Iran bestreitet Raketenlieferungen in den Gazastreifen

18. November 2012, 12:03
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Hamas benötige keine Hilfe von außen - Iran ruft zu Front gegen Israel auf

Teheran/Jerusalem/Gaza - Der Iran hat israelische Vorwürfe zurückgewiesen, Fajr-5-Raketen mit längerer Reichweite an militante Palästinenser im Gazastreifen geliefert zu haben. Die Anschuldigungen entbehrten jeder Grundlage, sagte der Vorsitzende des Parlamentsausschusses für auswärtige Angelegenheiten und nationale Sicherheit im iranischen Fernsehen. Die militanten Kräfte benötigten keine Hilfe von außen, wurde Alaeddin Boroujerdi am Samstagabend auf der Internetseite des arabisch-sprachigen Fernsehssenders Al-Alam zitiert.

Der militärische Flügel der radikal-islamischen Hamas, die im von Israel abgeriegelten Gazastreifen herrscht, hatte am selben Tag gemeldet, eine Fajr-5 auf das 70 Kilometer entfernte Tel Aviv abgefeuert zu haben. Die israelische Flugabwehr fing die Rakete nach Polizeiangaben ab. Es habe keine Verletzten und Sachschäden gegeben.

Die Fajr-5 hat eine Reichweite von 75 Kilometern und kann einen 175 Kilogramm schweren Sprengkopf ins Ziel befördern. Sie gilt als Prestigewaffe der Hamas, auf deren Raketenangriffe Israel seit Mittwoch mit massiven Einsätzen seiner Luftwaffe reagiert. 

Iran ruft zu Front gegen Israel auf

Am Sonntag hat der Iran die arabischen und islamischen Länder aufgefordert, gemeinsam gegen Israel Front zu machen. "Sie sollten sich auf den Hauptfeind konzentrieren, und dieser ist das zionistische Regime (Israel, Anm.)", sagte Außenminister Ali-Akbar Salehi auf einer Syrien-Konferenz in Teheran. Gleichzeitig rief er dazu auf, den Menschen im Gazastreifen zu helfen.

Zu der eintägigen Konferenz unter dem Motto "Demokratie ja, Gewalt nein" reisten rund 200 ausländische Gäste in die iranische Hauptstadt. Darunter waren etwa 130 Vertreter der syrischen Regierung sowie von Oppositionsparteien, die allerdings außerhalb Syriens sitzen. Vertreter der Rebellen aus dem Land selbst nahmen nicht teil. Der Iran ist einer der engsten Verbündeten des Regimes von Bashar al-Assad, das die Aufständischen seit mehr als eineinhalb Jahren bekämpfen.

Ziel der Konferenz sei es, ein Ende der Gewalt in Syrien zu erreichen, sagte Salehi. Dazu bedürfe es eines Dialogs der Syrer miteinander, bekräftigte der iranische Außenminister. Jede Einmischung des Auslands sei ebenso abzulehnen wie die "unverantwortlichen, bewaffneten Rebellen". Teheran hatte bereits im August eine Syrien-Konferenz ausgerichtet; diese war jedoch ohne konkrete Ergebnisse geblieben. (APA, 18.11.2012)

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