Deutsche Gasanbieter steuern Österreich an

16. November 2012, 15:13
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Die rund 1,2 Millionen Gaskunden könnten in den nächsten ein bis zwei Jahren auf günstigere Gaspreise hoffen

Wien - Die rund 1,2 Millionen Gaskunden in Österreich können laut Einschätzungen der E-Control in den nächsten ein bis zwei Jahren auf günstigere Gaspreise hoffen: Die E-Control erwartet nach dem gestrigen Einstieg des zweiten deutschen Unternehmens Montana weitere deutsche Anbieter auf dem österreichischen Gasmarkt. Mehr Wettbewerb am Markt könnte die Preise um 10 bis 15 Prozent senken, sagte Energie-Control-Vorstand Walter Boltz im Gespräch mit der APA.

Laut Boltz würde der österreichische Gasmarkt im Bereich der Privatkunden zwei bis drei zusätzliche Lieferanten vertragen.

Anreize für neue Anbieter biete das mit 1.1.2013 neu startende Gasmarktmodell. Eine wesentliche Änderung dabei sei, dass die Lieferanten nicht mehr stundengenau das von ihren Kunden benötige Gas einspeisen müssten, sondern eine Tagesbilanz erstellt wird. Das würde besonders kleine Anbieter begünstigen, die sich damit einen Speicher ersparen würden, weil am Großhandelsmarkt nicht stundengenau eingekauft werden könne, erklärte Boltz.

Direkter Zugang

Weiters könnten Tirol und Vorarlberg, die nicht bei der Regelzone Ost angeschlossen sind, für den deutschen Markt interessant werden, wenn die beiden Bundesländer mit 1.10.2013 einen direkten Zugang zum deutschen Handelsplatz bekommen.

In Österreich gibt es aktuell zehn überregionale Gasanbieter. In Deutschland sind es rund 90 überregionale Anbieter, dazu kommt noch eine hohe Anzahl von regionalen Anbietern. Dies wirke sich auch auf den Preis aus: "Beim direkten Vergleich sind 40 bis 50 deutsche Anbieter billiger als die österreichischen Gasunternehmen", so Boltz.

Der Gaspreis dürfte in nächster Zeit relativ konstant verlaufen, könnte sogar leicht sinken. Begründet werde diese Prognose unter anderem mit einem überversorgten Gasmarkt und einer schwachen Wirtschaft.

Montana ist das zweite deutsche Unternehmen am österreichischen Gasmarkt und bietet derzeit mit 3,30 Cent/kWh den günstigsten Preis am Markt. Knapp dahinter folgt der zweite deutsche Anbieter Goldgas mit 3,33 Cent/kWh. Goldgas ist seit dem Vorjahr in Österreich tätig. Wenn ein Wiener Gaskunde mit einem jährlichen Durchschnittsverbrauch von 15.000 Kilowattstunden (kWh) aktuell seinen Anbieter wechselt, könnte er laut E-Control bis zu knapp 200 Euro im Jahr sparen. (APA, 16.11.2012)

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