Anti-Diskriminierung bei "Wal-Mart"

12. August 2003, 13:33
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Homosexuellen-Gruppe aus Seattle betrieb bei größter Handelskette Amerikas Lobbying mittels Aktien-Fonds

Washington/Seattle - Die Handelskette Wal-Mart, der größte private Arbeitgeber der USA, wird künftig aktiv gegen Homosexuellen-Diskriminierung bei den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorgehen. Dies sei richtig gegenüber den Beschäftigten und auch richtig für das Geschäft, erklärte Wal-Mart-Sprecherin Mona Williams gegenüber der "New York Times". Bei Wal-Mart arbeiten rund eine Million Menschen in 3.500 Filialen. Zuvor hatte eine Homosexuellen-Gruppe in Seattle mit mehreren Fonds in Aktien des Unternehmens investiert und zwei Jahre lang für eine Nicht-Diskriminierung lobbyiert.

Teilhabe an Krankenversicherung

Neun der zehn größten US-Unternehmen verfügen nun über eine Anti-Diskriminierungspolitik auf Grund sexueller Orientierung, so die Gruppe "Human Rights Campaign". Lediglich Exxon Mobil habe nichts in diesem Sinne unternommen. Von den laut Fortune-Magazin 500 größten Unternehmen können bei 197 Firmen die gleichgeschlechtlichen LebenspartnerInnen der MitarbeiterInnen an deren Krankenversicherung teilhaben.

Vergangene Woche hatte das US-Höchstgericht entschieden, dass auf Grund der amerikanischen Verfassung bzw. des darin enthaltenen Schutzes der Privatsphäre niemand wegen konsensualer sexueller Akte zwischen Erwachsenen bestraft werden dürfe. Homosexuellen-Verbände und liberale PolitikerInnen hatten das Urteil als Sieg für die Menschenrechte begrüßt und hoffen nun auf grundlegende Änderungen in allen Gesellschaftsbereichen.

Frauenmagazine verhüllt

Vor einigen Wochen machte der Handelsriese bereits Schlagzeilen, nachdem er Frauenmagazine der Marke "Cosmopolitan", "Marie-Claire" und "Glamour" nur mehr eingepackt zum Verkauf anbot. Durch einen U-förmigen schwarzen Plastikumschlag bleibt zwar der Titel und ein Teil des Covers sichtbar, die Texte zum Inhalt der aktuellen Ausgabe sind jedoch nicht mehr lesbar. Nach Angaben eines Wal-Mart-Sprechers gegenüber der "New York Times" hätten sie zeitweise "ziemlich provokante Titel" auf der ersten Seite. Nach Kundenbeschwerden habe sich der Kaufhauskonzern zum Mittelweg der Verhüllung bei der Präsentation im Vorfeld der Kassen entschlossen.

Vorher hatte Wal-Mart die drei Männermagazine "Maxim", "Stuff" und "FHM" wegen angeblich zu anstößigen Inhalts aus den Regalen genommen. Zeitschriftenverleger hatten gegen diese "Einschränkung der Wahlfreiheit der Konsumenten" protestiert. Wal-Mart ist die weltgrößte Supermarktkette. (APA)

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