Nach Tod einer Frau: Tausende protestieren in Irland für Abtreibung

18. November 2012, 18:05

Bevölkerung forderte das Recht auf Schwangerschaftsabbruch

Galway - Savita Halappanawar kam wegen Rückenschmerzen ins Krankenhaus - drei Tage später war sie tot. Die in Irland lebende Inderin war im vierten Monat schwanger. Im University Hospital Galway, das sie Ende Oktober aufsuchte, sagte man ihr, dass sie wahrscheinlich eine Fehlgeburt haben werde. Sie wurde auf die Intensivstation eingewiesen. Als sich ihr Zustand verschlechterte, bat die 31-Jährige die Ärzte, den Fötus zu entfernen.

Doch diese weigerten sich, erzählt ihr Mann. "Dies ist ein katholisches Land", habe man ihr erklärt. Erst müsse das Herz des Ungeborenen aufhören zu schlagen. Als dies geschah, war es allerdings schon zu spät. Halappanawar starb an einer Blutvergiftung.

12.000 Menschen bei Protest

Ihr Tod löste in Irland eine heftige Debatte aus. Am Samstag demonstrierten tausende Menschen für das Recht auf Abtreibung. In Dublin beteiligten sich bis zu 12.000 Menschen an einem Protestmarsch. In Galway hielten hunderte Menschen trotz der bitteren Kälte eine Kerzenwache auf dem Hauptplatz ab.

Vor 50 Jahren sei ihre Mutter unter ähnlichen Umständen gestorben, berichtete eine der Teilnehmerinnen, Margaret Geraghty. "Ich kann es kaum glauben, dass dies heute immer noch passieren kann", sagte sie. Schwangerschaftsabbruch ist in Irland verboten. Ein Verfassungszusatz von 1983 hält fest, dass der Embryo vom Zeitpunkt seiner Zeugung an ein irischer Bürger mit allen Rechten ist. Schwangere müssen nach Großbritannien reisen, um abzutreiben. Seit einem Urteil des Obersten Gerichtshofs von 1992 dürfen Ärzte zwar eine Abtreibung vornehmen, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, doch wurden die Gesetze bis heute nicht an die Rechtsprechung angepasst.

Verhärtete Fronten

Premierminister Enda Kenny von der konservativen Fine Gael nannte den Fall eine "Tragödie", lehnte es aber ab, den Tod der 31-Jährigen weiter zu kommentieren. Die Labour-Partei, die Kennys große Koalition als Juniorpartner trägt, fordert eine Lockerung der Abtreibungsgesetze.

In Irland stehen sich seit Jahrzehnten Abtreibungsgegner und -befürworter gegenüber. 1992 war einem 14-jährigen Vergewaltigungsopfer nicht nur die Abtreibung in Irland versagt worden. Man hielt sie auch davon ab, sie außer Landes vornehmen zu lassen. Das Oberste Gericht des Landes bewilligte dem Mädchen schließlich die Ausreise nach England, wo es das ungewollte Kind abtreiben ließ. Der Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen.

Spanien will Abtreibungen verbieten

2009 beschäftigte sich der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte mit dem irischen Abtreibungsverbot. Drei klagende Frauen erhielten Recht. Die Regierung in Dublin musste das Gesetz überarbeiten. Die Änderungen fielen aber nur marginal aus.

In kaum einem anderen europäischen Staat gibt es derart restriktive Bestimmungen zum Schwangerschaftsabbruch. Allerdings gewinnen Abtreibungsgegner auch in anderen katholischen Ländern an Terrain. So kündigte die konservative spanische Regierung an, Abtreibung wieder verbieten zu wollen, die Liechtensteiner lehnten deren Legalisierung 2011 bei einer Volksabstimmung ab. (AFP, stem, DER STANDARD, 19.11.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 155
1 2 3 4
irgendwie scheint Fasching zu sein, weil sich hier die Narren tummeln und ihren Senf abgeben müssen.

Das Problem ist NICHT das Gesetz!

Das GESETZ erlaubt ja den Abbruch wenn das Leben der Mutter gefährdet ist.

Das Problem hier sind nicht die bösen Katholiken, weil diese ja ein Gesetz haben das den Abbruch erlaubt wenn das Leben der Mutter gefährdet ist.

Das erste Problem sind die Nullchecker und Intelligenzallergiker die glauben es läge am Gesetz,

Das zweite Problem sind die Ärzte, die vermutlich ebensolche Nulpen wie die Katholiken-Basher sind.

Das Gesetz hätte GANZ KLAR den Eingriff erlaubt.

DIE ÄRZT/INNEN jedoch haben dieser Frau nicht mit den zu Gebote stehenden Maßnahmen (legaler Abbruch) geholfen, und damit einen Mord oder Totschlag begangen.
Wie dumm muss man den bitte sein "die Katholiken" für sowas verantwortlich zu machen?

du irrst dich, das problem sind hier (wie so oft) sehr wohl die katholiken. sie sind es nämlich die einen legalen schwangerschaftsabbruch gesetzlich und moralisch bekämpfen. und genau dieser kampf der katholiken für ihre abstrusen wertevorstellungen führt dann zum tod von menschen.

Das Gesetz erlaubt den Eingriff eben nicht. Es gibt nur eine erkentnis des Obersten Gerichtshofes, der ist aber nie ins Gesetz übernommen worden. "Seit einem Urteil des Obersten Gerichtshofs von 1992 dürfen Ärzte zwar eine Abtreibung vornehmen, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, doch wurden die Gesetze bis heute nicht an die Rechtsprechung angepasst. "

kann man eigentlich inzwischen schon beim abtreiben, den fötus mit in vitro am leben erhalten? - ich mein nur - mit in vitro würds die abtreibungsdiskussion nicht mehr geben...

Föten kann man ca ab der 24. Woche mit Hilfe der Medizin am Leben erhalten,

leider meist meist mit schwerwiegenden Folgen, aber zu diesem Zeitpunkt dürfen sowieso keine Abbrüche mehr durchgeführt werden, außer der Fötus ist nicht lebensfähig oder die Mutter in Lebensgefahr.

Solche Geschichten (Frau stirbt, weil der sie gerade tötende Fötus nicht entfernt wird, gabs schon früher.

Die Katholische Kirche hat sich in diesen Fällen schon immer gegen das Frauenleben entschieden. )Die jüdische Tradition sprach sich schon im Mittelalter für das Weiterleben der Frauen aus.) Daran hat sich leider seit dem Mittelalter offenbar nicht viel geändert. Irland und andere traditionell katholische Länder tuen gut daran, diese menschenverachtende Tradition über Bord zu werfen.

ist ja bekannt, dass Frauen in der röm.kath. Kirche nichts zu melden haben

Irische Gesetze

Die Gesetze und Urteile in Irland werden nicht so genau genommen wie das Verfahren der österreichischen Studenten gegen Facebook zeigt. - Europäisches Recht ist anscheinend nicht irisches Recht.

ob es nun Mord ist oder nicht und auch ob es gesetzlich erlaubt ist oder nicht, Abtreibungen wird es immer geben und da ist es für die Frau allemal besser sie kann den Eingriff in einem Krankenhaus vornehmen lassen, als eine dieser graußigen Methoden, die es da noch gibt, machen lassen zu müssen

Man sollte die Ärzte dazu verurteilen, 100 Abtreibungen kostenlos durchzuführen.

Das wäre rechtlich nicht möglich. Denn man kann niemandem rechtswidriges Verhalten vorschreiben.

Ich frage mich, warum österreichische Frauen so scharf darauf sind, ungeborene Kinder umzubringen?? Immerhin 40000 dieses Jahr!!

Da gibte es viele Gründe. Schwanger durch Vergewaltigung, durch sexuellen Missbrauch, durhc Unvorsichtigkeit,....

In dem Fall war ein ultrakatholischer Arzt scharf darauf, eine Frau umzubringen.

Dass der Fötus nicht mehr zu retten war, wußte er.

Nun ..

.. Sie können ja auch gerne ehrenamtlich in diversen Kinderheimen arbeiten ... da wimmelt es nur so von ungeliebten Kindern, die man via Babyklappe oder "Körbchen" (Klassiker) ausgesetzt hat!

Dabei sind die AbtreibungsgegnerInnen plötzlich mundtot oder ganz ganz ganz still und ruhig ....

Wovon faseln Sie?

DIESE Frau ist an der Nicht-Abtreibung gestorben.
Ein sinnloses Opfer des Kampfes Männer gegen Frauen ….

Naja ist ja auch das reinste Vergnügen für die Frauen, gell.

</ironie off>

Hingegen ist es für den Fötus das reinste Vergnügen.

Der weiß nichts und spürt nichts

40.000 Notfälle oder ausweglose Situationen?

selbst wenn es keine notfaelle oder ausweglose situationen sind, fakt ist, dass diese kinder nicht gewollt sind. wuerde man diesen kindern was gutes tun, abtreibung zu verbieten? wenn sie dann weggegeben werden oder auch 'nur' ihr lebenlang ungeliebt bleiben? bedingungslose liebe und unterstuetzung ist wohl eines der wesentlichen dinge fuer die gesunde entwicklung eines kindes.

Was wäre denn eine für Sie akzeptable Zahl?

Genau, und es steht niemandem zu, darüber zu urteilen.

Jeder kann darüber urteilen wie es ihm beliebt. Oder wollen Sie jetzt auch ein Meinungsverbot?

Posting 1 bis 25 von 155
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.