Songs der anderen: Ogris Debris

  • Artikelbild
    foto: affine

Das österreichische Duo veröffentlicht eine neue EP und hat eine "wässrige" Playlist zusammengestellt

Das sagen die Künstler, die gerade ihr neues Werk fertiggestellt haben, zu ihrer Auswahl:

1. Boards Of Canada - Turquoise Hexagon Sun: "Viele-schöne-Winterabende-und-Kaminfeuer-Erinnerung"

2. Meshell Ndegeocello - See Line Woman: "Großartige Version eines Klassikers, den auch wir gerade neu bearbeitet haben."

3. Björk - Oceania: "Hervorragende Arbeit der isländischen Königin der Herzen und Rahzel dem Mundwerkszauberer"

4. The Matthew Herbert Big Band - Everything's Changed: "Herbert konzipiert und dirigiert, Jamie singt, nuff said."

5. Prince - Sometimes It Snows In April: "Das Lied mit diesem einen wahnsinnig geilen Akkordwechsel."

6. Dorian Concept - Harpoon Love: "Ein Juwel im schönen Sauhaufen einer Compilation auf unserem Stammlabel affine, wo in Kürze... (siehe nächster Track)"

7. Jun Miyake - The Here And After: "Unsere neue Platte mit dem Titel "Next Life" erscheint. Und, ja, unbedingt Pina von Wim Wenders anschauen. Einfach schön."

8. Gecko Turner - Monosabio Blues (Philip Owusu Remix): "Ein wirklich lässiges Drama und großartiger Akkordohrwurm."

9. Outkast - My Favorite Things: "Die vielleicht schnellste Praline der Welt und unglaublichste Version dieses Klassikers."

10. Fila Brazillia - Heat Death Of The Universe "Viele-schöne-Sommerabende-und-Lagerfeuer-Erinnerung."

Der Text zur Playlist:

"Im Jahr des Wassermanns, während der Himmel seine Miene verfinstert und eine schwachbrüstige türkise Sonne skeptisch das folgliche Szenario beäugt, erhebt selbiger sich aus den dunklen Fluten und entspringt den schaumgekrönten Wellentürmen behende mit schlanken Schwimmhäuten, um kanadischen Bretterboden auf unwegigen Stegen zu beflossen, wo ihn bereits, nicht minder schlanken Fußes am Pier flanierend, eine flaumigflockige Schönheit mit beinah unaussprechlichem Namen empfängt und freundlich trällernd darauf hinweist, dass er doch Vorsicht walten lassen möge in einschlägigen Etablissements zur etwaigen körperlichen Ertüchtigung, auf dass er nicht seine Meerjungfräulichkeit verliere oder gar all seine Goldmünzen aus verirrten spanischen Galeeren am Grunde ozeanischer Gefilde vor der Küste Islands.

Ein wenig erschrocken ob dieser verschmitzten und dennoch warnenden Hinweisklänge murmelt er leicht abgeklärt in seinen von Algen durchzogenen Bart dass sich alles, aber auch wirklich alles verändert habe in der Zwischenzeit und auch möglicherweise aus dieser Schwalbe kein Sommer mehr zu machen sei.
Dass er von aaladeligem Geschlecht sei und nur dummerweise gerade seine Krone in einer gierigen Auster verloren habe, sei ja nun wirklich nicht weiter tragisch und auf gar keinen Fall derart spielentscheidend dass man ihm hier nun seinen zweiten Frühling madig machen müsse mit kaltschnäuzigen Bemerkungen oder gar klimaverändernden Maßnahmen wie Schneefall in der späten Aprilsonne.

Während er nun dahinsinnierend zwischen all den anliegenden Booten seinen schuppigen Leib zur Schau trägt, erblicken seine tranigen Augen die rosigen Rundungen einer sich anmutig räkelnden Nixe am Bug eines der Ausflugsschiffe, und noch während die Schmetterlinge in seinem Bauch sich zu ihrer  gewohnt flatterhaften Tätigkeit aufraffen können wird jäh eine Harpune auf ihn gerichtet, von eifersüchtiger Hand eines leicht narzisstisch veranlagten Matrosen. Als der Übeltäter ihn also mit sicherer Hand unsanft an den Rumpf eines ortsansässigen, jedoch arbeitsunfähigen Walfängers schießt, bittet der dahinscheidende Meeresbewohner auf eine bessere behandlung im Jenseits, wo er sich eine Karriere als Reptiliendrehscheibe oder zumindest Stierkampfgehilfe erhofft, wohl inspiriert durch diese diesseitig spießige Behandlung, er sei schließlich ein angesehener Außenseiter.

Und wie nun in seinen letzten, durch verklebte Kiemen einigermaßen erschwerten Atemzügen der Gedankean all die schönen Dinge im wässrigen Eigenheim das Ableben versüsst, entschließt sich endlich auch das gesamte Universum inklusive Gotteszahl, das gerade in Brasilien auf Burnout-inspirierter Selbstfindungsreise weilt, sein Heil im wohlverdienten Hitzetod zu suchen. - Ach, dann bin ich wenigstens nicht der Einzige! - So lauten die letzten blubbernden Worte des hiermit wirklich feierlich begossenen Meerespudels."

(list, derStandard.at, 18.11.2012)

Share if you care
6 Postings
zu Origs fällt mir nur folgendes ein...

miezekatze, miezekatze, miezekatze, miezekatze, miezekatze....

Seltsam, dass die irgendwie als Intellektuelle gelten ...

der gute andy ogris jetzt als popstar

den debris hingegen kenn' ich nicht.

(von dem stammen vermutlich die texte)

selten so nen pathosdurchschwängerten stuss gelesen. die musik, naja zumindest nachvollziehbar.

Antiwerbung.
Ich fürchte, dass sich die Musik so anhört wie sich ihr Textgeblubber liest.
Also nein, danke.

Bobohemian Rhapsody

wär nur ein kleiner Tip von mir. Der Rest ergibt sich dann von selbst.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.