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Gera - Im SHR Wald-Klinikum Gera in Ostthüringen wurde zum ersten Mal einer Patientin mit beidseitiger Stimmlippenlähmung ein neuartiger Kehlkopfschrittmacher implantiert. Entwickelt wurde der Schrittmacher in Kooperation mit den Universitätskliniken Innsbruck und Würzburg sowie MED-EL Medical Electronics.
In der laufenden Pilotstudie unterziehen die Ärzte den Schrittmacher nun eingehenden Tests. Das Entwicklungsteam geht davon aus, dass Patienten mit beidseitiger Stimmlippenlähmung durch die neue Therapiemethode zukünftig besser geholfen werden kann.
Die operierte 51-jährige Patientin hatte nach einer Schilddrüsen-Operation 16 Jahre lang unter einer beidseitigen Stimmlippenlähmung gelitten. "Betroffene sind mit schweren Atemnotzuständen bei jeglicher körperlichen Anstrengung und bei Infekten konfrontiert. Die Stimme ist schwach und auch im Schlaf leiden die Patienten an Atembeschwerden, die Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit des Patienten am Tage haben.", erklärt Andreas Müller, HNO-Chefarzt am SRH-Klinikum Gera und Leiter der Pilotstudie "Laryngeal Pacemaker".
Die Erkrankung bedeute deshalb häufig die Berufsunfähigkeit, schlimmstenfalls sogar einen Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben. Beidseitige Stimmlippenlähmungen sind in der Regel Folge operativer Eingriffen an Schilddrüse, Herz oder Wirbelsäule. In seltenen Fällen sind Tumore, neurologische Erkrankungen oder Unfälle ursächlich dafür verantwortlich.
In Deutschland und Österreich erleiden pro Jahr etwa 1000 Personen eine beidseitige Stimmlippenlähmung. Bisherige Behandlungsmöglichkeiten wie Luftröhrenschnitt oder eine Teilentfernung der Stimmlippen schränken die Lebensqualität oft deutlich ein.
Der neu entwickelte Kehlkopfschrittmacher stimuliert hingegen gezielt die Nerven des Öffnermuskels innerhalb des Kehlkopfes. Die durch elektrische Impulse hervorgerufene Stimulation bewirkt schließlich eine Stimmlippenöffnung. (red, derStandard.at, 17.11.2012)
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