Start von Vonn in Aspen unwahrscheinlich

Zustand der Ski-Olympiasiegerin bessert sich, aber Comeback wohl erst in Lake Louise - Jungstar Shiffrin muss einspringen

Vail - Zwei Tage nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus hat Lindsey Vonn ein Lebenszeichen von sich gegeben. "Ich bin am Weg, wieder gesund zu werden. Ich hoffe, ich kann bald wieder auf Skiern stehen. Ich vermisse den Schnee", teilte die 28-jährige Ski-Olympiasiegerin am Freitagabend mit.

Vonn hatte den Slalom in Levi ausgelassen und schon vergangene Woche über Unwohlsein im Magen-Darmbereich geklagt. Deshalb hatte sie sich von Montag bis Mittwoch in einem Krankenhaus ihres Wahlheimat-Ortes Vail durchchecken lassen. Sofort waren zahlreiche Gründe über die Ursachen ihrer Probleme aufgetaucht.

Vonns Sprecher Lewis Kay teilte per E-Mail am Freitag mit, die Läuferin werde kommende Woche das Training wieder raufnehmen, falls alles optimal laufe. Dass Vonn ihren geschwächten Körper aber so schnell in gute Verfassung bringt, um schon in Aspen (24./25.11.) in den Weltcup zurückkehren zu können, ist jedoch nicht wahrscheinlich.

Wahrscheinlicher ist, dass ein Comeback in der letzten November-Woche bei den ersten Speedrennen dieser Saison stattfindet, diese finden nämlich in Lake Louise (Kanada) statt. Und dort ist Vonn mit elf Siegen so erfolgreich wie auf keiner anderen Piste der Welt.

Bei Präsentation nicht dabei

Obwohl es der vierfachen Weltcup-Gesamtsiegerin mittlerweile angeblich bereits deutlich besser geht, fehlte sie am Donnerstag-Abend (Ortszeit) bei der großen Präsentation des US-Skiteams in Vail. "Vielleicht kann sie uns bei offenem Fenster ja hören", hoffte der Moderator der groß aufgezogenen Show auf dem Arrabella-Square, wo Vonn ihre Wohnung hat.

Weil der Nobel- und ab 2015 dreifache WM-Ort Vail auch den Beginn der 50. Skisaison feiert, wurden bei der Präsentation Legenden wie Bob Beattie, Billy Kidd und Jimmy Heuga aufgeboten. Viele Fans unterschrieben auch ein Plakat mit Besserungswünschen für Vonn. Mit dabei vom aktuellen Team waren auch Bode Miller, Julia Mancuso und Jungstar Mikaela Shiffrin.

Hype um Shiffrin

Die 17-jährige aus Vail hat vor einer Woche in Levi ihren zweiten Weltcup-Podestplatz herausgefahren, der Hype um die selbstbewusste junge Dame ist speziell in ihrem Heimatort bereits gigantisch. Sollte Vonn beim großen Heimauftritt in Aspen tatsächlich aussetzen müssen, wird wohl die ganze Aufmerksamkeit der US-Öffentlichkeit auf den Schultern des Jungstars aus Vail lasten.

"Das ist mir schon klar", ahnte Shiffrin offenbar bereits, was auf sie zukommen wird, sollte ihre berühmte Teamkollegin nach Levi auch in Aspen fehlen. "Es ist derzeit wirklich schwer, fokussiert zu bleiben und sich nicht ablenken zu lassen", gestand Shiffrin.

Patrick Riml hält sich bedeckt

Vonn zu ersetzen, sei aber unmöglich, betonte der Teenager. "Für eine Lindsey Vonn kann man nicht einfach so einspringen", machte Shiffrin klar. "Ich werde mein Land auf meine Weise repräsentieren, indem ich möglichst schnell Ski fahre. Das muss genügen."

US-Alpinchef Patrick Riml wollte den Spekulationen um Vonn keine weitere Nahrung geben. "Es geht ihr von Tag zu Tag besser, das ist das Wichtigste. Ob es sich für Aspen ausgeht, ist aber schwer zu sagen", betonte der Österreicher am Donnerstagabend.

Klar ist aber auch: Bevor Vonn wieder auf die Ski steigen kann, muss sie erst wieder fit werden. Riml: "Wenn sich ihr Zustand weiterhin verbessert, werden wir irgendwann mit leichtem Konditionstraining beginnen." (APA/red: 17.11.2012)

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