Echtes Rubens-Gemälde in kleinem Ort im Ural entdeckt

Museumsstück wurde jahrzehntelang für Kopie gehalten - Ähnelt Bild im Kunsthistorischen Museum in Wien

Moskau - Im Kunstmuseum eines kleinen Orts im Ural haben russische Kunstexperten nach eigener Einschätzung ein echtes Rubens-Gemälde entdeckt. Das Bild "Maria Magdalena in Trauer mit ihrer Schwester Martha" sei lange Zeit für eine Kopie gehalten worden, sagte der Direktor des Museums in Irbit, Waleri Karpow, am Freitag. Bei der Restaurierung des Gemäldes sei aber festgestellt worden, dass es sich eindeutig um ein Original des niederländischen Barockmalers Peter Paul Rubens handele. Nun sollen auch noch Leinwand und Grundierung des Bilds genauer untersucht werden.

Das Werk ähnelt einem Rubens-Bild im Kunsthistorischen Museum in Wien. Es gebe aber viele Unterschiede im Detail, sagte der stellvertretende Museumsdirektor Andrej Gamlizki. "Unser Gemälde ist lebendiger, das Gesicht ist edler, das Haar ist golden, wie es für Rubens typisch ist." Rubens malte oft mehrere Versionen des selben Motivs.

Die Echtheit des Bildes entdeckte der Chef-Restaurator des St. Petersburger Eremitage-Museum, Viktor Korobow, bei einer Untersuchung des Gemäldes. An der Fertigstellung des Kunstwerks waren demnach auch Rubens-Schüler beteiligt.

Karpow hatte die Eremitage 1975 gebeten, ihm für die leeren Wände seines Museums ein paar Kunstwerke zur Verfügung zu stellen. Dabei hatte er nur auf gute Kopien und nicht auf das Original eines großen Künstlers wie Rubens gehofft. Da das bereitgestellte Bild von Maria Magdalena in schlechtem Zustand war, blieb es jahrelang im Lager des Provinzmuseums. Erst vergangenes Jahr erhielt das Museum vom Staat Geld, um das Bild restaurieren zu lassen. (APA, 16.11.2012)

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