Wiener Apotheken lenken ein

16. November 2012, 18:42
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Jahrelang hat sich die Wiener Apothekerkammer gegen flexiblere Öffnungszeiten gewehrt, ab März 2013 kommen sie doch

Wien - Jahrelang hat sich die Wiener Apothekerkammer gegen flexiblere Öffnungszeiten gewehrt, ab März 2013 kommt es nun doch zu einer Ausweitung. Wie Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SP) und die Standesvertretung am Freitag mitteilten, dürfen die 315 Wiener Apotheken künftig - so sie das wollen - auch am Samstagnachmittag (bis 18.00 Uhr) offenhalten. Unter der Woche besteht die Möglichkeit, bis 19.00 Uhr Arzneiwaren anzubieten. An den verpflichtenden Öffnungszeiten ändert sich nichts - bis 18.00 Uhr von Montag bis Freitag, bis 12.00 Uhr am Samstag.

Hintergrund für die Änderung ist der Widerstand einer Innenstadtapotheke. Diese hatte schon bisher am Samstagnachmittag offen. Die Kammer wollte das verhindern und leitete, wie berichtet, ein Verfahren zum Konzessionsentzug ein. Der Unabhängige Verwaltungssenat (UVS) gab aber der Apotheke recht. Seine Argumentation: Die Betriebszeitenverordnung könne nur die verpflichtenden Öffnungszeiten vorschreiben, nicht aber die zusätzlichen, freiwilligen. Peter Krüger, Anwalt der Apotheke, zeigt sich mit der nunmehrigen Änderung zufrieden: " Die Existenzbedrohung ist weg."

Der Wiener Apothekerkammer-Präsident Viktor Hafner bestritt freilich im Standard-Gespräch, erst auf Druck des UVS reagiert zu haben: "Es hat einfach die Zeit gebracht, dass man flexibler und bedarfsgerechter anbieten muss." Zuletzt war man auch vonseiten der Stadträtin unter Druck geraten, die bereits eine Änderung der Verordnung angekündigt hatte.

Was, wenn einzelne Anbieter auch die Neuregelung als zu restriktiv ansehen? "Das wird die Zeit zeigen", sagt Hafner. Angesichts der verpflichtenden Öffnungszeiten und der nächtlichen Bereitschaftsdienste geht er aber davon aus, dass die neue Verordnung rechtlich hält. (go)

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