Öcalan: Kurdische Häftlinge sollen Hungerstreik beenden

Häftlinge fordern mehr Sprachfreiheit in der Türkei und bessere Haftbedingungen für PKK-Gründer

Istanbul - Der inhaftierte kurdische PKK-Gründer Abdullah Öcalan hat Hunderte kurdische Häftlinge in der Türkei aufgefordert ihren Hungerstreik zu beenden. Die Häftlinge hatten den Hungerstreik begonnen um gegen die Haftbedingungen von Öcalan zu protestieren. Öcalan werde sich in Kürze diesbezüglich an die Öffentlichkeit wenden, verlautbarte am Samstag Öcalans Bruder in einer Aussendung. Die Aktion habe ihr Ziel erreicht, nun sollten die Häftlinge unverzüglich ihren Hungerstreik beenden.

Mit dem Hungerstreik wollen mehrere hundert kurdische Häftlinge mehr Sprachfreiheit für die rund zwölf Millionen Kurden in der Türkei sowie bessere Haftbedingungen für Öcalan durchsetzen. In den vergangenen Tagen hatten sich mehrere kurdische Parlamentsabgeordnete der Aktion angeschlossen, darunter auch Leyla Zana, die bekannteste Kurdenpolitikerin des Landes.

Öcalan, der frühere Chef der Kurdischen Arbeiterpartei PKK, die von der türkischen Regierung und der EU als terroristische Organisation eingestuft wird, sitzt in einem Gefängnis auf der Insel Imrali südlich von Istanbul ein. Er war 1999 wegen Hochverrats zum Tode verurteilt worden. Nach der Abschaffung der Todesstrafe wurde Öcalans Strafe 2002 in lebenslängliche Haft abgewandelt. (APA/Reuters, 17.11.2012)

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