Das Leithagebirge: Grenze und Verbindung

Ansichtssache | 6. Dezember 2012, 08:10

Quellen, Bründln und Bäder, Uhu, Diptam und Smaragdeidechse, Korallenriff und Bärenhöhle, spirituelle Wege, Holzbringung und Steinbrechen, Sagen, Jagd, Wein, Kirschen und Maulbeeren - das alles und noch viel mehr findet Platz im kürzlich erschienenen Bildband "Das Leithagebirge. Grenze und Verbindung". Rund zwei Jahre haben Autorin Brigitte Krizsanits und Fotograf Manfred Horvath an der ersten Publikation über den Gebirgszug an der Landesgrenze zwischen Niederösterreich und dem Burgenland gearbeitet.

Mit Sorgfalt und Leidenschaft erkundeten die beiden Eisenstädter das Leithagebirge ober- und unterirdisch. Sie durchwandern es auf Waldpfaden, Wallfahrerrouten und Wasserwegen. Landschaften und Lebensträume öffnen sich: Der fürstliche Landschaftsgarten, eine "Wüste", Trockenrasen, Freuchtbiotope und der sich stets wandelnde Wald.

Die Autoren nehmen am Kirschenbrocken teil, an der Weinlese und am Sautanz. Beim Steinbrechen und bei der Holzbringung sind sie dabei. Sie laben sich an Bründln und Quellen und kehren in Maler- und Bildhauerateliers ein. Der umfassende Rundgang um, durch und über das Leithagebirge ist in zwei wunderschöne Sagen eingebettet. Den zwölf, jeweils in sich untergliederten Kapiteln sind Landkarten, Daten und Fakten der einzelnen Gemeinden angeschlossen.

Die Autoren rollen den Gebirgszug nach verschiedenen Themenbereichen auf, ohne dabei Sagen, Geschichten oder Volkskundliches auszulassen. Nach vergessenen oder verschwundenen Orte, wie Burg Roy oder Pirichendorf, wird dabei ebenso geforscht wie nach Spottnamen der einzelnen Ortschaften. So erfahren die LeserInnen mehr über die regionalspezifischen Begriffe "Schwalbenfänger", "Goaßhänger" oder "Kotzenflicker".

"Uns war wichtig, dass wir die einzelnen Gemeinden rund um das Leithagebirge, sowohl im Burgenland als auch in Niederösterreich, vorstellen, dass sich die Gemeinden aber auch in den Themenkapiteln wieder finden", sagt Brigitte Krizsanits. "Wir versuchen Dinge, die eigentlich als gegeben wahrgenommen werden, zu erklären, etwa wie die Hohlwege im Wald entstanden sind, welche Rolle Quellen und Bründl spielen, oder wie der Wein die Landschaft geprägt und den Menschen Reichtum gebracht hat - und nicht nur jenen, die hier unmittelbar wohnen".

"Das Spannende für uns war, dass wir dadurch erfahren haben, wie wenig wir selbst eigentlich von unserem unmittelbaren Lebensraum wussten und wie wir nach und nach in die Faszination des Leithagebirges regelrecht hineingezogen wurden", sagt der Fotograf Manfred Horvath. (red, derStandard.at)

foto: manfred horvath

Blick von Au nach Stotzing; dahinter das Leithagebirge.

foto: manfred horvath

Auf dem Rücken der Pferde geht es durch den Wald.

foto: manfred horvath

Wie ein lila-weißer Teppich breitet sich der Lerchensporn im Frühling aus.

foto: manfred horvath

An den Hängen des Leithagebirges findet die Smaragdeidechse auf dem warmen Kalkstein warme Plätzchen, um sich in der Sonne zu wärmen.

foto: manfred horvath

Blick aus der Johannesgrotte in Eisenstadt.

foto: manfred horvath

Die Freilichtgalerie des Bildhauers Wander Bertoni in Winden.

foto: manfred horvath

Blasmusik und Volkstanzgruppen halten Volkskultur und Tradition lebendig.

foto: manfred horvath

Früher gab es in beinahe jedem Ort einen Steinbruch, heute existieren nur mehr vier. In Müllendorf wird reine Kreide abgebaut.

foto: manfred horvath

Frühes Morgenlicht am 484 Meter hohen Sonnenberg - der höchsten Erhebung des Leithagebirges.

foto: manfred horvath

Ein Jäger und sein Hund beim morgendlichen Rundgang bei der "Saugrabenlacke" nahe Donnerskirchen.

foto: manfred horvath

Von der Buchkogelwarte genießt man ein herrliches Panorama, das bis zum Schneeberg, über den Neusiedler See, bis Wien und Bratislava reicht.

foto: derstandard.at/tin

Brigitte Krizsanits, Manfred Horvath
Das Leithagebirge. Grenze und Verbindung
27 x 24 cm, 232 Seiten, vierfärbig
34,00 €
Bibliothek der Provinz
ISBN 978-3-99028-172-7

Gelsengebirge

Ich habe dort schon öfters schöne Wanderungen unternommen. Wirklich zu empfehlen. Am meisten in Erinnerung blieb mir wie ich dort an einem schwülen, heißen Sommertag von Myriaden von Gelsen verfolgt wurde. Pausemachen unmöglich. Ich habe sogar die Regenjacke angezogen um mich zu schützen. Seitdem mache ich Wanderungen nur mehr in kurzen Hosen bei denen man die Hosenröhrl`n im Bedarfsfall anzippen kann. Ich hatte sicher über 100 Einstiche an den Beinen.

Ich kann mich noch erinnern

als ich ein Kind war und mit meinen Eltern dorthin fuhr. Ich hatte solche Angst vor Gelsen zerstochen zu werden, dass wir in der Nacht etliche Netze und Gelsenlampen platzieren mussten.
Was für ein Spaß.

Schöne Bilder, schöne Landschaft.
Aber das ganze als "Gebirge" zu bezeichnen ist eher gewagt...

ungefähr

so gewagt wie die Generali-Arena als solche zu bezeichnen!

Schöne Landschaft,...

... ausgezeichneter Fotograf, exquisiter Verlag:

muß dringend Platz im Bücherregal schaffen (ächz!)

Dr. Heinz Anderle, Fotobücherwurm und Freigeist

Dort

hat sich der Burgenländer zum geländegängigen Burgenländer entwickelt.

Also zum Südoststeirer.

Das Leithagebirge: Die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn!

So paßt's.

egal ob das dort in der nähe ist oder nicht: ich freu mich aufs jungweinschnuppern. :)

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