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"Cybermobbing derzeit selten", sagt Spiel.

Laut Spiel greifen bei Gewalt in der Schule nur bis zu 20 Prozent der Mitschüler ein.
STANDARD: Die Hitliste der ORF-"TVThek" führt ein Video über die Prügelszene zwischen dem Rapper Sido und dem ORF-Moderatoren Dominic Heinzl an. Warum verkauft sich Gewalt so gut?
Spiel: Es gibt dafür kein einheitliches Erklärungsmodell. Eine Theorie sagt, dass Menschen sich stellvertretend abreagieren, indem sie so etwas sehen. Aus eigenen Studien weiß ich, dass Personen, die eine höhere Gewaltbereitschaft aufbringen, auch häufiger gewalthaltige Videospiele spielen oder gewalthaltige Filme sehen. Wobei es hier ein Henne-Ei-Problem gibt: Denn ob der Konsum gewalthaltiger Inhalte gewalttätig macht oder ob es sich umgekehrt verhält, ist nicht klar feststellbar. Wir gehen davon aus, dass es sich wechselseitig verstärkt.
STANDARD: Sido wie Heinzl machen junges Programm. Was bewirken solche Bilder bei Jugendlichen?
Spiel: Jugendliche sprechen darüber, und dadurch entsteht ein Zwang, das Video zu sehen. Denn wenn junge Menschen Gruppen angehören, müssen sie Dinge tun, die andere tun, um dazuzugehören. Durch Social Networks verstärkt sich dieses Phänomen.
STANDARD: Welche Rolle spielt das Internet als Plattform für Gewalt?
Spiel: Cybermobbing passiert derzeit noch wesentlich seltener als die traditionelle Form. Unsere neueste Studie zeigt, dass elf Prozent der Knaben zumindest einmal wöchentlich Opfer von Cybermobbing werden, bei Mädchen sind es nur drei Prozent. Wobei es im internationalen Vergleich eine der Gewaltformen ist, die weniger Geschlechtsunterschiede aufweist als andere.
STANDARD: Was machen Buben anders?
Spiel: Knaben sind häufiger Täter und Opfer von physischem Bullying. Bei Mädchen spielen eher subtile psychische Aspekte eine Rolle: Sie grenzen jemanden aus oder verbreiten Gerüchte.
STANDARD: Sie haben im Jahr 2007 den Auftrag vom Unterrichtsministerium bekommen, eine Gewaltpräventionsstrategie für Schulen auszuarbeiten. Was ist in den fünf Jahren geschehen?
Spiel: Die nationale Strategie wurde im Rahmen von vielen Projekten umgesetzt: Es wird Öffentlichkeitsarbeit betrieben, im Zuge des Programms wurde die Anzahl an Schulpsychologen erhöht, Gewaltprävention wurde ein verpflichtender Teil der Lehrerausbildung. Es wurde ein Online-Instrument entwickelt, mit dem Schüler anonym nach ihren Täter- und Opfererfahrungen befragt werden, damit sich die Lehrer ein Bild vom Gewaltvorkommen an ihrer Schule machen können.
STANDARD: Was können Mitschüler tun?
Spiel: Kinder müssen erkennen, was Gewalt ist, lernen, was sie tun können und danach handeln. Dafür muss Empathie geschult werden. Wenn in Schulen Gewalt ausgeübt wird, sind in 90 Prozent der Fälle Mitschüler Zeugen, greifen aber nur zu 20 Prozent ein. Wenn sie aber eingreifen, werden fast 60 Prozent der Vorfälle sofort beendet. Kinder müssen also lernen zu sagen: Hör auf, wir wollen das nicht, das ist nicht cool. (Katharina Mittelstaedt, DER STANDARD, 17./18.11.2012)
Christiane Spiel ist Professorin an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien und forscht über Gewalt bei Kindern und Jugendlichen.
Wer sich unsicher fühlt, für den oder die bietet Krav Maga einfache Tricks zur Selbstverteidigung. In Wien bietet etwa der Polizeisportverein Kurse an, um bei einem Angriff die Schrecksekunde durch Training zu verkürzen
Die Kriminalsoziologin Veronika Hofinger über den Eindruck, dass die Zahl der Gewalttaten steigt
Wenn ohrfeigende Lehrer oder Zwangsbehandlungen an Gefangenen nicht zu einem öffentlichen Aufschrei führen, liegt das laut Jurist Bernd-Christian Funk auch an der "besonderen Autoritätsgläubigkeit" der Österreicher
Von der Wahrnehmung von Gewalt, die nicht immer emotionalisiert
Psychologische Experimente zeigen, dass der Großteil der Menschen Autoritäten folgt - trotz Gewissenskonflikts
Man sperrt Menschen, die sich weder kennen noch leiden mögen zusammen und zwingt sie still zu sitzen und sich einem völlig abartigen, Kinderfremden Zwangserziehungssystem zu unterwerfen. All das ist bereits Gewalt. Eine Gewalt gegen die angeborene Freiheit, selbst Entscheidungen für sein Leben treffen zu dürfen.
Was kann dabei schon rauskommen? Unselbständige, gehorsame Schafe, die ihren Frust in Familien und bei Kollegen abbauen und wenn's dazu nicht mehr reicht, dem Drogenkonsum verfallen. Natürlich findet das verdeckt und versteckt statt, damit der Schein einer funktionierenden Gesellschaft gewahrt bleibt und sich das "Bildungssystem" als erfolgreich hinstellen darf.
ach? Ich mache gerade eine Lehrerausbildung. Und Gewaltprävention kommt nicht ansatzweise darin vor. Lieber haben sie uns in Seminare gesteckt, die ein echter Eso-Psychotrip à la "hab mich lieb" - "Selbsterfahrungsseminar" war und nach denen wir uns gefälligst mies zu fühlen hatten. Darin haben wir unsere "didaktisch - kommunikativen Fähigkeiten" nicht geschult und unsere eigenen Schulerfahrungen mittels "Fantasiereise" "reflektiert" (ich hab mich geistig ausgeklinkt - dass es schlimm war und meine LehrerInnen zum Teil Fehler gemacht haben, die ich nicht wiederholen möchte, weiß ich auch ohne "Rückführung". Dann wurde uns noch nahegelegt, die SchülerInnen mit NLP zu manipulieren- wenn ich das mal nötig haben sollte, nehm ich vorher den Hut!
Wir bringen Kindern von klein auf bei, dass der Stärkere das Fehlverhalten des Schwächeren mit Gewalt in irgendeinem Sinne ahnden darf, Schimpfen, Schreien, Liebesentzug, Fernsehverbot,...
Wenn man dann Jugendliche fragt, warum sie Mitschülern nicht helfen, bekommt man die Antwort: "Selbst schuld, wenn er/sie so blöd tut...!"
Erstens würd ich die Studie gern sehen und zweitens würds mich interessieren ob Fr. Spiel zwischen Ursache und Wirkung unterscheiden kann.
Das muss es auch nicht, aber es ist unnötig so eine Wortmeldung überhaupt zu vergeben.
Gewalttätige bzw gewaltbereite Menschen interessieren sich für Gewalt - das ist ja keine Überraschung, oder?
Mich würd interessieren was dann eben an der Studie so interessant sein soll.
Warum? Weil im nächsten Satz gesagt wird, dass es natürlich keinen deutlichen Hinweis auf Ursache Wirkung gibt und daher nicht gesagt werden kann, ob gewaltbereite Menschen einfach lieber Spiele mit gewaltvollem Inhalt spielen, oder umgekehrt, oder beides.
Aber auch deshalb, weil es dazu keine Studien geben kann, die richtig sein können. Menschen sind keine Apparate. Ihre Lebensbedingungen sind nirgendwo identisch. Menschen sind auch keine singulären Entitäten die sich unabhängig in einer fremden "Umwelt" bewegen.
Was wesentlich effektiver zu einer (vermutbaren) Nachahmung von Gewalt animiert, sind die Nachrichten. Die sind vollgestopft mit negativem Material, sodass jeder junge Mensch den Eindruck gewinnen muss, die Welt da draußen sei verrückt geworden. Kein PC-Spiel erhebt Anspruch auf Realität in dem Maße, wie die "Nachrichten".
(Das Wort sagt ja schon alles. Man könnte "Nachrichten" auch mit "Justieren" übersetzen.)
ist halt unglücklich formuliert. Ich bringe meinen Kindern seit langem bei, auf halbstarke Burschen und Mädchen mit Selbstbewusstsein zu reagieren und diese offen abzulehnen. Wir gehen Konfliktsituationen durch, wie diese verbal vorzubeugen sind und besprechen das Gewaltpotenzial von Alkohol und Drogen. Selbstverteidigung bringe ich ihnen auch bei, denn das gibt Sicherheit für den Notfall, und dass Rückzug eine verdammt gute Taktik ist. Oft sind psychopathische Schulkameraden ein Thema, daran lässt sich gut die Menschenkenntnis schulen. Kinder die den Psychoterror von Zuhause lernen, sind begabt Manipulatoren, auch dagegen muss man sich wehren können., aber zuerst muss man diese kranken Hirne verstehen. Dazu braucht es Empathie.
Was lernen sie daraus? - Man darf jemanden grundlos schlagen und niemand schreitet ein.
Gestern selbst erlebt in Wien, U6, 16.45, vor Station Westbahnhof: ein Schlägertyp schlägt in der U6 einen alten Mann ins Gesicht, der stürzt und liegt benommen im Wagen, die umstehenden Fahrgäste kümmern sich um das Opfer, inzwischen ist der W-Bahnhof erreicht, die Tür geht auf, der Täter verschwindet, das Opfer rappelt sich mühsam mit Hilfe auf und weiß nicht, warum und wie ihm geschah.
Der Schlag war unvorhersehbar, unmotiviert und unprovoziert. Leider war von Polizei nichts zu sehen, ich hätte gern eine Anzeige gemacht. Den Täter festhalten hätte wahrscheinlich niemand gewagt.
Wann fährt Herr Häupl mit der U6?
1) Was gehts mich an? IRGENDWER hilft dem Opfer sicher und IRGENDWER wird auch den Täter verfolgen!
2) Warum sollte gerade ich es tun wenns außer mir auch keiner tut?
3) IRGENDWAS muss das Opfer schon getan haben... ich habs halt nicht mitbekommen.
Und dann schießen einem die ganzen MEdienberichte durch den Kopf: "Mann wird erstochen weil er versuchte einzuschreiten", "Messerstecherei vor Lokal... Helfer verletzt", "Pensionist totgeprügelt wegen Zeugenaussage" und so weiter. Und natürlich riskiert man dann nicht seinen Kopf für einen Fremden. Zumindest nicht wenn man alleine steht... und da irgendwie sonst in der U-Bahn alle kollektiv das gleiche denken macht niemand den ersten Schritt und der Täter kann davon schlendern.
aber die Tur ging auf und der war weg und auf mich wartete ein Zug. Möglicherweise hat er mich gar nicht verstanden.
Auch als Frau stellt man sich dem, muß aber eine Art Schockstarre bekennen, auf diese Situation war ich nicht gefaßt. In Zukunft schrei ich sofort um Hilfe und ziehe die Notbremse. Mit großer Unterstützung würde ich allerdings nicht rechnen.
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