danach wohl gleich wieder eingefroren, wenn die nächsten Verhandlungen nichts bringen."
Dem derzeitigen Betriebsratschef Rainer Einenkel könnte der Ausgang der Verhandlungen schließlich egal sein, lautet Kastlers Vorwurf, denn der gehe ja sowieso im April. Einenkel kontert auf Anfrage: "April ist schon richtig, nur auf das Jahr habe ich mich noch nicht festgelegt."
An einen Weiterbestand des Werkes nach 2016 glaubt Kastler längst nicht mehr. Viele Modelle würden bereits im Ausland produziert. "Den neuen Mokka zum Beispiel machen die in Korea. Kürzlich habe ich mit einem Kollegen darüber gewitzelt, ob wir den doch noch hier produzieren könnten. Doch du kriegst höchstens eine Fahrkarte nach Korea. Dort kannst du dann für 30 Cent die Stunde arbeiten." Anders sieht man das bei Opel. "Wir suchen mit GM immer noch nach einer Lösung und nach weiteren Modellen für unsere Produktion in Bochum", so ein Konzernsprecher zu derStandard.at.
Doch Kastler ist überzeugt: "GM wird nicht den selben Fehler wie Ford machen und uns informieren", und meint damit die Mitarbeiterproteste Anfang November vor der Unternehmenszentrale in Köln gegen die Schließung des belgischen Werks in Genk. "Seit wir 2004 die Arbeit niedergelegt haben, sind die von GM vorsichtig geworden", und er legt noch nach: "Als es letztes Jahr darum ging, Leute zu kündigen, sind manche durchgedreht. Kollegen wurden gegeneinander ausgespielt. Mitarbeiter, die dem Unternehmen ein Dorn im Auge waren, zum Vier-Augengespräch zum Chef gerufen. 'Bist du noch gut genug für uns?' - solche und ähnliche Fragen wurden ihnen gestellt. Ein Kollege hat darauf mit einem Vorschlaghammer die Meisterbude auseinandergenommen."
Der Unternehmenssprecher dementiert: "Es ist niemals zu irgendeiner Form von Gewalt im Werk gekommen. Opel ist ein sozialer Arbeitgeber. Wir wissen, dass Mitarbeiter zermürbt sind. Deshalb gibt es regelmäßig Informationsveranstaltungen und wir sind froh über jedes Feedback." (Sigrid Schamall, derStandard.at, 19.11.2012)
*Name von der Redaktion geändert
16 Milliarden werden in den USA, elf in China und vier in Europa investiert
Mit dem Ende der Autoproduktion wird auch das Zentrallager aufgegeben. Dort sind rund 420 Mitarbeiter beschäftigt
Notfalls wolle man auch gegen die Schließung klagen, so der Betriebsratschef. Das Werk soll Ende 2014 geschlossen werden
General Motors will bis 2016 vier Milliarden Euro in den Rüsselsheimer Autobauer stecken
Die dritte Schicht soll schon bald wegfallen. Die Getriebeproduktion läuft laut Unternehmen schon Ende 2013 aus
Nun droht das Aus für die Autoproduktion in Bochum bereits Ende 2014, wenn der Kündigungsschutz ausläuft
Der deutsche Autobauer denkt darüber nach, die Produktion einzelner Modelle von Korea nach Europa zu verlagern
Im monatelangen Ringen um den Sparkurs beim verlustreichen Autobauer gibt es eine Grundsatzeinigung
Konzernmutter General Motors will die zentrale Fertigungsplanung am Opel-Stammsitz Rüsselsheim aufgeben, im Bochum wurde derweil protestiert
lange man heute für einen astra (22.000 euro!!!) sparen muss... schaut mal was so eine karre in den usa kostet ... http://www.chevrolet.com/malibu-mi... sedan.html
dafür gibt´s einen malibu aber 10% billiger !
... waren sehr durchwachsen:kurze Haltbarkeit wichtiger Komponenten (2x Lichtmaschine!) und entsprechend teure Reparaturen - für ein Modell, dass angeblich gehobene Mittelklasse war (Omega). Mag sein, dass die Qualität heutiger Modelle besser ist, aber ich persönlich habe weder Zeit noch Geld, es nochmals mit dieser Marke zu versuchen, vor allem wenn die Zeichen auf Untergang stehen.
http://einestages.spiegel.de/static/to... r_war.html
des weiteren teilen sich opels und chevrolets immer öfter die selbe technik. einige chevrolets basieren heute auf opel, der opel ampera basiert wiederum auf dem chevrolet volt. chevrolet wird als gobale marke positioniert, die eben überall operiert. die konzernprodukte werden in europa unter dem namen opel angeboten, wo auch einige produkte entwickelt und hegersellt werden.
es geht also weniger um opel vs. chevy, sondern eher um standortkonkurrenz und hier dürfte gm eben künftig eher auf andere standorte setzen.
http://www.zeit.de/auto/2012... konkurrenz
Wenn nicht GM Opel hinunterwirtschaften würde, würde kein Schwein heute nach Audi, BMW oder VW krähen. Opel hat schon gehobenere Mittelklasse Autos gebaut, da haben die anderen noch richtigen Scheiß produziert. Aber diese Opel Verkausverbote in vielen aufstrebenden Volkswirtschaften, das Ausschlachten von GM von Opel für ihre Hausmarke macht Opel leider kaputt. Opel kann richtig gute Autos bauen. Man hindert sie leider wo es nur geht...
Es bezahlt jeder, und zwar mit seiner Gesundheit! Das Traurige ist, daß diese Arbeitsplätze alleine aus Profitgier unmenschlich werden und danach überhaupt verloren gehen => soll heißen: ganz egal, ob rentabel oder nicht, wenn 's woanders billiger geht (oder so verkauft werden kann - die Realität schaut meistens eh anders aus, wenn man alle Faktoren miteinbezieht) dann wird auch dort produziert
"Wir wissen, dass Mitarbeiter zermürbt sind. Deshalb gibt es regelmäßig Informationsveranstaltungen"
Das erinnert ja schon an die SPÖ: "Wir wissen, dass die Leute politikverdrossen sind und sich über unnötige Ausgaben aufregen. Darum lassen wir laufend neue Anzeigen schalten."
Die Komponenten sind das Billigste vom Billigen.
Beispiel: GM-Stahlfelgen: ca 2,5 kg schwer, dünn, weich, leicht verformbar.
Eine Qualitätsstahlfelge hat normalerweise 6,5 - 8,5 kg, ist 3-mal so dickwandig wie GM-Felgen, und äußerst stabil.
Und so wie die Felgen, sind auch die übrigen Komponenten bei GM/Opel/und Co.
Der Opel Mokka, Allrad, eine einzige Katastrophe. Wenn man damit 3-mal ein anderes Auto aus dem Schlamm zieht, ist die Kupplung dahin. Alles extrem unterdimensioniert. Echt billig.
Einen Opel kaufen heute doch nur mehr völlig ahnungslose Menschen.
Immer das selbe Herumgeweine. Die LM-Felgen meines Astras sind Top - haben mir auch schon mehrmals Mechaniker gesagt - nur Randsteine halten sie leider nicht so gut aus ;-)
Zur schlechten Opel-Qualität kann ich nur sagen, dass man sich mal die Qualitätsberichte ansehen sollte - Opel spielt hier oft in der Top-Liga der deutschen Automarken mit. Mein Astra hat jetzt 103.000 km drauf und noch nie einen Mangel. Mit Sprüche wie "mit nem Opel stehst nur in der Werkstatt" kann ich voll nix anfangen.
Ich kenne mich zwar mit Autos nicht wirklich aus - aber hatte einige Opel (Omega, Meriva, Astra). [JA, die Pointe, dass ich Opel haben könnte, weil ich mich nicht auskenne, ist mir bewusst. |-D ]
Thema Qualität konnte ich da nie meckern. Die waren stabil, hielten lange, es gab eigentlich keine Probleme.
Das ist ein schlechtes Beispiel, da eine leichte Felge ein ganz besonderes Herausstellungsmerkmal ist. Weniger ungefederte Masse bedeutet besseres Fahrverhalten und weniger Spritverbrauch. Dem Tüv reichen die Felgen, was die Stabilität angeht.
Aber ich gebe Ihnen im Allgemeinen recht, wobei ich die Teilequalität nicht auf Opel bzw. GM beschränken will. Auch bei anderen Marken wird gespart, wo's geht. Den Mokka kenne ich nicht, aber das er kein Unimog ist, sollte klar sein:)
Dagegen spricht der Erfolg der Premium-Marken. Wobei die stark vom Staat subventioniert werden (Deutschland, Firmen-PKW) aber die südlichen EU-Länder brechen weg - man merkt, dass die Leue dort unten wohl kein Geld mehr für neue Autos haben - warum wohl? Auch hier bei uns - wenn man den Leuten immer mehr Geld weg nimmt, werden sich viele kein neues Auto mehr kaufen können/wollen. Und der Mittelstand bzw. die reicheren kaufen sich Premium-Marken. Peugeot und Citroen spürt auch schon, dass die untere Schicht bei Autokäufen schwächelt. Ich hätte mir auch einen neuen Astra kaufen wollen ... aber irgendwie spielt das Geld nicht mit ... so fahre ich nun meinen aktuellen Astra tot ... mal sehen.
Die Situation in Westeuropa ist drammatisch. Und das hat nur teilweise mit Einkommen zu tun. Das Auto verliert als Statussymbol oder lifestyle Objekt zunehmend an Bedeutung! Dazu muss man sich nur ansehen wer neue(!) Autos kauft, hauptsaechlich Firmen und Leute ueber 50, und die kaufen Premium!
Die juengere Generation hat andere Praeferenzen (speziell in den Staedten wo der Grossteil der Kaufkraft daheim ist). Nachdem Autos heute laenger halten kauft man sich statt eines neuen Peugeot/Citroen/Opel eben einen ehemaligen Firmenwagen. Damit schliesst sich der Kreis, die “nicht Premiummarken” allerdings bleiben draussen.
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