Schreck, lass nach!

6. Oktober 2003, 15:54
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Die Sendung "Scare Tactics" macht sich eine Hetz daraus, Ahnungslose beinah zu Tode zu erschrecken ...

Als Beweis, wie sehr sich ein guter Gedanke ins Gegenteil verkehren kann, dient das Phänomen "Versteckte Kamera". Es kann ja durchaus sein, dass vor zwanzig Jahren bei Peter Rapps "Hoppala" manchmal gelacht wurde, mittlerweile ist das Ding nur noch öde. (Einzige Ausnahme: Hape Kerkeling, der dem Format in "Darüber lacht die Welt" neuen Schwung gegeben hat.)

Wirklich böse Nachrichten erreichen uns in diesem Zusammenhang aus Amerika: Die Sendung "Scare Tactics" macht sich eine Hetz daraus, Ahnungslose beinah zu Tode zu erschrecken. Zum Beispiel ein paar Mädels, die von einem Maskenmann mit Machete spätnachts im Landhaus überfallen werden. Oder der Typ, der nach Hause kommt und seine Wohnung völlig leer vorfindet. Männer in Schutzanzügen erklären dem Verwunderten dann, sie mussten den ganzen Krempel auf den Müll schmeißen, weil das Heim radioaktiv verseucht sei. Große Augen, viel Geschrei und im schlimmsten Fall mit Schock ins Krankenhaus. "Wir sind nicht gemein. Jeder kann die Ausstrahlung verweigern", erklärt die Moderatorin, der ehemalige "Beverly Hills"-Star Shannon Doherty. Da hat sie nicht Unrecht, wir vermuten: So viele Verweigerer werden das trotz Schock und Albtraum dann doch nicht sein.

Immer noch lustiger jedenfalls als RTL. Dort wurde zum x-ten Mal ein und derselbe Beitrag gezeigt. Die Nackerten, die es in Parks und an anderen öffentlichen Plätzen miteinander treiben, hat mittlerweile aber wirklich schon jeder einmal gesehen. (prie/DER STANDARD, Printausgabe, 4.7.2003)

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