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Asylwerber, die aus Traiskirchen in das Almdorf Grassler auf der Saualm verschickt wurden, können sich derzeit nur an der schönen Aussicht erfreuen.
Klagenfurt - In der Streusiedlung Lamm auf 1000 Metern Seehöhe an der Südflanke der Saualm leben rund 120 Menschen. Sie haben plötzlich Zuwachs bekommen - über Nacht und ohne jede Vorankündigung. Im Almdorf Grassler sind seit Mittwoch 25 Asylwerber untergebracht. Noch einmal so viele sollen dazukommen, auch Familien.
"Da gehst spazieren, und auf einmal kommt dir so ein schwarzer Lotter (Mann) entgegen. Da schreckst di schon", meint eine ältere Frau im winzigen Ausflugsgasthof Schranzer. Es sei nicht recht, dass man die kleine Berggemeinde regelrecht mit den Asylwerbern "überfallen" hätte, doch grundsätzlich habe man nichts gegen die "armen Teufel". Man müsste sie "halt nur zur Arbeit erziehen". Heftiger Protest am neuen Asylheim kam vom SP-Bürgermeister von Sankt Andrä, Peter Stauber, zu dem die Katastralgemeinde Lamm gehört. Auch SP-Chef Peter Kaiser und der grüne Landtagsabgeordnete Rolf Holub verurteilen die überfallsartige Einrichtung des Asylheims Saualm II vehement.
Aufregung herrscht aber auch beim "Grassler". Denn die Flüchtlinge wussten nicht, wie ihnen geschah, als sie aus dem Erstaufnahmezentrum Traiskirchen in einen Bus verfrachtet, nach Kärnten verschickt und vor dem Almdorf Grassler abgeladen wurden - einen Kilometer Luftlinie entfernt von der berüchtigten, mittlerweile geschlossenen Sonderanstalt für mutmaßlich kriminelle Asylwerber.
"Warum bin ich hier", fragt S. Der junge Afghane spricht schon ganz gut Deutsch. Er hat die vergangenen sieben Monate in einem Asylheim im Wien verbracht und sich bereits gut integriert. Auf dem Berg könne man nichts tun außer spazieren gehen und die Wände anstarren. Angeblich soll es schon einen Hungerstreik gegeben haben. S. weiß nur von einem Asylwerber, der momentan nichts essen wolle.
Ein Asylwerber, der direkt aus Traiskirchen kam, kramt einen Ärztebrief aus der Tasche. Er leidet an Wasser in der Lunge. Eine Operation wurde ihm angeraten. Der Termin hätte bereits festgestanden. "Was ist jetzt mit mir, hier kein Arzt, keine Operation", fragt er ängstlich. Fast alle Afghanen und Pakistani haben dünne Shirts und Jacken an, tragen Sandalen oder abgewetzte, teilweise löchrige Schuhe. Sie machen sich Sorgen, wie sie damit über den Winter kommen. Immerhin hat es in Lamm um die Mittagszeit nur noch zwei Grad. Bisher hätten sie noch keine Ansprechperson vom Flüchtlingsreferat gesehen und in diesem Monat auch noch kein Taschengeld erhalten, erzählen sie.
Doch eine "Sonderanstalt" Saualm II ist das Almdorf Grassler nicht. Die Asylwerber sind - wenn auch gedrängt - in den abgewohnten, aber sauberen Almhäusern untergebracht, das dazugehörende Gasthaus wirkt einladend. Der Wirt kocht selbst, die Asylwerber dürfen im Gasthaus essen - gemeinsam mit den anderen Gästen. Das sei gut für die Integration. Er bemühe sich jetzt, rasch einen Shuttledienst einzurichten, Deutschkurse sowie warme Winterkleidung zu organisieren.
Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) ärgert sich über die neue Saualm-Diskussion. Er stattete am Sonntag dem neuen Quartier einen Besuch ab. Das Argument der Isolation lässt er nicht gelten. "Ich bemühe mich, ein vernünftiges Quartier zu finden, während Innenministerin Mikl-Leitner von einem Zeltlager redet." Kein Einziger der neuerlichen Saualm-Kritiker habe ihm bis jetzt ein Quartier gebracht, und die Bürgermeister würden nur abwinken. Und jene Sozialapostel, die die Schließung der "Sonderanstalt" für mutmaßlich kriminelle Asylwerber mitbewirkt hätten, sollten nur ja keinen neuen Wirbel inszenieren. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, 19.11.2012)
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So "billig" ist es nämlich gar nicht ,alles hinter sich zu lassen (bzw. den Schleppern in den Rachen zu werfen) um einer ungewisse Zukunft vor Ort gegen eine hoffentlich bessere ungewisse Zukunft woanders einzutauschen....
Unglaublich billig sind aber jedenfalls deine Polemik und Deine Neidattacken gegen minderjährige Aslywerber....
der unterschied zwischen einem obdachlosen und einem punk war für mich dass der obdachlose nicht aufgrund der ablehnung der gesellschaftlichen norm diesen weg gewählt hat. punk war einmal eine lebensart auf den staat zu pfeifen. heute haben wir in österreich einzigartige sozialversorgte punks.
Sollte man Annehmen. Es gibt auch Obdachlose, die für sich diesen Weg gewählt haben, ein Arzt zB. Dieser, da zur selben Zeit krank und im Krankenhaus neben meinem Vater liegend, entschied sich dafür. Die Alternative wäre gewesen - seiner Ex einen Haufen Geld zu bezahlen, nach der Scheidung. In Klagenfurt lernte ich einen Obdachlosen kennen, der mir auch erklärte, ihm gefalle dieses Leben besser.
Sicher, die Mehrheit stellen diese beiden nicht dar. Sondern die, die garnicht wahrgenommen werden, oder mit Einkaufswägen und ihrem wenigen Hab und Gut herum ziehen müssen. Es gibt eben solche, wie auch solche.
nagut sozialarbeiter
http://derstandard.at/121972503... ten-heraus
Hast du zufälligerweise schon mal gesehen wie- nur so als Beispiel- bei einem Empfang der Industriellenvereinigung die Herren und Damen Industriegranden über das Buffet herfallen, als hätten sie wochenlang gehungert?
Wenn das nicht so unglaublich komisch wäre, müßte man sich direkt schämen.
Wenn ich den halben Tag nichts gegessen habe, dann nehme ich bei solchen Anlässen auch gern mehrere Brötchen. Das gebe ich gern zu. Meistens aber bin ich froh, dass ich keines nehmen muss und hoffe, dass es niemand als Unhöflichkeit auffasst.
aber die Almhütten sind o.k. und der Chef kann kochen, von dieser Seite her stimmt das Quartier sicher! Wieso sollte man als Kärnten-kritischer Mensch nicht mal das Beste annehmen? Ich tu's auf jeden Fall und hoffe, dass sie Deutsch-Kurse auch zustande kommen und die Asylwerber gastfreundliche Kärntner treffen ...
eine Verhinderungsfront bilden.
Bei den Anrainern, die aus verständlichen Gründen kein Asylheim in ihrer Nähe haben wollen und bei den Asylwerbern, die am liebsten in einer Großstadt leben wollen. Letztere natürlich unterstützt von einen Haufen NGOs und Sozialutopisten, denen Kosten und Aufwand für die Unterbringung wurscht sind.
Dazu Parteien und Medien, denen es eine riesen Freude bereitet, auf dieser Orgel zu spielen.
Es werden dann immer mehr Ressourcen für den Streit um das wo und wie der Unterbringung notwendig sein. Mitteln die dann für den eigentlichen Zweck, die Unterbringung der Asylwerber, fehlen.
Wer (seriöse u. praktikable) Vorschläge für die Lösung dieses Problems hat, braucht diese nur zu veröffentlichen
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