Lustenau-Derby an Austria - Vienna mit Luft

17. November 2012, 11:31
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Leader kurz vor der Krönung zum Herbstmeister - Vienna schlägt Horn mit 3:0 - Trainereffekt in Kapfenberg - Remis in Linz

Der SC Austria Lustenau hat am Freitagabend bereits zwei Runden vor der Winterpause den Herbstmeistertitel in der Fußball-Erste-Liga quasi fixiert. Der Tabellenführer (39 Punkte) setzte sich zum Abschluss der 17. Runde im Lustenau-Derby dank eines Tores von Toptorschütze Thiago (50.) gegen den FC knapp mit 1:0 (0:0) durch und vergrößerte den Vorsprung aufgrund der Patzer der Konkurrenz auf St. Pölten (33) und Grödig (30).

Zwei Runden stehen noch auf dem Programm. Die Austria hat zwar "nur" sechs Punkte Vorsprung auf die Niederösterreicher, allerdings auch das um gleich 15 Treffer bessere Torverhältnis.

In Lustenau, wo laut über einen Stadionneubau nachgedacht wird, hatte der FC vor der Pause in einem taktischen Geplänkel mehr Spielanteile. Beide Teams fanden nur je eine Chance vor, ein Zwischenbrugger-Volley (2.) ging genauso drüber wie ein Terzic-Schuss (14.). Die zweite Hälfte begann beinahe mit dem 1:0 für den gastgebenden FC. Terzic schob den Ball nach wenigen Sekunden nach schöner Annahme aber am Tor vorbei.

Fast aus dem Nichts ging aber die Austria in Führung. Haselberger köpfelte den Ball nicht aus der Gefahrenzone, sondern in Richtung eigenes Tor und genau auf Thiago, gegen dessen Volleyschuss aus kurzer Distanz FC-Tormann Durakovic machtlos war (50.). Es war bereits der zwölfte Saisontreffer für den neuen alleinigen Führenden der Liga-Schützenliste.

Der FC drängte in der Schlussphase auf den Ausgleich, blieb aber vor allem auch dank des starken Austria-Goalies Hefel im Abschluss glücklos. Der 18-Jährige zeichnete sich bei einem Aydogdu-Freistoß (79.) genauso aus, wie bei einem Zellhofer-Abschluss (83.). Die Austria ist damit in der laufenden Saison im Reichshofstadion weiterhin ungeschlagen. Das erste direkte Saisonduell hatte mit einem 1:1 geendet.

Vienna blickt nach oben

Die Vienna hat sich im Abstiegskampf wieder gefangen. Die Döblinger boten im Duell mit Aufsteiger SV Horn zwar keine überragende Leistung, feierten aber trotzdem einen 3:0-(0:0)-Sieg und damit den bereits dritten Heimerfolg in Serie. Jochen Fallmann (64.), Mirnes Becirovic (75.) und Hakan Gökcek (93.) sorgten nach dem Seitenwechsel vor 2.200 Zuschauern auf der Hohen Warte für die Entscheidung. Für die ab der 50. Minute in Unterzahl agierenden Gäste war es bereits die vierte Auswärtsniederlage hintereinander.

Vor der Pause entwickelte sich eine ziemlich schwache Partie, die vor allem von zahlreichen Abspielfehlern geprägt war. Bei der besten Chance der Hausherren scheiterte Slawow an der Stange (11.), auf der anderen Seite konnte sich Vienna-Goalie Mandl gegen Wunderbaldinger auszeichnen (21.).

Gleich nach Wiederbeginn schwächten sich die bis dahin spielerisch besseren Horner selbst. Milosevic sah in Minute 50 wegen wiederholten Foulspiels eine harte Gelb-Rote Karte. Die Niederösterreicher konnten nicht mehr zusetzen, die Wiener übernahmen mehr und mehr das Kommando und fixierten noch den am Ende verdienten Sieg. Zuerst passte ein Heber von Kapitän Fallmann nach Rotter-Kopfballvorlage genau im Eck (64.), etwas mehr als zehn Minuten später war Becirovic nach schöner Einzelleistung mit einem Flachschuss aus 18 Metern erfolgreich (75.). In der Nachspielzeit erhöhte "Joker" Gökcek nach einem Konter gar noch auf 3:0 (93.). Die Wiener revanchierten sich damit für die 0:1-Niederlage in Horn am 31. August und kehrten nach dem 0:3 in Altach wieder auf die Siegerstraße zurück.

Schmidt-Einstand glückt

Grödig hat mit einer verdienten 0:2-Niederlage gegen Kapfenberg im Titelkampf abermals wichtige Punkte verloren. Das Team von Adi Hütter enttäuschte beim Bundesliga-Absteiger. Den Steirern gelang im neunten Saison-Heimspiel der erste Sieg auf eigener Anlage. Neo-Coach Klaus Schmidt feierte dank zweier Treffer von Philipp Wendler ein gelungenes Debüt. In der 8. Runde hatten die Kapfenberger in Grödig den ersten vollen Erfolg in dieser Meisterschaft gelandet, auch damals war Wendler der Goldtorschütze. Kapfenberg bleibt aber trotzdem Tabellenvorletzter.

Schmidt hatte Christoph Nicht zu seinem ersten Einsatz im KSV-Tor verholfen, der 18-Jährige lenkte auch recht bald einen 25-m-Schuss von Thomas Salamon an die Latte (7.). Erstmals schlug Wendler nach einem Eckball von David Sencar per Kopf zu (23.). Danach entwickelte sich ein kampfbetontes, aber wenig effizientes Mittelfeldgeplänkel. Nach der Pause kam mehr Tempo ins Spiel. Wendler sorgte schließlich nach einem Zuspiel von Dieter Elsneg in den Strafraum aus kurzer Distanz für den Endstand. Danach vergaben die Gastgeber Chancen auf einen höheren Sieg.

Nullnummer in Hartberg

Der TSV Hartberg und SCR Altach haben es hingegen verabsäumt, ihr Punktekonto entscheidend aufzubessern. Die beiden Teams trennten sich in der Steiermark mit einem torlosen Remis, blieben damit aber immerhin zum vierten Mal in Folge ungeschlagen (2 Siege, 2 Unentschieden). Für die Hartberger war es der erste Punktgewinn im direkten Duell nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie.

Die für die 1.200 Zuschauer nicht sehr ansehnliche erste Hälfte war geprägt von Taktik, Torchancen suchte man auf beiden Seiten vergebens. Zur Pause musste Hartberg-Goalie Rindler verletzt raus, für ihn kam der 19-jährige Ostojic zu seinem Erste-Liga-Debüt. Der Junggoalie blieb aber ziemlich ungeprüft, da die Truppe von Chefcoach Paul Gludovatz in den zweiten 45 Minuten deutlich stärker war. Die Vorarlberger brachten das Remis aber über die Zeit, da Kozissnik bei der besten Möglichkeit seinen Meister in Altach-Goalie Kobras fand (70.). Die Hartberger rehabilitierten sich damit zum Teil für die 1:4-Pleite in Altach am 31. August.

Linzer verspielen Führung

Trotz einer 2:0-Führung hat sich Schlusslicht Blau-Weiß Linz am Ende gegen den Tabellenzweiten SKN St. Pölten mit einem 2:2 begnügen müssen. Sulimani per Doppelpack (4., 37.) sowie Zwierschitz (45.) und Sadovic (76., Elfmeter) trafen vor 1.150 Zuschauern im Linzer Stadion, wo sich Österreichs Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch der Elfenbeinküste mit 0:3 hatte beugen müssen.

Den Blau-Weißen, die sich am Donnerstag von ihrem an der Patellasehne verletzten Stürmer Pavlov getrennt haben, gelang ein Start nach Maß. Hartl zog frei halbrechts am Strafraum ab, Keeper Riegler wehrte nur kurz ab und Sulimani staubte ab zum frühesten Führungstor der Linzer in dieser Saison (4.). Nach guter Chance von Huspek (24.) folgte der nächste Auftritt von Sulimani, der ein mustergültiges Zuspiel aus der eigenen Hälfte von Nikolov übernahm, Riegler überspielte und mühelos zum 2:0 einschob (37.).

Die Scherb-Schützlinge vermissten ihren verletzten Topstürmer Segovia, es fehlte an Durchschlagskraft. So war es Rechtsverteidiger Zwierschitz, der noch kurz vor der Pause aus kurzer Distanz im zweiten Versuch den Anschlusstreffer schaffte. Die Gastgeber um Interimscoach Gerald Perzy fanden gleich nach Seitenwechsel durch Sulimani (47./Latte) und Hartl (53.) Chancen auf die Vorentscheidung vor. Die Gäste gaben aber nicht auf. Sadovic verwertete nach einem Foul von Höltschl selbst den Elfmeter in der 74. zum Ausgleich. Im Finish fanden die Linzer durch Nikolov (78.) noch die große Siegchance vor, doch es blieb bei der Punkteteilung. (APA/red, 16.11.2012)

Fußball-Erste-Liga (17. Runde):

  • FC Lustenau - SC Austria Lustenau 0:1 (0:0). Reichshofstadion, 5.600, SR Eigler.
    Tor: 0:1 (50.) Thiago

FC Lustenau: Durakovic - Haselberger, Vucur, Tosun, Jakara - Bolter (88. Rupp) - Luxbacher (73. Zellhofer), Aydogdu, Dudu, Terzic - Osman (74. Felix)
Austria Lustenau: Hefel - Dunst, Stückler, Patocka, Soares - Kampel, Dürr - Roth, Zwischenbrugger (70. Boller), Salomon - Thiago (86. Krajic)

Gelbe Karten: Bolter bzw. Dürr, Stückler, Boller, Salomon

  • Vienna - SV Horn 3:0 (0:0). Wien, Hohe Warte, 2.200, SR Harkam.
    Tore: 1:0 (64.) Fallmann, 2:0 (75.) Becirovic, 3:0 (93.) Gökcek

Vienna: Mandl - Dober, Lebedew, Speiser, Czar - Perktold (30. Hinterseer), Fallmann, A. Berisha (46. Strohmayer), Becirovic (86. Gökcek) - Rotter, Slawow
Horn: Stankovic - Salvatore, Sedivy, Djordjevic, Stangl - Dilic (61. Pantic), Milosevic, Cehajic, Wunderbaldinger (70. Jelenko) - Gotal, Mineiro

Gelb-Rote Karte: Milosevic (50./Foul)
Gelbe Karten: Czar, Lebedew, Dober, Gökcek bzw. Jelenko

  • Kapfenberger SV - SV Grödig 2:0 (1:0). Franz-Fekete-Stadion, 850, SR Schmid.
    Torfolge: 1:0 (23.) Wendler, 2:0 (60.) Wendler

Kapfenberg: Nicht - Standfest, Spirk, Schönberger, Pürcher - Wolf (70. Ramos), Micic, Sencar (79. Grgic), Felfernig (90. Weinberger) - Elsneg, Wendler
Grödig: Fend - Zündel, Cabrera, Taboga, Strobl - Handle (65. Lexa), Öbster (76. Tai), Nutz (65. Jukic), Leitgeb - Salamon, Witteveen

Gelbe Karten: Sencar bzw. Leitgeb, Taboga

  • TSV Hartberg - SCR Altach 0:0 Hartberg, Stadion Hartberg, 1.200, SR Feichtinger.

Hartberg: Rindler (46. Ostojic) - Vukajlovic, Miljatovic, Tauschmann, Huber - Foda, Hopfer - Kozissnik, Parapatits (80. Krisch), Tieber (67. Goller) - Helly
Altach: Kobras - Zech, Schößwendter, Sulu, H. Erbek - Lienhart (79. Cuntz), Netzer, Schöpf, Erhart - Aigner (67. Scherrer), Ngwat-Mahop

Gelbe Karten: Parapatits, Hopfer, Helly bzw. Erhart, Aigner, Schöpf, Erbek

  • FC Blau-Weiß Linz - SKN St. Pölten 2:2 (2:1). Linzer Stadion, 1.150, SR R. Eisner
    Torfolge: 1:0 (4.) Sulimani, 2:0 (37.) Sulimani, 2:1 (45.) Zwierschitz, 2:2 (76.) Sadovic (Elfmeter)

Blau-Weiß Linz: Wimleitner - Maier, Coralic (76. D. Guselbauer), Knabel, Rabl - Hartl, Höltschl, Wawra, Huspek (80. Arapovic) - Nikolov, Sulimani (82. Lindner)
SKN St. Pölten: Riegler - Zwierschitz, Popp, Kotynski, Peinsipp - Gruberbauer (57. Unda), Jano, Kerschbaumer, Holzmann (70. Brandl) - Schibany (87. Egger), Sadovic

Gelbe Karten: Coralic bzw. Kotynski, Zwierschitz, Unda

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