Ducati Hypermotard: Auf die scharfe Tour

Neuer Motor, neues Styling, aber auch ein neuer Ableger, der auf Tour getrimmt ist, sind die Höhepunkte der 2013er-Hypermotard

Nanu, denk ich, macht Audi jetzt im ganz großen Stil sauber, nachdem sie Ducati übernommen haben? Denn auf der EICMA in Mailand stellt Ducati eine neue Hypermotard vor. Sie erinnern sich, diese Straße gewordene Supermoto, mit dem aggressiven Styling, der knochenharten Sitzposition und den Spiegeln, die dauernd bersten, weil sie am Lenkerende montiert sind. Und warum muss man die jetzt neu machen? Was passt an der Bestehenden nicht? Und da hagelt mir auf einmal eine Zahl durch den Kopf: Sechs!

Sechs Jahre ist es her, dass Ducati diesen brutalen Kurvenräuber präsentiert hat. 2006. Erinnern Sie sich noch? Matafix. Big City Life. Mozartjahr. Österreich übernimmt den EU-Vorsitz. Prodi gewinnt gegen Berlusconi. Deutschland verliert im WM Semi-Finale gegen Italien. Natascha Kampusch kann ihrem Entführer entkommen. Und ja, Ducati präsentiert die Hypermotard.

Neuer Motor mit 110 PS

So gesehen wird es eh Zeit, dass eine Neue kommt. Und sie schaut jetzt noch schärfer aus - und die Spiegel haben wieder einen sicheren Platz. Die Front ist glatter, das Heck schmaler. Statt durch die Doppelläufige unterm Sitz atmet die neue Hypermotard nun durch ein mächtiges Rohr auf der Seite. Wichtigste Neuerung ist aber sicher der Motor.

Ein 821 Kubikzentimeter großer Testastretta treibt die Hyper jetzt an. Keine Angst, das schiebt sicher böse an, denn Duc holt 110 PS aus dem Zweizylinder und bringt ein Drehmoment von 89 Newtonmeter aufs Hinterrad.

Die brutale Sitzergonomie hat Ducati entschärft, den Lenker höher montiert. Rahmen und Schwinge wurden neu entwickelt, und ein 16-Liter-Tank sorgt jetzt für mehr Reichweite. Und weil heute niemand mehr ohne elektronische Spielereien fahren mag, gibt es diese auch auf der Hypermotard. Das ABS kennt drei Stufen, die Traktionskontrolle gleich derer acht. Über die Riding-Modes Sport, Touring und Stadt wählt man sich durch die elektronsichen Schutzengel.

Die Hypermotard SP

Race, Sport und Wet heißen die Modes auf der Hypermotard SP. Auch die wird es geben. Sie ist die ab Werk nachgeschärfte Version, hat statt der 43-Millimeter-Kayaba Gabel und des Sachs-Federbeins eine Marzocchi-Gabel mit 50 Millimeter Durchmesser und dämpft hinten seriös mit Schwedengold, also Öhlins. Die SP rollt auf Diabolo Supercorse SP statt auf den Diabolo Rosse II, ist mit 171 Kilogramm um 4 Kilogramm leichter, dafür ist mit 890 Millimeter die Sitzhöhe um 2 Zentimeter höher als bei der 08/15-Hypermotard.

Erkennen werden wir die SP am konischen Alulenker, der radial montierten Bremspumpe, den Carbon-Applikationen und der Farbe. Während die Hypermotard in rot und mattschwarz durch die Kurven wildert, wird die SP rot, weiß und schwarz sein.

Hyperstrada, die Touren-Hyper

Aber auch eine handzahmere Version der Hypermotard wird es geben, die speziell auf Touren von 400 bis 500 Kilometer ausgelegt ist. Die heißt dann aber nicht GT, sondern gleich Hyperstrada. Sie ist rot und arctic-weiß, hat einen höheren Lenker, ein ordentliches Windschild, mächtigere Koderer, zwei Steckdosen, einen Hauptständer und eine gemütlichere Sitzbank. Die gibt es dann auch mit einer Sitzhöhe von 830 Millimeter.

Ach ja, und nicht zu vergessen: Zwei Seitenkoffer mit je 50 Liter und ein Topcase mit 31 Liter Fassungsvermögen sind auch montiert. Und das ist zusammen ziemlich genau die Hälfte dessen, was in einen Audi A1 geht, wenn man die Sitze nicht umlegt. Ein Zeichen? (Guido Gluschitsch, derStandard.at, 19.11.2012)

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