Wien als Industrie-Standort unter Druck

Standortqualität: Betriebe beklagen hohe Betriebskosten, Gebühren und Grundstückspreise, Bürokratie und Facharbeitermangel

Wien - Gebührenerhöhungen, bürokratische Hürden und Fehler in der kommunalen Standortpolitik: Der Industriestandort Wien gerät zunehmend unter Druck, warnte die Wiener Wirtschaftskammerpräsidentin Brigitte Jank. Diesen Befund unterstrich sie mit den Ergebnissen einer beim Karmasin-Institut in Auftrag gegebenen Umfrage, die Verschlechterungen in der Standortqualität zeigt. Zudem hätten in den vergangenen zwei Jahren etwa 13 Prozent der rund 800 Industriebetriebe zumindest Teile von Wien wegverlagert.

Laut Umfrage wird die Wiener Lebensqualität für die dort ansässigen Unternehmen als Standortvorteil zunehmend unwichtiger. Es beurteilen zwar immer noch 68 Prozent der 200 befragten Betriebe die Lebensqualität als Standortvorteil - bei der vergangenen Umfrage 2010 waren es noch 79 Prozent gewesen. 61 Prozent sehen in der guten Infrastruktur einen Vorteil, in der vergangenen Umfrage waren es noch 76 Prozent.

Hauptstadtfunktion positiv

Auch nicht mehr so gut kommt die internationale Anbindung durch den Flughafen Wien-Schwechat an. Diese wurde 2010 noch von 70 Prozent als positiv bewertet, heuer waren es nur mehr 60 Prozent. Nur noch 47 Prozent erachten die hohe Kaufkraft als Vorteil, das ist ein Minus von 13 Prozentpunkten gegenüber 2010. Immerhin gleich geblieben ist, dass 67 Prozent die Hauptstadtfunktion Wiens als positiv beurteilen.

Bei den Standortnachteilen werden mit jeweils 66 Prozent die hohen Betriebskosten und Abgaben wie auch die hohen Lohnkosten angegeben. Auch die hohen Grundstückspreise (60 Prozent), die übersteigerte Bürokratie (55 Prozent) sowie der Facharbeitermangel (46 Prozent) werden negativ bewertet.

Problematisch sei auch die Nichtberücksichtigung von Industriezonen in der Stadtplanung, so Jank. Diese seien innerhalb von zehn Jahren um 16 Prozent geschrumpft. Um den Stadtkern herum sei kein ausreichendes Umland mehr vorhanden, um Industrie anzusiedeln. Wohngebiete würden näher heranrücken, was wiederum Konfliktpotenzial mit Anrainern nach sich ziehe.

Abwanderung ins Umland

In den vergangenen zwei Jahren haben außerdem 13 Prozent der Betriebe Teile wegverlagert, der überwiegende Teil davon ins Ausland. Zudem zeige die Erfahrung, dass - wenn die Produktion abwandere - auch Forschungsabteilungen, Verwaltung oder IT-Services folgen würden, so Jank. Weitere 8 Prozent der Unternehmen können sich eine Standortverlegung vorstellen, meist ins Umland. Hauptgründe für den Wegzug sind Kostenvorteile, z.B. billigere Grundstücke.

Um den Standort Wien zu stärken, präsentierte Industrie-Spartenobmann Stefan Ehrlich-Adam ein Arbeitsprogramm. Dabei wird u.a. ein "One-Stop-Shop" vorgeschlagen, wo es einen Ansprechpartner für betriebliche Fragen und Behördenwege gibt. Zudem sollen alle Betriebsgebühren und -abgaben mittels einer Abrechnung und Überweisung möglich sein. Neue Gesetze und Verordnungen mit Wirtschaftsbezug sollen nach drei Jahren auf ihre Praxistauglichkeit überprüft werden.

Zudem wird gefordert, dass die städtische Gebührenpolitik "industriefreundlich" gemacht wird, etwa durch Senken der Gebühren oder Schaffen von flexiblen Lösungen wie etwa die Deckelung von Gesamtabgaben pro Betrieb. Zudem fordert die Kammer eine bessere Öffi-Erschließung für Gewerbe- und Industriegebiete. Zudem hätten viele Unternehmen Schwierigkeiten, qualifizierte Spezialisten zu finden. Daher wird eine Bildungsoffensive gefordert wie auch die Forcierung der praxisorientierten Lehrerausbildung bzw. -weiterbildung. Für sie soll es das Pflichtfach "Wirtschaft" und von der Stadt geförderte Betriebspraktika geben. (APA, 16.11.2012)

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Naja, Industrie und Großstadt mit hoher Bevölkerungsdichte passen eben nicht unbedingt zusammen, das ist nicht nur in Wien so.

Interessanter sind da schon Betriebe mit hoher Flächenproduktivität (Umsatz pro m² Boden) wie etwa Forschung, Unternehmensdienstleistungen etc.

Dennoch sind einige Forderungen der Industrie (Bürokratieabbau, (Aus-)Bildung etc.) durchaus gerechtfertigt

das stadtgebiet mit wohnungen wächst stetig

und das verträgt sich selten mit industriebetriebe. kein wunder, dass die eher am stadtrand und im speckgürtel wiens siedeln. umkreis von 20 km von wien eingemeinden und schon ist wien wieder einsame spitze bei der anzahl der industriegebiete - bis die wohnungen wieder heranwachsen und anrainerbeschwerden sowie neue umweltauflagen die betriebe noch weiter hinausdrängen...

aber im standard wird doch immer von der journalie...

...bis zu den postern abwärts wien als sakrosankte unangreifbare stadt dargestellt!

sieht man mal von der verschuldung ab, dann sieht jeder aus dem westen kommend, wie diese stadt vor die hunde geht!

wien ist eben balkan und wir im westen orientieren uns an die schweiz! :-)

Ich komme aus dem Westen und ich möchte Wien niemals mehr gegen Vorarlberg eintauschen.

Ohne uns,wüßtet ihr nicht einmal das es eine außenwelt gibt.

was der "schöpfer" durch einen berg getrennt hat

hätte lieber gleich zur schweiz zugehörig sein müssen und nicht durch paßstraße und tunnel die verbindung nach wien bekommen dürfen...

Es würde ihnen als Schweizer beträchtlich besser gehen. Nur mal so zum Nachdenken....

S' Parkpickerl machts möglich.

Wer mault soll auswandern.

So einfach geht das.

Wollen Sie "I Am Legend II" in Wien drehen?

Dafür muß man grün geben.)

hmm, zuletzt gabs hier beim standard aufruhr wegen der forderung nach einer mietobergrenze, weil ebendiese so schnell steigen und das wohnen in wien bald unerschwinglich werden könnte. da kam dann das argument, dass der markt eben den preis bestimmt, pech gehabt.

jetzt gibts den aufschrei der wirtschaft, dass die grunstückspreise so hoch sind und wien für die industrie zu teuer wird. kommt da als reaktion auch ein "neoliberales" pech gehabt?

Den Aufschrei gab es deshalb, weil wieder nur Symptome bekämpft werden sollen. Die wahren Ursachen kennt entweder keiner, oder man nimmt sie als gottgegeben hin oder traut sich nicht aufmucken:

http://www.youtube.com/watch?v=f... r_embedded

(Der Vortragende im Video spricht zwar über das UK, das Prinzip ist aber überall das gleiche)

Kannst a bissl genauer lesen!

Die Grundstückpreise sind ja nur ein kleiner Teil der Unternehmensproblemen, auch nur bei Unternehmenserweiterungen wirksam.

Das eine große Probleme ist die Bürokratie, also die Abhängigkeit der staatlichen Planwirtschafter.

Das zweite große Problem ist, dass es bei einer Bevölkerung von 1,7 Mio. Menschen einen Facharbeitermangel gibt. Die Sozen in Wien sind schon so an die schönen Posterl, Amterl, Frühruhegenusswahnsinn und die Transferleisungen gewöhnt, dass die im Wahnsinn leben, dass die ganze Arbeit ohnehin die Anderen machen müssen. Wenn Anderen deren Arbeit, deren Versorgung, aber nicht mehr machen wollen, dann sind das die "Neoliberalen", die bösen Reichen, etc.

Die werden flüchten und Euch alleine lassen!

Bürokratie hahaha das ist der Witz des Tages aber ich kenn die Lösung mach ma eine Kündigungswelle 50 % der Beamten schick ma alle zum Arbeitsamt und da haben sie super eingespart !!
eher das Gegenteil ist der Fall dieses sogenannte eingesparte Geld würde zu denn Eliten wandern für Zinsen und die staatschulden würden sich keinen Millimeter nach unten Bewegen da können sie Sparen bis sie schwarz werden,dabei möchte ich nicht erwähnen das ein Arbeitsloser genauso Geld Kostet !! wäre ales ein Nullsummen spiel mein lieber ! Besteuern sie die Vermögen ab 5 Millionen Euro und sie werden sehen wie plötzlich Kapital vorhanden ist

Ist es nicht eher so, dass...

....die irren Kosten für die öff. Bediensteten samt deren noch irreren Ruhegenüsse erst die Staatsschulden geschaffen haben?

Ist es nicht so, dass Zinsen nur dann anfallen, wenn Schulen vorhanden sind?

Zu bemerken ist noch, dass diese öff. Typen, frühere Staatsdiener!?, wenn die schon mal aktiv werden, meist nur noch mehr Schaden machen!

Die Eliten, wer immer das Ihrer Meinung nach ist, die haben für den Wahnsinn im öff. Dienst nun wirklich keine Verantwortung.

Ruhegenüsse bis über 100.000.- Euro pro Jahr unter SOZIALES gebucht, sich aber mehr als 1 Mio. Menschen in Armutsgefährdung halten, das ist der Beamte in Österreich!

Die Vermögenden werden diese Beamten sicher nicht bezahlen, vorher zünden die das Eigentum an!

die schulden sind da wegen der Umverteilung des Kapitals nicht weil es zuveil beamte gibt,weil die Vermögenden es geschafft haben denn staat zu zwingen sich zu verschulden und wieso weil 10 % der Bevölkerung 70 % des kapitals haben,kann man alles rein mathematisch berechnen wenn eine minderheit denn grössten teil des Geldes hält na dann ist es klar das der rest gezungen wird sich von jahr zu jahr bei gerade dieser Minderheit geld zu leihen ist das so kompliziert für sie ! Ö staatschulden betragen 250 Milliarden können sie Rechnen ?? das hat rein garnix mit denn beamten zu tun alle länder usa ganz europa allle sind aus dem selben grund verschuldet weil die ELITEN das Geld halten OK !

Die Eliten sind Schuld, dass...

..die 350.000 aktiven öff. Bediensteten in den Gebietskörperschaften schon ca. 45 Mrd. Euro pro Jahr kosten.

....Ö dazu noch mehr als 120.000 Bedienstet braucht, welche dazu dann noch min. 15 Mrd. Euro kosten.

...Die Ruhegenießer sich mit gut 10 Mrd. Euro p.a. bedienen.

....die Zinsen für den Altwahnsinn schon etwa 8 Mrd. ausmachen.

..Ö dann kein Geld mehr hat, welches bei den Bedürftigen ankommt?

Der Wlaschek hätte mit seinen Milliarde ja ganz Wien sanieren müssen, wenn er seiner Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen nachgekommen wäre. Dann um 1.- EUR/QM vermieten. Hat er nur zum Teil gemacht, der Böse.

Fam. Porsche- Piëch hat der Gesellschaft noch immer nicht das Perpetuum Mobile gratis zur Verfügung gestellt, die Bösen!

noch was ,ruhegenieser kosten 3,5 Milliarden im jahr
http://www.seniorenbund.at/img/1307/... kosten.pdf

8 Milliarden € Tendenz jedes Jahr steigend =>

das sind die Kosten von allen beamteten Lehrer, Richter, Gemeindebeamten,.... in Pension
I am a hacker!

Ist aber auf Gesamt-Österreich und nicht nur Wien bezogen

und da sind noch KEINE Kämmerer, OeNB und sonstigen dabei ;(

BMF Seite beachten!

Ein kurzer Blick auf den laufenden Budgetvollzug zeigt die Kosten für die Bundesbeamten im Ruhestand, die Gemeinde- Landesgenießer kommen noch dazu, die OenB, ORF, SV Träger, Kämmerer auch noch.

Die 3,5 Mrd. Sind doch ein Superblödsinn!

es steht Ihnen doch zu, dass sind wohlerworbene Rechte

Scheiße, entschuldigen Sie den Kraftausdruck,
aber wir brauchen dringend einen Plan B!
Haben Sie Ideen, die Implosion irgendwie zu verhindern?
Was halten Sie von meinem posting hier und den Kommentaren von Onkel Igor:
https://plus.google.com/u/0/11332... hUiUitEuSy

Ich kann Ö nicht helfen!

Auf Basis des Parteienwahlrechts müssen die Lösungen auch den Parteien kommen. Die Parteien bewerben sich aber nicht um die Verantwortung für Ö, immer nur um den Zugang zu den Kassen. Auch der korrupte Posterl- und Amterlschacher ist sehr interessant.

Ich sehe keine Chancen für Ö, keine Chancen auf ein freies und selbstbestimmtes Leben. Diese Erkenntnis hatte ich schon vor Jahren und bin dann auch geflüchtet.

Nach dem Zusammenbruch wird es aber wieder eine Chance zum Bessermachen geben. Dann ist auch viel Arbeit in Ö. Dann werde ich auch helfen, wenn ich dann noch genug Kraft habe.

Vielleicht könnte ein Plan PBEWG helfen. ParteiBonzen Export in die Wüste Gobi?

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