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Der komplexe Hörapparat dieser Heuschrecke sitzt links und rechts an den Beinen.
Washington/Wien - Wenn bei verschiedenen Arten ganz ähnliche Organe oder Verhaltensweisen ausgebildet werden, die aber evolutionär ganz anders zustande gekommen sind, sprechen Biologen von sogenannter "konvergenter Evolution". Ein klassisches Beispiel für solche Analogien sind die verschiedenen Flügelformen von Insekten, Vögeln und Fledermäusen, die von der Natur quasi mehrfach erfunden wurden.
Einen besonders erstaunlichen Fall von konvergenter Evolution dokumentieren britische Forscher um Daniel Robert (Universität Bristol) in Sachen Hörorgane. Von der Heuschrecke Copiphora gorgonensis wusste man zuvor zwar schon, dass ihr Trommelfell am Knie des vordersten Beinpaares sitzt, wie das bei Laubheuschrecken und Grillen halt so üblich ist. Mittels hochauflösender Röntgentomografie entdeckte das Team um Roberts nun Strukturen, die auf verblüffende Weise dem menschlichen Innenohr gleichen und doch 60-mal kleiner und anders gebaut sind.
Ähnlich wie beim Menschenohr sorgen Minihebel dafür, dass der über die Luft übertragene Schall in Flüssigkeitsschwingungen umgewandelt und verstärkt wird. Dadurch erst können Sinneszellen die Signale registrieren und in Nervenreize übersetzen.
Wie die Forscher im Fachblatt "Science" schreiben, sei ein auf diese Weise funktionierendes "Mikrofon" nur von Säugetieren bekannt gewesen. Und weil das Heuschreckenohr trotz seiner geringen Größe ähnlich gut funktioniert, hoffen die Forscher, nach seinem Vorbild zukünftig kleinere, effektivere Hörgeräte entwickeln zu können. (tasch/DER STANDARD, 17./18. 11. 2012)
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