Der Bauch des Griechen

Die Rezepte aus dem Buch von Tessa Kiros würde man als Reisender nur zu gern kennenlernen

Seit Jahren kochen Verzweiflung und Wut in den leeren Bäuchen der Griechen - wie nur soll das Land die Rosskur überhaupt überleben? Gleichzeitig muss auch den Griechen klar sein, dass es erst aufwärts gehen kann, wenn sie dem Strudel aus Selbsttäuschung und Schuldendoping entkommen sind. Dann kommen auch die Touristen wieder.

Wer sich und den Griechen Gutes tun will, fährt aber jetzt schon: So allein lässt sich das Strahlen des mediterranen Herbstes sonst kaum wo einsaugen. Nur die grobschlächtige Formelhaftigkeit der griechischen Restaurantküche birgt wie je die Gefahr abrupter Depression.

Einfache, inspirierte Rezepte

Wie einfach sich das ändern ließe, zeigt ein Buch der wunderbaren Tessa Kiros, die als Tochter eines Zyprioten und einer Finnin in London aufwuchs und dem legendären Soho Club einst zu gastronomischem Ruhm verhalf. Ihr griechisches Kochbuch strotzt vor einfachen, inspirierten Rezepten, die sich in jeder Strandbar verwirklichen ließen, aus bescheidenen, ja ärmlichen Zutaten gemacht sind und doch von einer Vielfalt erzählen, die man als Reisender nur zu gern kennenlernen würde. Ob Spalterbsen mit Kapern und milden Zwiebeln, Artischocken mit dicken Bohnen oder Rote Rüben mit Joghurt und Pistazien: Sowas wollen wir in Griechenland essen - und müssen es uns einstweilen noch selbst kochen. (Severin Corti, DER STANDARD, 17.11.2012)

 

Tessa Kiros: "Griechenland in meiner Küche", Dorling Kindersley 2011, 336 S., € 25,70

  • Tessa Kiros: Griechenland in meiner Küche.
    foto: (c) verlag dorling kindersley

    Tessa Kiros: Griechenland in meiner Küche.

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