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In seinem Geschäft in Ajaccio wurde der Handelskammerpräsident ermordet. Die französische Polizei untersucht den Tatort.
Es ist die 17. Ermordung eines einflussreichen Korsen seit Anfang des Jahres. Der französischen Polizei bei der Aufklärung zu helfen, dazu sind die Korsen nicht bereit.
Jacques Nacer ließ gerade die Rollläden seines Kleidergeschäfts herunter, als ihn der Tod ereilte. Zwei Kugeln in den Kopf und eine in die Brust beendeten sein Leben. Der vermummte Mörder verließ den Tatort, wie er gekommen war: ruhig und zu Fuß. Wut und Trauer sind groß auf Korsika. Es war der 17. Mord seit Jahresbeginn auf der Insel. Und heute sterben nicht mehr nur gewöhnliche Verbrecher und - zum Teil identisch - politische Nationalisten. Vor einem Monat war schon ein bekannter Anwalt in einer Tankstelle erschossen worden. Nacer ist Präsident der Industrie- und Handelkammer in Ajaccio. Langsam bekommen es die Einflussreichen mit der Angst zu tun: Schon wieder ist einer von ihnen kaltblütig erschossen worden.
Innenminister Manuel Valls, der in aller Hast nach Ajaccio geflogen war, versprach den trauernden Mitarbeitern der Handelskammer, mehr Polizisten auf die Mittelmeerinsel, die Gegend mit der höchsten Mordrate in Frankreich, zu entsenden. Die Mitarbeiter dankten ihm für die Unterstützung. Zum möglichen Motiv des Mordes wollten sie sich allerdings nicht äußern. Sie hatten nichts gesehen. "Auf Korsika hat noch nie ein Zeuge eine solche Abrechnung aufzuklären geholfen", sagte ein Ermittler zur Zeitung Le Parisien. Valls weiß auch, dass die Omertà, das Gesetz des Schweigens, bei den Insulanern noch heute gilt wie zu Zeiten ihres berühmtesten Abkömmlings Bonaparte, dem späteren Napoleon. "Wenn man etwas weiß, muss man reden", meinte der Minister in Ajaccio fast verzweifelt.
Auch von Jacques Nacers Aktivitäten wissen seine Untergebenen natürlich nichts. Dabei ist bis nach Paris bekannt, dass die Handelskammer von Ajaccio bei der Vergabe von Bauausschreibungen eine wichtige und oft obskure Rolle spielt. Nacers Vorgänger im Amt hatte nach einer Verurteilung wegen Veruntreuung den Hut genommen. Die Kammer sorgte auch dafür, dass die Sicherheitsfirma SMS den Zuschlag für die Überwachung des Flughafens von Ajaccio erhielt. Die SMS, auch das ist in Korsika ein offenes Geheimnis, befindet sich in der Hand der Nationalisten und ihres starken Mannes Alain Orsoni, heute Präsident des Fußballklubs AC Ajaccio. Der vor Monatsfrist ermordete Anwalt war einer seiner besten Freunde. Der erschossene Nacer verdankte seinen Posten seinerseits einem Vertrauten Orsonis.
"Korsika ist ein Dorf", sagen die Inselbewohner nur. Und von Toten reden sie nie schlecht. Alle Korsen rühmten die Ehrenhaftigkeit des angesehenen Handelskammerpräsidenten. Trotz aller Immobiliengeschäfte der Kammer. Wohl deshalb nannte Valls namentlich die korsischen Notare: Sie müssen bei den Immobilienverträgen "ihre Verantwortung wahrnehmen", sprach der Innenminister. Gemeint war: Mit der Justiz und der Polizei zusammenarbeiten. "Korsika ist Frankreich", sagte Valls. "Der Staat kapituliert nicht, er tritt nicht den Rückzug an. Korsika ist kein Gebiet, wo man die Morde und die Gewalt akzeptieren kann." Die Korsen applaudierten energisch. Dann waren sie aber doch froh, als der Minister wieder ins ferne Paris zurückkehrte. (Stefan Brändle aus Paris/DER STANDARD, 17.11.2012)
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Auf Sardinien werden Entführungen legalisiert. In Sizilien übernimmt die Mafia die Verwaltung, in Kalabrien die N'Drangheta. Den Rest von Italien teilen die beiden sich auf. In Frankreich werden die Banlieus selbstverwaltete Bezirke mit Scharia statt Code Napoleon. Auf dem Balkan entsteht endlich politische Wahrheit, weil die diversen Mafias (albanische, kosovarische, serbische, mazedonische, usw.) offiziell die Regierungen stellen. Der Freistaat Bayern erklärt seine Unabhängigkeit. Kärnten spaltet sich von Österreich ab. Etwas Positives muss ja auch dabei herausschauen.
und wo sollte dabei das problem sein, wenn es einen tiefen wunsch bei der mehrheit der dortigen bevölkerung dafür gibt?
die befürworter für die unabhängigkeit von schottland sind PRO Euro-einführung.
London seit zig-jahren dagegen, wie london generell mit der eu nicht ganz so viel anfangen kann/will.
sondern was sich die mehrheit einer region wünscht.
welchen vorteil hätten die banlieus eine unabhängige region zu bilden?
es ist mir neu, dass die frz. immigranten dort mehrheitlich die scharia einführen möchten...
das klingt eher nach propaganda von rechts.
andrerseits, wenn sie mehrheitlich von frkr. unabhängig sein wollen, why not?
die annahme, dass bürger die per zwang in einem staat sind, diesen auch ausreichend respektieren und sich freiwillig mühelos unterordnen, hat die geschichte doch bis in die jüngste gegenwart widerlegt.
ich denke auch, dass ein europa der regionen besser zusammenfinden könnte.
bestes beispiel Großbrittanien.
London ist traditionell auf distanz zu brüssel
während die schotten, die sich für die unabhängigkeit aussprechen sogar den euro einführen möchten, im falle einer unabhängigkeit.
wenn regionen mit zwang in einem staat gehalten werden, kann das nicht gut sein - sowie baskenland und katalonien zb.:
wenn regionen freiwillig wo dabei sind - zb eu ist das viel nachhaltiger.
nationalitätenzwang bringts nicht.
einen garmisch patenkirchner verbindet doch mit einem tiroler weit mehr, als etwa mit einem frankfurter, oder gar hamburger.
usw. usf.
Weil Großbritannien, weitgehend deindustrialisiert, vornehmlich noch von den "Erträgen" der City of London mehr schlecht als recht dahin vegetiert.
Das kann man, wenn man will, dann ja auch ein "Europa der Regionen" nennen, mit einer kleinen gestopften Enklave, am besten abgeschottet gegen den Rest, und Zerfall rundherum.
die bei einem sog. "duodezstaat" ja nicht wirklich vorgesehen ist/war.
und diese könnte, wenn ein zwang von einem nationalitätsstaat wegfällt, theoret. ausgebaut werden.
selbst eine fiktive finanzenklave london kann sich nicht von der EU völlig abschotten, wenn sie wirtschaftl. weiterhin prosperieren will oder?
zudem ist sie ja im falle von finanzkrisen massiv betroffen, da viel zu einseitig aufgestellt.
und wenns jetzt die schweiz bemühen, die hat sehr wohl auch noch industriesektor, der nach wie vor für qualität steht - weltweit.
(die vorhandene wirtschaftl. vernetzung mit der eu mal aussen vor gelassen)
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