Tausende Tibeter protestieren nach neuer Selbstverbrennung

18. November 2012, 13:13

Starkes Aufgebot von Sicherheitskräften

Lhasa/Peking - Nach einer neuen Selbstverbrennung haben Tausende Tibeter gegen die chinesische Herrschaft über ihr Volk protestiert. Wie die in London ansässige Organisation Free Tibet am Sonntag mitteilte, kamen die Menschen in Tongren in der Provinz Qinghai in Nordwestchina zusammen, um den Tod einer Frau zu betrauern, die sich am Samstag in Brand gesteckt hatte. Die Mutter zweier Kinder hatte sich ihren Lebensunterhalt als Taxifahrerin und Landwirtin verdient, wie es weiter hieß.

Die Demonstration sei von einem starken Aufgebot der Sicherheitskräfte begleitet worden. Mindestens 20 Lastwagen mit Polizisten seien zu sehen gewesen. Seit 2009 haben sich nach Angaben von Exil-Tibetern bereits 75 Tibeter selbst verbrannt. (APA, 18.11.2012)

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Hier mal eine nüchterne Analyse,

was an der Geschichte alles nicht stimmig ist.
http://hpd.de/node/14400
Das heißt nicht zwingenderweise, dass sie nicht stimmt. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass das alles so war, wie eine westliche Lobby-Gruppe behauptet, ist doch gering.

Ach, daher weht der Wind.

Sie müssten Ihre eigenen Artikel revidieren, wenn eines der Argumente der Gegenseite stimmen würden, und zugeben, dass Sie schlecht recherchiert haben.

Und diese Größe fehlt Ihnen ....

Eigenlob soll ja zuweilen die Geruchsnerven belästigen

Sie verlinken auf Ihren eigenen Kommentar und nennen das voller Selbstlob "eine nüchterne" Analyse?

Lächerlich ;-)

Es erhebt sich ja mittlerweile die Frage, aus welchen dubiosen Quellen Sie selbst ihre Aussagen beziehen. Ein gutes Beispiel ist Ihre dreiste Behauptung, Inder in Dharamsala dürften angeblich nur niedere Tätigkeiten verrichten. Den Beleg für eine derart gewagte Anschuldigung sind Sie bisher schuldig geblieben.

Gehirnwäsche

Wie weit muss das Gehirn von jungen Leuten gewaschen sein, dass sie sich selbst anzünden? Einfach unglaublich.

Wer in Tibet gegen das chinesische Regime protestiert, verschwindet ziemlich unauffällig ins Gefängnis und kann mit sehr bösen Folterungen und "Umerziehung" rechnen.

Wer sich verbrennt ist tot und hat ausgelitten, kann also nicht mehr gefoltert werden, gleichzeitig geht die Nachricht ins Ausland.

Ich nehme an, das ist einer der Aspekte (ohne dass ich die Selbstverbrennungen gutheißen würde).

Dazusagen muss man, dass Selbstmord aus buddhistischer Sicht nicht gutgeheißen wird, also eigentlich ein Verstoß gegen die religiöse Überzeugung ist. Offenbar ist der Druck aber so stark, dass darauf keine Rücksicht mehr genommen wird.

Die Frage

stellt sich die Mehrheit der Posterinnen hier leider nicht.

möglicherweise gar nicht.

Immerhin haben die was, das gewaschen werden kann.

Bei Leuten, die aus dem Wohlstand ihres häuslichen Pfurzzimmers heraus zu meinen wissen, wie die Tibeter zu fühlen hätten, bin ich mir da weniger sicher.

Und du weißt

woher genau, wie Tibeterinnen und Tibeter fühlen?
Wenn die einzige Kritik an der Wahrnehmung des anderen die eigene Wahrnehmung ist, ist das ein äußerst schwaches Argument.
Fakt ist: Es gibt in buddhistischen Weltgegenden eine mittlerweile auch schon mehrere Jahrzehnte alte Tradition der Selbstverbrennung durch religiöse Fanatiker, übrigens nicht nur in China. Außerhalb dieser Gegenden kommt das so gut wie nicht vor. Das lässt sich empirisch erhärten. Die Vermutung, dass das etwas mit der Sozialisation zu tun hat, liegt also schon mal nahe. Ich würde als weiteren Faktor nennen, dass Selbstmorde und Selbstmordarten bei intensiver Berichterstattung Mode werden. Ist leider so.

"Das lässt sich empirisch erhärten"

Weil man ja in China überhaupt so gut empirische Studien durchführen kann!

Es geht hier

v.a. um die Gegenden AUSSERHALB dieser Weltregion. Dort kommt das so gut wie nicht vor. Das sollte zu denken geben.
Aber was zählt schon ein Argument, wenn man polemische Propaganda betreiben kann?

Ah ja

Nach Angaben einer exiltibetischen Organisation, der x-fach die Verbreitung zumindest schlecht recherchierter bis offensichtlich schwer aufgebauschter "Informationen" nachgewiesen wurde. Was ist das für eine Quelle?
Und, nein: Ob die chinesische Regierung eine glaubwürdigere Quelle ist, spielt bei dieser Frage keine Rolle.

Die Glaubwürdigkeit der chin. Propaganda spielt sehr wohl eine entscheidende Rolle

Die Unglaubwürdigkeit der babylonischen, chin. Geschichtsverfälschung, die mit sehr viel Geld und noch mehr Elan betrieben wird, spielt sogar eine ganz entscheidende Rolle.

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass beide Seiten nach diesem jahrzehntelangem Konflikt subjektiv in ihrer Wahrnehmung sind.

Aktuelle Informationen zu der Tragödie auf dem Dach der Welt gibt es wahlweise von der tibetischen Gemeinde in Nordindien, den Verursachern der Katastrophe, deren bezahlten Schreiberlingen samt Steigbügelhaltern sowie von den wenigen Touristen oder Journalisten, denen ausnahmsweise gestattet wurde, sich bruchstückhaft selbst ein Bild über die Zustände in Tibet zu machen.

Hhhmmm...

Die Fragen als Antwort auf Ingrid Goeschl waren schon legitim. Sie haben nur aufgezeigt, welche Fragen die Pressemitteilung von "Free Tibet" offen gelassen hat - die es die Aufgabe verantwortungsvoller Journalistinnen und Journalisten wäre zu klären.
Auch der Hinweis, dass Propaganda IMMER nur funktioniert, wenn niemand "Informationen" hinterfragt, ist legitim.

Mit einem Wort: Alle Quellen sind nach Ihrer Definition unglaubwürdig und deshalb reden wir am besten nicht darüber.

Das würde den Chinesen wohl passen.

Wieso?

Man sollte mal anfangen, die Informationen kritisch zu hinterfragen. Kann das stimmen? Stimmt alles oder wurde aufgebauscht? Wurden z.B. aus 200 Leuten ein paar tausend gemacht? Wer waren diese Leute, die demonstrierten? Warum gingen sie wirklich auf die Straße? Gab's wirklich Polizei? Gab's wirklich so viel Polizei? Usw. usf. Danach natürlich: Warum verbreitet "Free Tibet" diese Information? Wie kamen sie selbst dran? Wer legitimiert eigentlich "Free Tibet"? Wenn man das als Journalist nicht tut, muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, sich einspannen zu lassen. Genau mit einseitigen Informationen funktioniert nämlich Propaganda.

Ich habe das Glück, seit mehr als 30 Jahren mit Tibetern befreundet zu sein, die beim Einmarsch der Chinesen aus Tibet fliehen mussten, und bevor Sie schreien "Aristokraten und Ausbeuter" ergänze ich noch, dass meine Freunde in Tibet Nomaden, also alles andere als vermögend, waren.

Aus diesem Grunde besitze ich auch abseits der Medienmeldungen ein wenig Hintergrundinformationen.

Ah ja

Leute, die seit dem Einmarsch der Chinesen, also seit 60 Jahren (!), nicht in der alten Heimat waren, sollen also über genügend tragfähige Kontakte in Tibet verfügen, um sich einigermaßen wahrheitsgetreu über die Lage in der Heimat zu informieren? In einem Land, das zweifelsohne kein demokratischer Rechtsstaat ist, wo es also von vornherein schwieriger ist, verlässliche Informationen zu bekommen?
Noch dazu Nomaden, also Leute, die bestenfalls im Exil (tibetisch) lesen und schreiben lernten (im "alten" Tibet waren 90 Prozent der Menschen Analphabeten)?
Wie aktuell sind die "Hintergrundinformationen"? Von woher kommen die denn? Wie werden sie übermittelt?

Sie wissen ganz genau, dass der Einmarsch der Chinesen etappenweise erfolgte und die Flucht des Dalai Lama 1959 auch der Auslöser für eine Große Flüchtlingsbewegung war.

Der Teil meiner Freunde, die damals flüchteten, sind heute - genauso wie ich - schon ältere Herrschaften, von der Ermordung ihrer Väter und der Flucht ihrer Gruppe haben sie mir schon in unserer Jugend erzählt.

Etappenweiser Einmarsch

der Chinesen??
Ihre Geschichtskenntnisse sind niederschmetternd, Frau Goeschl Ingrid!

Flucht des Dalai Lama 1959. Ja das stimmt, aber die Gründe verschweigen Sie!

Fazit: Sie wirken unglaubwürdig, Frau Goeschl Ingrid!
Sorry, aber das muss gesagt werden....

Die offizielle tibetische Armee, die mit völlig kriegsunerfahrenen jungen Aristokraten in Führungspositionen aufgestellt wurde, war tatsächlich völlig chancenlos.

Es hat sich dann aber eine Untergrundarmee formiert, großteils Khampas, die erbitterten Widerstand gegen die militärisch weit überlegenen Chinesen leistete und angesichts Ihres Ausrüstungsdefizits erstaunlich lange durchhielt.

Der Dalai Lama hätte wohl Indien nie erreichen können, wäre nicht ein Teil des Landes damals noch von diesen Khampasoldaten kontrolliert worden.

Untergrundarmee?

Les ich hier Untergrundarmee?
Sorry, aber das bissl Armee war eine von der CIA finanzierte Söldnertruppe und das nachweislich. Das war nie eine Volksbewegung. Völlig unfähig, einen Guerillakrieg auf eigenem Boden zu führen, das aber nur nebenbei.
Der sog. Volksaufstand war auf das Umfeld mehrerer Klöster beschränkt...

Das ist eben unrichtig.

Was stimmt ist dass die Amis dann ein paar Leute aus dieser Untergrundarmee militärisch ausbilden haben lassen, das war aber zu einem Zeitpunkt, als der Kampf schon längst tobte.

Von Söldnern, also bezahlten Soldaten, kann keine Rede sein, wer hätte die denn bezahlen sollen?

Ich habe Freunde, deren Väter in diesem Kampf erschossen wurden. Die Familien sind dann mit den Kindern übers Hochgebirge nach Nepal geflüchtet. Später sind dann manche ins Tal und haben im Straßenbau Steine geschleppt, um zu überleben.

Heute leben tatsächlich viele von ihnen vom Tourismus, neiden Sie ihnen das?

PS.: Wenn ich nicht irre waren das um die 10 Tibeter, die aus dem Rebellenlager geholt und in den USA militärisch ausgebildet wurden, und auch das erst, als die amerikanischen Militärs erstaunt wahrnahmen, wie überraschend lange sich die Rebellen gegen die Besatzer behaupteten.

Wenn Sie das als "Söldnerheer" bezeichnen wollen ....

Sorry, aber

die CIA hat dieses Häuflein Armee auch bezahlt. Ein Teil dessen lief unter dem Operationsnamen "ST Circus", was eine der erfolglosesten CIA-Operationen überhaupt war. Militärisch ineffektiv, von den Chinesen einigermaßen effektiv unterwandert (ja auch die Kommunisten hatten Sympathisanten in Tibet, bis in die 50er übrigens den Dalai Lama) und sehr, sehr teuer. Es waren kaum mehr als je einige sehr gebirgige Grenzregionen betroffen, den Chinesen weitgehend egal. Die größte Ausbeute waren Regierungsdokumente aus einem Überfall, die auf Probleme beim "Großen Plan" von Mao Zedong hinwiesen.

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