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vergrößern 800x501Tobias Meyer in A(u)ktion, flankiert von seinen Stars, Mark Rothko (li., 75,12 Mio. Dollar) und Francis Bacon (re., 29,76 Mio.).
Der maßgeschneiderte Smoking und die zum richtigen Zeitpunkt platzierte Sentenz, das bleibt für manch einen nur schniekes Beiwerk, für andere sind es die Ingredienzien der Saison: Im Mai hatte Tobias Meyer bei Edvard Munchs Der Schrei (119,92 Mio. Dollar) damit Geburtshilfe zum Titel "Teuerstes bislang bei einer Auktion versteigertes Kunstwerk" geleistet. Sechs Monate später schlenderte der Sotheby's-Starauktio nator dienstagabends Richtung Rostrum, um dem Publikum für 69 Kunstwerke die jeweils höchstmöglichen Kaufpreise zu entlocken. Zwischendurch galt es kleinere Flauten souverän zu parieren, wiewohl diese mit exakt elf "Unverkäuflich" an der Zahl eine Minderheit bleiben sollten.
Den ersten Künstlerauktions rekord notierte er für Franz Kline (Shenandoah (1956), 9,32 Mio. Dollar), den nächsten für Jackson Pollock (Number 4 (1951), 40,4 Mio.). Als Favorit des Contemporary Line Up galt jedoch Mark Rothko, und No.1 (Royal Red and Blue) wurde dieser Rolle mehr als gerecht. Die Millionengebote perlten bis zu deren 66, es folgte das obligate "Ich habe alle Zeit der Welt", in 500.000-Schritten ging es weiter bis zu den finalen 75,12 Millionen (inkl. Aufgeld). Sold, an einen anonymen Telefonbieter: der höchste Zuschlag des Abends - Sotheby's notierte im Anschluss an die Sitzung mit 375,15 Millionen den hauseigenen All-Time-Umsatzhöchstwert - und der höchste der Woche ebenso.
Warhols Selbstmord
Für einen weiteren Überraschungsmoment sorgte Andy Warhols Suicide (1964), ein "unique silc screen" (auf Papier), für den der New Yorker Handel mit 16,32 Millionen das Doppelte der Taxe bewilligte und, nebenbei erwähnt, ein Vielfaches dessen, was einer der Vorbesitzer für die Arbeit 1992 ebenhier mit 132.000 Dollar zu berappen hatte: Die Leute seien auf der Suche nach Trophäen, und dies sei eben eine Supertrophäe, kommentierte der Warholianer Jose Mugrabi und bewies nahezu prophetisches Geschick. Denn anderntags setzte sich Warhols auf Leinwand gedruckter 3-D-Freiheitsstatuen-Rapport bei Christie's mit 43,76 Millionen Dollar an die Spitze.
Von den insgesamt 73 mittwochabends ins Rennen geschickten Kandidaten sollten am Ende nur sechs zurück ins Warenlager wandern, 67 fanden im Bereich der angesetzten Taxen oder deutlich darüber eine neue Heimstatt. Und so bescheiden etwa der Auftritt von Hans Hofmanns Te Deum (1964) auch gewesen sein mag - mit 3,77 Millionen blieb es unter dem tags davor bei Sotheby's notierten Künstlerrekord (Nirvana (1963), 4,56 Mio.) - hinter den Kulissen war es ein historischer Augenblick: In exakt diesem Moment überschritt der in den vergangenen sechs Werktagen in New York verzeichnete Auktionsumsatz die Ein-Milliarden-Dollar-Grenze, und im nächsten besiegelte Christie's Auktionator Jussi Pylkkänen den nächsten Weltrekord.
Für Franz Klines unbetitelte Arbeit aus dem Jahr 1957 machte sich ein Telefonbieter bis zu 40,4 Millionen stark und vervielfachte damit den gerade mal 24 Stunden jungen bei Sotheby's erzielten Künstlerhöchstwert.
Am Ende summierten sich die Zuschläge bei Christie's mit 412,25 Millionen Dollar auf den stärksten bislang in der Geschichte des Kunstmarktes verzeichneten Tagesumsatz für zeitgenössische Kunst. Über die anschließend abgehaltenen Tagesauktionen stockten die beiden Auktionsgiganten ihre Contemporary-&-Post-War-Bilanzen gehörig auf: Sotheby's notierte nach zwei Arbeitstagen 464,2 Millionen Dollar, Christie's mit einer zusätzlichen Warhol-Sause (17 Mio.) deren 525 Millionen. (kron, Album, DER STANDARD, 17./18.11.2012)
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