Prozess um "Kellerleichen" startet

Michael Möseneder
16. November 2012, 19:17
  • Vor Gericht war Estibaliz C. bereits: Sie strengte Medienprozesse an. 
Nun muss sie sich wegen Doppelmordes verantworten.
    foto: apa/robert jaeger

    Vor Gericht war Estibaliz C. bereits: Sie strengte Medienprozesse an. Nun muss sie sich wegen Doppelmordes verantworten.

Der wohl spektakulärste Mordprozess des Jahres beginnt am Montag. Estibaliz C. steht in Wien vor Gericht, da sie zwei Lebensgefährten erschossen und anschließend einbetoniert haben soll.

Wien - Ab Montag zahlt es sich aus, dass das Wiener Landesgericht einen Großen Schwurgerichtssaal im Wiener Landesgericht hat. Denn der ist in den kommenden Wochen praktisch ausgebucht: Die Prozessakten gegen Exinnenminister Ernst Strasser und Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly stapeln sich ab Ende November auf dem Richtertisch. Den Auftakt der clamorosen Verfahren macht aber ab Anfang nächster Woche der Prozess gegen Estibaliz C. - jene Frau, der der Mord an zwei Lebensgefährten samt Entsorgung der Leichen im Keller vorgeworfen wird.

Leichenteile einbetoniert

Die von Staatsanwältin Ursula Kropiunig verfasste 21-seitige Anklage legt der 34-Jährigen Heftiges zur Last. Die Frau soll im April 2008 ihren Exmann Holger H. und im November 2010 ihren Lebensgefährten Manfred H. getötet, zerstückelt und die Leichenteile im Keller ihres Eissalons in Wien-Meidling einbetoniert haben.

Das Motiv liegt laut Anklage im Beziehungsbereich. Holger H. soll sich aus C.s Sicht nicht rasch genug aus der gemeinsamen Wohnung absentiert und den Platz für einen neuen Lebensgefährten freigemacht haben. 2009 wiederum kam die Spanierin mit Manfred H. zusammen, der aber nebenbei weitere Beziehungen unterhalten haben soll.

Beide Männer wurden erschossen: Holger H., während er am Computer saß, Manfred H., als er schlief. Die Beseitigung der Leichen soll der Unternehmerin dann zu heimwerkerischen Fähigkeiten verholfen haben. Mit einer Kettensäge soll sie die Körper zerstückelt, die Teile einbetoniert und schließlich im Keller deponiert haben.

Hohe Rückfallwahrscheinlichkeit prognostiziert

Aber die Staatsanwältin will nicht nur, dass die Geschworenen C. in dem auf vier Tage anberaumten Prozess unter Vorsitz von Susanne Lehr wegen Doppelmordes verurteilen - sie soll nach der Anhörung von 47 Zeugen auch in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden. Denn: Die psychiatrische Sachverständige Adelheid Kastner glaubt, dass C. eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit hat. Demnach liegt das Risiko, dass die Eissalonbetreiberin wieder einschlägig straffällig wird, bei mehr als einem Drittel. Die übliche Rückfallquote bei Mördern liegt demgegenüber deutlich im einstelligen Prozentbereich.

Die Medizinerin bescheinigt der 34-Jährigen eine "kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, narzisstischen, histrionischen und disozialen Komponenten" und "massive Defizite, was die Fähigkeit zum emotionalen Einfühlen in andere betrifft".

Kastner geht in ihrem Gutachten davon aus, dass Estibaliz C. auch künftig "Tötungsdelikte an Beziehungspartnern" zuzutrauen sind, "die den an sie gestellten Anforderungen nach emotionaler Befriedigung und weitreichender emotionaler Versorgung nicht beziehungsweise zunehmend nicht entsprechen, die sich aber weigern, den Weg freizumachen für potenziell ergiebigere andere".

"Hinter die Fassade schauen"

Verteidigt wird C. vom Duo Rudolf Mayer und Werner Tomanek. Mayer will erreichen, "dass die Geschworenen hinter die Fassade schauen sollen". Denn die Angeklagte, die sich schuldig bekennen werde, wisse, dass sie ein schweres psychisches Problem habe. Und wenn die Taten zwar nicht im Affekt begangen wurden, seien sie doch Beziehungstaten aus einer bestimmten Affektlage heraus.

Eine neue Beziehung hat C. jedenfalls schon wieder. Nachdem sie im Jänner 2012 in Haft einen Buben zur Welt gebracht hatte, hat sie dessen Vater Ende März im Gefängnis geheiratet. (Michael Möseneder, DER STANDARD, 17./18.11.2012)

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Jetzt soll man auch noch hinter die Fassade schauen...mal sehen, was man dort noch findet!?

wie wärs mit einer fußfessel?

der is wirklich gut

haha der war nit schlecht xD

Ich glaub er hat sie geheiratet dass er rechtlich weniger Probleme hat um das Kind zu bekommen. Warum er es dann zu den Grosseltern gibt die schon bei ihrem Kind einiges falsch gemacht habe ist mir schleierhaft

Damit das Kind in Spanien vor den österreichischen Medien halbwegs sicher ist.

Hat er sie jetzt geheiratet damit das mit dem Kind rechtlich leichter geht? Hätt er es sonst nicht bekommen. Warum aber gibt er es dann zu Grossmutter mütterlicherseits. Ich hätt nicht so viel Vertrauen in deren Kindererziehung. Ein Kind von ihr sitzt als Mörderin im Gefängnis...

Wenn er das Kind bei sich haben hätte wollen, dann hätte er es nicht sofort hergegeben. Was die Eltern falsch gemacht haben sollen, erklären Sie bitte. Glauben Sie ernsthaft, dass geistige Abnormität auf schlechter Erziehung beruht ? Dann informieren Sie sich.

Das, was die Gutachterin der Frau attestiert ist eine schwere Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, dissozialen und histrionischen Elementen.

Solche Persönlichkeitsstörungen werden zu einem hohen Grad durch diverse Vorfälle in der Kindheit erworben, freilich braucht man auch eine Prädisposition dazu. Ganz von der Hand zu weisen ist der Gedanke von SChneckerl1 nicht.

Keiner von uns weiß, wie die Betreuung dieses Kindes geregelt wurde.

Das wichtigste ist: Es muß vor den österreichischen Medien und der MA11 beschützt werden. Meines Wissens nach liegt das Sorgerecht noch immer beim Vater und der Mutter wird das Kind regelmäßig zu Besuch gebracht.

Was macht das MA 11 das es davor beschützt werden muss?

Hätte der Vater die inhaftierte Mutter nicht geheiratet, wäre das Kind wohl im Heim gelandet.

Ist wohl schlimm genug.

Das ist, pardon, Blödsinn. Ehe ist heute keine Voraussetzung mehr für die Obsorge.
Und Kinderheime für Säuglinge und Kleinstkinder gibt es schon lange nicht mehr. Informieren Sie sich, bevor Sie hier was zum Besten geben.

Sie nimmt es dem Vater (falls er die Mutter nicht geheiratet hätte) ab und tut es in eines der netten Kinderheime. Dieser Vater hat das Beste für das Kind getan, indem er es aus der medialen Schußlinie gebracht hat. Meinem Informationsstand nach hat der das Sorgerecht nicht an die spanischen Großeltern abgegeben.

Goidsargi

Dieser erste Vorname kam zu Anfang der Berichterstattung sehr häufig vor, jetzt gar nicht mehr.

Warum wohl?

Weil der "Namensgeber" wieder ausgenüchtert ist?

Wessen erster Vorname ist das?

Der Vorname der Angeklagten

So fesch und doch so verwirrt.

Geil sieht sie schon aus, die Gottesanbeterin! Bei ihr weißt jedenfalls, daß sie dich liebt, solange du lebst!

Eben nicht. Sie kann nicht lieben, bzw. das fühlen, was normal sozialisierte Menschen fühlen. Genau das macht ja das Wesen einer Persönlichkeitsstörung wie von der Gutachterin besschieben aus.

Leute, die meinen, sie könnten in das Innere von anderen Menschen hineinschauen, waren mir schon immer suspekt.

Leute, die sich nicht informieren waren mir schon immer suspekt.

Empfehle Info einzuholen über das, was die Gutachterin diagnostiziert hat. Persönlichkeitsstörung - narzisstisch, dissozial, histrionisch.

Es ist ein Kernpunkt des narzisstischen, sowie vor allem dissozialen Anteils, dass diese Menschen keine Empathiefähigkeit haben. Das ist keine Wertung, sondern eine bereits auch mit bildgebenden Verfahren des Gehirns darstellbare Tatsache.
Die Emotio liegt im Westentlichen in der Amygdala. Auch Spiegelneurone sind nicht unwesentlich. Wenn es hier im frühkindlichen Leben Probleme bei der Entwicklung gegeben hat, dann fehlt hier, salopp gesagt, auch der somatische Teil für die Emotio. Das ist nachweisbar.

Kühl wars im Gerichtssaal offenbar auch...

ihre Facebook Seite ist immer noch aktiv:
http://www.facebook.com/estibaliz.carranza

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