"Baustein" der bislang fernsten Galaxie ausfindig gemacht

  • Links hervorgehoben: Die mögliche Uralt-Galaxie MACS0647-JD, deren Licht vom Galaxienhaufen MACS J0647+7015 gebündelt wurde.
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    foto: nasa, esa, m. postman & d. coe (stsci), clash team

    Links hervorgehoben: Die mögliche Uralt-Galaxie MACS0647-JD, deren Licht vom Galaxienhaufen MACS J0647+7015 gebündelt wurde.

13,3 Milliarden Lichtjahre entferntes Objekt hat geringen Durchmesser - Astronomen vermuten, dass seitdem zahlreiche Verschmelzungsprozesse stattgefunden haben

Washington - Die Weltraumteleskope "Hubble" und "Spitzer" haben einen vielversprechenden Kandidaten für die bislang fernste Galaxie erspäht. Das Objekt MACS0647-JD ist vermutlich 13,3 Milliarden Lichtjahre entfernt, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA berichtete. Wenn das Licht 13,3 Milliarden Jahre brauchte, um zu uns zu gelangen, bedeutet dies zugleich, dass dieses Objekt bereits etwa 420 Millionen Jahre nach dem Urknall bestand.

Auf seinem Weg zu uns hat das Licht des Objekts den großen Galaxienhaufen MACS J0647+7015 passiert, der als Gravitationslinse fungierte - anders wäre es gar nicht erst sichtbar gewesen. Die Galaxie sei möglicherweise zu weit entfernt, um ihre Entfernung mit einem existierenden Teleskop exakt zu bestimmen, erläuterte die NASA. Erst das im Bau befindliche "James Webb"-Weltraumteleskop werde voraussichtlich dazu in der Lage sein.

Baustein für Größeres

Die Astronomen glauben, dass das Objekt eine Ausdehnung von nur 600 Lichtjahren hat - das wäre näher an den Dimensionen großer Kugelsternhaufen als an denen von Galaxien. Zum Vergleich: Die Milchstraße besitzt einen Durchmesser von rund 150.000 Lichtjahren, selbst die Kleine Magellansche Wolke kommt noch auf etwa 7.000.

Vermutlich handele es sich bei dem Objekt um einen "Baustein" für etwas, das erst später zu einer eigentlichen Galaxie anwuchs, schreiben die Wissenschafter, die ihre Entdeckung im Dezember im Fachblatt "The Astrophysical Journal" vorstellen werden. In den gut 13 Milliarden Jahren, die zwischen dem jetzt beobachteten Zustand von MACS0647-JD und dessen tatsächlicher Gegenwart verstrichen sind, dürfte dieser Baustein den Astronomen zufolge dutzende bis vielleicht sogar tausende Verschmelzungsprozesse mit anderen Sternenansammlungen erlebt haben.  (APA/red, derStandard.at, 17. 11. 2012)

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