Israels Präsident Peres lehnt Preis von CSU-naher Stiftung ab

"Spiegel": Angeblich wegen Nazi-Vergangenheit zweier Gönner der Organisation

München/Jerusalem - Der israelische Präsident Shimon Peres hat dem deutschen Nachrichtenmagazin "Spiegel" zufolge den Franz-Josef-Strauß-Preis der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung abgelehnt. "Der Präsident nimmt keinen Preis dieser Stiftung an", habe Peres' Büro mitgeteilt. Das Magazin spekuliert, dass diese Ablehnung mit der Nazi-Vergangenheit zweier Gönner der Stiftung zu tun haben könnte, die das Blatt vor einer Woche aufdeckte.

Dass Peres den Franz-Josef-Strauß-Preis abgelehnt hat, konnte die CSU-nahe Stiftung am Sonntag nicht bestätigen. Es lägen ihr keine Informationen aus Israel vor, dass der Staatspräsident den Preis nicht annehme. Noch Mitte September hat Peres dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Horst Seehofer gegenüber zugesagt, den Preis annehmen zu wollen. Der Preis wird seit 1996 an Politiker vergeben. Preisträger waren unter anderem der frühere Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, und der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl.

Das Ehepaar Max und Maria Wutz hatte der Einrichtung ein wertvolles Grundstück vererbt. Daraus finanziert die Stiftung seither einen Volksmusikpreis. Das Paar Wutz sei während der NS-Zeit Judenhasser und Hitler-Anhänger gewesen, schrieb das Magazin. Die Stiftung will den Musikpreis zunächst nicht mehr vergeben. (APA, 18.11.2012)

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