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18 Monate wurde in Österreich über die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) bzw. die dafür notwendigen gesetzlichen Regelungen verhandelt. Doch die Zukunft der Digitalisierung im Gesundheitsbereich ist das noch längst nicht allein. "eHealth ist mehr als ELGA", hieß es Donnerstagabend bei einer Podiumsdiskussion ("Gesundheit im Dialog") von Industriellenvereinigung und Bayer Austria. Anwendungen werde es vom Klinikbereich bis hin zu Wellness und Lebensstil geben.
"Wir stehen auf einem guten Platz. (...) Erstmals wird der Patient in den Vordergrund gestellt", meinte Gesundheitsminister Alois Stöger (S) zwei Tage nach der Beschlussfassung des ELGA-Gesetzes im Parlament zufrieden. Das System werde die Organisation im Gesundheitswesen verbessern und die direkt Betroffenen stärken.
Die Frage, ob eHealth erst eine Zukunftsvision sei, darf man mit Hinblick auf die bereits vorhandene Situation bereits verneinen. Martin Hagenlocher Geschäftsführer von Bayer Austria: "eHealth ist nicht mehr wegzudenken. 36 Prozent der Bevölkerung in Österreich hatten Anfang des Jahres ein Smartphone, ebenso 81 Prozent der Ärzte. Es gibt 11.000 Gesundheits-Apps."
Karl-Peter Pfeiffer, Rektor der FH Joanneum Graz: "Molekularbiologie und Informationstechnologie werden die entscheidenden Faktoren der Zukunft im Gesundheitswesen sein. eHealth wird die Probleme des Gesundheits- und Sozialwesens allein nicht lösen. Aber ohne eHealth werden die Probleme nicht zu lösen sein."
Wobei sich bereits zeigt, dass Systeme auf elektronischer, Internet-unterstützter Basis vor allem bei chronischen Erkrankungen und der Rehabilitation eine wesentliche Rolle spielen können. Ein Beispiel stellte Kurt Völkl, Generaldirektor der Krankenversicherungsanstalt der Eisenbahner und des Bergbaus (VAEB) vor: Gemeinsam mit der Wiener Ärztekammer wurde ein Monitoring- und Rehab-System auf EDV-Basis für Diabetiker für einen Pilotversuch etabliert. Es zeigte sich dabei in einer ersten Auswertung, dass die Blutzuckereinstellung der Zuckerkranken damit zum Beispiel dramatisch verbessert werden konnte. Entscheidend sei das Herstellen einer Win-Win-Situation für Beteiligten und die Einbindung aller Stakeholder.
Weit entfernt von prinzipiellem EDV-Kritizismus wollte der Salzburger Ärztekammerpräsident, auch Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Spitalsarzt, Karl Forstner seine Standeskollegen etabliert sehen: "Wir lehnen die Informationstechnologie in der Medizin nicht ab, das wäre ja geradezu wahnsinnig. Uns geht es um die Nutzbarkeit und die Kostenfrage." Er als langgedienter Spitalsarzt hätte aber bisher noch keine Vereinfachung oder Beschleunigung der Abläufe durch die EDV im Krankenhaus bemerkt.
Die Wiener Gesundheitsökonomin Maria Hofmarcher-Holzhacker (Europäisches Zentrum für Wohlfahrtspoliktik und Sozialforschung) betonte die enorme Bedeutung des Gesundheitswesens für den Arbeitsmarkt in Europa. In Österreich allein seien in diesem Bereich 400.000 Menschen beschäftigt. Es müsse aber zu einer Verstärkung der Produktivität kommen. Informationstechnologie könne bei transparenter und effizienter Beschaffung und Etablierung hier wesentlich helfen.(APA, 16.11. 2012)
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