Frühchen: Das Allerbeste für die Allerkleinsten

  • Der Körperkontakt mit den Eltern stimuliert die Sinne des Babys.
    foto: standard/robert newald

    Der Körperkontakt mit den Eltern stimuliert die Sinne des Babys.

Im Zentrum entwicklungsfördernder Betreuungskonzepte steht die optimale Gehirnentwicklung Frühgeborener

Wien - Jährlich werden Wiener AKH rund 100 Kinder versorgt, die zwischen der 23. und 27. Schwangerschaftswoche geboren werden, also um bis zu 17 Wochen zu früh. Die Betreung in diesem großen Perinatalzentrum ist auf die Bedürfnisse der Babys und Eltern abgestimmt: Frühe Integration der Eltern in den Pflegealltag, 24-Stunden-Besuchsmöglichkeit und intensivmedizinischer Betreuung auf hohem wissenschaftlichen Niveau.

"Früher wurden Eltern auf der neonatologischen Intensivstation als Besucher geduldet, heute ist es State of the Art, dass die Eltern frühzeitig in die Betreuung eingebunden werden. Das frühe Herstellen der Eltern-Kind-Beziehung ist für die Entwicklung der Kleinen enorm wichtig", sagt Angelika Berger von der Kinderklinik der MedUni Wien anlässlich des Welt-Frühgeborenen-Tags am 17. November. Eines der größten Perinatalzentren Europas wurde Anfang 2012 um eine weitere Station mit 12 zusätzlichen neonatologischen Intermediate-Care-Betten erweitert. 

Eltern-Kind-Kontakt

"Dadurch wurde nicht nur die Versorgung der Frühgeborenen weiter verbessert, sondern auch die direkte Betreuung durch die Eltern erleichtert", so Berger. Für Eltern und betreuendes Personal gibt es nun ausreichend Platz und angemessene Rückzugsmöglichkeiten, um den speziellen Bedürfnissen dieser Kinder und Familien gerecht zu werden.

Im Zentrum entwicklungsfördernder Betreuungskonzepte steht die optimale Gehirnentwicklung Frühgeborener. Dazu gehört auch die nicht-medikamentöse Schmerztherapie. "Zum Beispiel wirkt Saccharose auf dem Schnuller wie ein Schmerzmittel", sagt Berger. Auch die so genannte Känguru-Methode kommt bei stabilen Frühgeborenen zum Einsatz: Darunter versteht man grundsätzlich den Hautkontakt zwischen Kind und Mutter oder Vater. Während des engen Kontakts - das Baby liegt auf der Brust eines Elternteils - werden verschiedene Sinne stimuliert und gefördert: Das Gehör durch die Stimmen der Eltern, der Gleichgewichtssinn durch deren Bewegungen oder der Tast- und Geruchssinn. Zusätzlich wirkt der Herzschlag der Eltern beruhigend. (red, derStandard.at, 16.11.2012)

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