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vergrößern 546x800Minnes Jüngling wanderte für 68.750 Euro in ein Museum in Istanbul ab.
Im Palais Kinsky neigt sich die Saison dem Ende zu und zelebrierte man nun den letzten Allspartenauftritt des Jahres. Der Auftakt war Alten Meistern sowie Bildern des 19. Jahrhunderts vorbehalten. Und verlief eher mau. Stimmung wollte kaum aufkommen, wiewohl sich der geschäftsführende Auktionator Michael Kovacek heftig ins Zeug legte.
Mehrmals versuchte er dem Publikum ein Niedrigstgebot abzuringen, um wenigstens einen Zuschlag unter Vorbehalt zu erteilen. Es half nur bedingt: Die Absatzquoten beliefen sich auf 35 bzw. 45 Prozent, der Tagesumsatz auf 1,22 Millionen Euro. Für den 58-teiligen Porträtzyklus steirischer Adeliger - dem eine Teilung und die Ausfuhr verwehrt blieb - bewilligte ein Telefonbieter 140.000 (Meistbot) bzw. 175.000 Euro. Das Joanneum blieb stur bei seinen 130.000 Euro und trollte sich als Verlierer vom Feld.
Bei Bildern des 19. Jahrhunderts war im Vorfeld das Titellos (70. 000-140.000) abhandengekommen: ein idyllischer Almauftrieb, weniger " Gauer-" als "-mann", eine Nachahmung vermutlich. Den höchsten Zuschlag dieser Sektion erteilte man für Alfred Zoffs ligurische Küstenstaffage bei 51.250 Euro (inkl. Aufgeld) einem heimischen Händler.
Hochdotierte Hilde
Anderntags standen Antiquitäten auf dem Programm und raufte sich die Sammlergemeinde um bernsteinfarbene Branntweinflaschen (25.000), Ranftbecher von Anton Kothgasser (mit Goldfisch, 27.500) oder Augsburger Gewürzschälchen (27.500). Tagesfazit: etwa eine halbe Million Umsatz bei 50 Prozent Absatz.
Deutlich mehr Anziehungskraft übten abschließend Pretiosen der Sparte Jugendstil und Klassische Moderne aus: Stolze 77.500 Euro war einem Käufer ein dreiteiliges Mokkaservice von Josef Hoffmann wert, und es setzte sich ein türkischer Chefkurator mit 68.750 bzw. 56.250 Euro für zwei kniende Bronzejünglinge von Georg Minne gegen einen amerikanischen Kontrahenten durch. Das prachtvolle Flöge-Kleid fand wiederum für 27.500 im Wien-Museum eine endgültige Heimat. Ebenfalls in Österreich verblieb Egon Schieles vor kurzem entdecktes Mädchenporträt (Hilde Ziegler). Mit 275.000 Euro holte es sich so den Titel "Höchster Zuschlag" der 93. Kunstauktion, die mit vier Milliönchen deutlich unter den zumindest erwarteten sechs Millionen Euro bilanzierte. (kron, Album, DER STANDARD, 17./18.11.2012)
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