Angriff auf Tel Aviv "dramatische Eskalation"

16. November 2012, 12:17
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Erstmals seit Golfkrieg 1991 wieder Luftalarm in Millionenmetropole - Rakete möglicherweise aus iranischer Produktion

Jerusalem/Gaza - Nach dem Raketenangriff auf die israelische Küstenstadt Tel Aviv hat ein ranghoher Berater des Bürgermeisters von einer "dramatischen Eskalation" gesprochen. Etwa drei Millionen Einwohner des Großraums Tel Aviv seien nun in Reichweite der Raketen militanter Palästinenser im Gazastreifen, sagte Eytan Schwartz am Freitag. Erstmals seit dem Golfkrieg von 1991, als der Irak Scud-Raketen auf Israel abschoss, hatte es am Donnerstagabend wieder Luftalarm in Tel Aviv gegeben.

Nach Einschätzung des Experten Arieh Herzog stammte die Rakete - vermutlich des Typs Fajr 5 oder 3 - aus iranischer Produktion. "Um den Großraum Tel Aviv von Gaza aus zu treffen, braucht man eine große Rakete", sagte der ehemalige Leiter der Raketenabwehr-Abteilung im israelischen Verteidigungsministerium. Dies sei keine Waffe, die die Palästinenser selbst herstellen könnten.

Einwohner hatten eine Explosion gehört, die Armee teilte jedoch mit, es habe keinen Einschlag gegeben. Schwartz sagte, die Rakete sei außerhalb von Tel Aviv abgefangen worden. Er sehe darin auch einen Angriff auf den pluralistischen Lebensstil in Tel Aviv, in der Juden mit Muslimen und Christen zusammenleben. "Wir werden es den Terroristen nicht erlauben, unsere Lebensart zu ändern", sagte Schwartz.

Tel Aviv liegt etwa 70 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Jihad bekannte sich zu dem Angriff.(APA, 16.11.2012)

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    Touristen posieren vor der Skyline von Tel Aviv. Im Urlaubsort wurde erstmals seit 1991 wieder Luftalarm ausgerufen.

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