Grüne wählen Chefin Roth wieder

Mit großer Mehrheit - Auch Özdemir als Deutscher Grünen-Chef wiedergewählt

Hannover - Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth ist trotz ihrer Niederlage bei der Wahl der beiden Spitzenkandidaten mit großer Mehrheit in ihrem Amt bestätigt worden. Beim Parteitag in Hannover wurde die 57-Jährige mit 88,5 Prozent von 773 abgegebenen Stimmern wiedergewählt. Eine Gegenkandidatin gab es nicht.

Zu ihrer Kandidatur sei sie ermutigt worden, sagte Roth in ihrer Bewerbungsrede. "Ihr müsst beantworten, ob ich die Richtige bin." Sie werde sich nicht verbiegen, sagte sie mit Blick auf ihre als exaltiert geltende Art. "Und das Nerven, das gewöhne ich mir auch nicht mehr ab."

"Die Trauerzeit ist vorbei. Jetzt, liebe Freundinnen und Freunde, begrüße ich Euch zum letzten Jahr von Schwarz-Gelb", rief sie den Delegierten vor der Wahl zu.

Nach Bekanntgabe der Ergebnisse der Urwahl der Spitzenkandidaten hatte Roth erwogen, sich nicht wieder zur Wahl zu stellen. Bei der Urwahl der Spitzenkandidaten war sie mit nur 26,2 Prozent abgeschlagen auf dem vierten Platz hinter der Bundestagsvizepräsidentin und Überraschungssiegerin Katrin Göring-Eckardt und Fraktionschefin Renate Künast. Zudem setzte sich Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin mit 71,9 Prozent durch. Das Ergebnis der Urwahl wurde vor einer Woche bekanntgegeben. 

"Schippe zulegen"

Cem Özdemir bleibt neben Claudia Roth Vorsitzender der Grünen. Auf dem Hannoveraner Parteitag wurde der Vorsitzende am Samstag mit 83,3 Prozent erneut an die Spitze der Partei gewählt. Er erzielte damit ein etwas schlechteres Ergebnis als Claudia Roth.

Özdemir rief seine Partei ebenso wie die Sozialdemokraten dazu auf, sich stärker als bisher für einen Sieg von Rot-Grün im kommenden Jahr zu engagieren. Beide Parteien müssten "noch eine Schippe zulegen", sagte Özdemir vor den Delegierten. "Ich freue mich auf diesen Wahlkkampf". Bei der Wahl vom Samstag blieb Özdemir leicht hinter seinem Resultat von der vorangegangenen Wahl 2010 zurück. Damals hatte er ebenso wie Roth am Samstag 88,5 Prozent erreicht. (APA/Reuters, 17.11.2012)

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8 Postings

Die Niederlage zeigt nur, dass die "Realos" mehr den bürgerlichen Geschmack treffen ...

In vielen Landkreisen (z. B. in meinem Heimatlandkreis in der tiefsten bayerischen Provinz) dominieren aber nach wie vor die "linken" Grünen mit Schwerpunkt Umweltschutz und auch einer - wenn auch mit Einschränkungen versehenen - alternativen Lebensweise.

Parteitag versus Mitgliederwunsch

Es ist in allen Parteien so.
Auf Parteitagen sitzen NUR Delegierte die in irgendeiner Form von der Partei profitieren.
Seien es Parteiangestellte oder Leute die in einer Organisation oder einem Verband ihr Geld mit der Partei direkt verdienen oder Berufs-Karrieren mit ihr machen.
Ergo haben sie NULL Interesse daran, was die Mitglieder wünschen, sonder sie sind nur und alleine auf die Bezirks-Landes- und Bundesparteichefs angewiesen, die ihnen die Order geben, was und wen sie am Parteitag wählen müssen
Nun wurde von Trittin und Co. der Befehl ausgegeben:´"die Claudi wählen" und fast 89% haben auch brav gekuscht.
Das ist bei GRÜNEN nicht anders als bei den übrigen sog. Alt-Parteien. Oder?

Was habt Ihr nur gegen Claudia Roth?
Zugegeben als Aussenministerin möchte ich sie auch nicht unbedingt sehen, aber als Parteivorsitzende ist eine erstklassige Besetzung. Schön das wir sie haben!

dagi + claudi

die Claudi wirkt wie eine trash version

dieser entsetzlichen aufdringlichen Dagi K.

Da haben's freilich recht, für eine bürgerliche Bobo-Partei, die einen auf progressiv-dynamisch macht, aber im Zweifelsfalle lieber doch für Hartz IV und Out-of-Area-Einsätze stimmt, ist das allerdings die Idealbesetzung.

Deutschland schafft sich ab!

Unpackbar!

na also fr. roth, wenn es keinen gegenkanditen/in gibt, dann klappt es auch mit der direkten demokratie wieder.......

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