Anrainer protestieren gegen Fluglärm durch Airport Salzburg

Aufkündigung des Staatsvertrages zwischen Deutschland und Österreich als Ziel - "Wir werden keine Ruhe mehr geben"

Freilassing/Salzburg - Im benachbarten Bayern formiert sich der Widerstand gegen den Fluglärm durch den Salzburg Airport: Für 24. November haben der Bund Naturschutz und der Fluglärmschutzverband zu einer Großdemonstration in Freilassing aufgerufen, bei der die Teilnehmer gegen den Lärm protestieren und ein Nachtflugverbot fordern werden. "Das ist nur der Auftakt, wir werden jetzt keine Ruhe mehr geben", kündigte am Freitag Erich Prechtl vom Bund Naturschutz an.

Bei einem Pressegespräch informierten die Fluglärmgegner am Freitag über die Details der Kundgebung. Die Teilnehmer werden sich um 9.30 Uhr beim Feuerwehrhaus treffen und dann über die Münchner Straße zum Salzburger Platz ziehen, wo die Abschlusskundgebung geplant ist. Die Veranstalter erwarten rund 500 bis 750 Teilnehmer.

Obwohl die Zahl der Flugbewegungen laut Airport in den vergangenen Jahren rückläufig war - von knapp 22.000 im Jahr 2007 auf rund 19.500 im Vorjahr -, spricht Prechtl von einem "zunehmenden Flugverkehr". Vor allem aber "erwarten wir einen Horrorwinter". Ab Dezember würden wieder zahlreiche Urlaubs-Charterflüge insbesondere aus Osteuropa kommen, zudem ist Salzburg neben Graz offizieller Flughafen für die Alpine Ski-WM in Schladming. "Da kann man sich vorstellen, was los ist."

Wogen gehen hoch

Nachdem im Vorjahr im "salzburgerisch-bayerischen Fluglärmkonflikt" die Wogen hochgegangen waren, gab es auf Ministeriumsebene Gespräche. Als Resultat wurde ab heurigem Mai ein neue Anflugroute aus dem Süden - also über den Salzburger Tennengau - genehmigt, die den Norden mit Freilassing entlasten soll. "Das sind zehn oder elf Flugzeuge im Monat. Außerdem haben jetzt die Süd-Anrainer Klagen in Aussicht gestellt", so Prechtl.

Der Bund Naturschutz möchte letztlich eine Aufkündigung des Staatsvertrages zwischen Österreich und Deutschland erreichen. "Die Geschäftsgrundlage passt nicht mehr. Damals, als der Vertrag abgeschlossen wurde, gab es ein paar Flüge am Tag, heute sind es 170. Wir werden jetzt keine Ruhe mehr geben, und im nächsten Jahr sind Wahlen", ortet er schon ein Druckmittel. "Wir werden seit Jahrzehnten hingehalten und nicht wahrgenommen", sagte Prechtl, der auch Proteste in Salzburg ankündigte. (APA, 16.11.2012)

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