Rund 2000 Jordanier protestieren in Hauptstadt gegen Regierung

Auslöser gestiegene Energiepreise

Amman - In der jordanischen Hauptstadt Amman sind am Freitag etwa 2000 Demonstranten aus Protest gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Die Kundgebung nahe der zentral gelegenen Husseini-Moschee verlief friedlich, wie ein Reuters-Korrespondent berichtete. In Sprechchören forderten die Demonstranten "den Fall des Regimes". Unbewaffnete Polizisten trennten den Protestzug von einer kleineren Gruppe von Demonstranten, die König Abdullah ihrer Unterstützung versicherten.

Auslöser der Proteste sind die zuletzt deutlich gestiegenen Energiepreise in dem westlich orientierten Königreich. Die Muslim-Brüderschaft hat als größte Oppositionsgruppe zur Teilnahme an den Kundgebungen aufgerufen. Die Führungsspitze nahm an den Kundgebungen aber nicht teil.

Die Proteste wecken Erinnerungen an den Beginn der Unruhen im benachbarten Syrien. Dort entwickelten sich die anfangs friedlichen Demonstrationen zu einem Bürgerkrieg. In anderen Ländern des Arabischen Frühlings wie Ägypten, Tunesien und Libyen stürzten Regierungen. (APA, 16.11.2012)

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Nach außen hin wirkt die Diktatur auch freundlicher, aber auch das ist mehr Fassade, auch wenn die Skrupellosigkeit des jordanischen Regimes nicht ganz das syrische Niveau erreicht.

Dem König wird nichts passieren, weil pro- westlich. Außerdem kann er die Jordanier gegen die Palästinensermehrheit ausspielen.

Nach außen hin wirkt Jordanien ein bisschen wohlhabender und wohl geordneter als der Nachbar im Norden, aber der Schein trügt, zumal die Lebenserhaltungskosten für einen Durchschnittsjordanier sehr hoch sind.

Das kommt davon weil die Erdgasleitung aus Ägypten defekt ist

Wo bleiben jetzt die Verschwörungstheorien?
Sicher alles aus Katar gesteuert oder?

Sicher nicht ich denke die USA ist an allem Schuld!

Und es gibt noch, will man der Gerüchteküche in Amman glauben, einen weiteren Grund für Qatars kalte Schulter gegenüber Jordanien: Der Emir hätte gerne eine der Schwestern des Königs (Prinzessin Iman) für seinen Sohn und Kronprinzen gehabt. Eine Haschemitin (Nachkommin des Propheten) wäre halt doch eine Aufwertung für die qatarischen Scheichs (bei denen es sich ja doch eher um neureiche Emporkömmlinge handelt). Doch die jordanische Königsfamilie ging wohl nicht darauf ein, arrangierte Ehen sind in ihren Reihen längst passé (und der Erbprinz hat auch schon 2 Ehefrauen, was ihn für eine moderne/emanzipierte Haschemitin sicher nicht attraktiver macht). Wie gesagt, dies sind Gerüchte, Offizielles gibt es dazu nicht.

ich bin bestimmt kein Freund von Verschwörungstheorien und bin auch davon überzeugt, dass der Aufstand in Syrien in erster Linie syrische Ursachen hat und auf Assads falsche Reaktion auf die zunächst friedlichen Demonstrationen zurückzuführen ist (König Abdullah reagiert hier Gott sei Dank anders). Aber es ist natürlich auch so, dass Qatar und die Saudis hier aus ganz eigenen Interessen mitmischen. In Jordanien geht nun aber die Mär um, dass die Saudis und Qatar ihre sonst üblichen jährlichen Hilfszahlungen an das Land eingestellt haben (was eine der wesentlichen Ursachen für die massiven Preiserhöhungen und die daraus folgenden Unruhen ist), weil sich Jordanien im Syrienkonflikt eher heraushalten will.

In Jordanien geht nun aber die Mär um,

Quelle?

lesen Sie die Leitartikel der jordanischen Zeitungen, da können Sie sowas (alle paar Tage in einer anderen Zeitiung) nachlesen - es ist wohl Dauerthema in den Ammaner politischen Salons (politische Gesprächszirkel, die sich um bestimmte politische Größen gebildet haben, meist ehemalige Minister, die gerne wieder etwas werden wollen - oft, indem sie sich gegen die aktuelle Regierung positionien). Manche westliche Korrespondenten vor Ort haben wohl auch schon davon gehört (hier in Bezug auf die Saudis):
http://themedialine.org/news/news... wsID=36476
Ich sage nicht, dass es stimmt, aber es ist schon seltsam, dass die Golfstaaten so plötzlich ihre jährlichen Hilfszahlungen eingestellt haben (auf die Jordanien dringend angewiesen ist)

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